Nur mal kurz die Welt retten – Lebensmittelverschwendung reduzieren

In meinen Beitrag zum Klimabericht des Weltklimarats habe ich geschrieben, dass aktiver Klimaschutz nicht schwer ist und niemand sein Leben für den Klimaschutz komplett auf den Kopf stellen muss. Das ist schnell und einfach gesagt und in meiner eigenen Nachhaltigkeits-Minimalismus-Filter-Bubble wird auch niemand ein großes Problem damit haben, Klimaschutz im Alltag umzusetzen. Das Problem an den Social-Media-Bubbles ist: Oft ist man so sehr darin gefangen, dass man nicht mehr über den Tellerrand hinaus blickt. Mir ist aber durchaus bewusst, dass es da draussen Menschen gibt, die bislang mit Klimaschutz nichts am Hut haben. Und für all diejenigen ist meine neue Beitragsreihe „Nur mal kurz die Welt retten“ gedacht.

Ich glaube, dass die Veröffentlichung des Klimaberichts und die entsprechende mediale Berichterstattung nochmals deutlich gemacht hat, wie dringend wird den Klimawandel stoppen müssen. Und ich hoffe sehr, dass dieser jetzt veröffentlichte Bericht endlich der Weckruf war, der schon längst überfällig ist. Für jeden von uns. Ganz besonders aber für diejenigen, die bisher eher nichts in Sachen Nachhaltigkeit unternommen haben.

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In dieser neuen Beitragsreihe möchte ich kleine Klimaschutz-Tipps geben, die ausnahmslos jeder in seinen Alltag integrieren kann. Und das Ganze, ohne dabei großartig viel umstellen zu müssen. Große Veränderungen sind super, aber am Ende sind es die Kleinen, die in der Summe viel mehr ausmachen. Und die meist auch für größere Veränderungen der Startschuss sind. Wenn du also bisher mit Klimaschutz nicht viel am Hut hattest, dann ist dieser Beitrag für dich. Und wenn du schon einiges machst, dann ist das hier dein Reminder, dass du super bist und unbedingt weitermachten solltest.

Wir starten die neue Reihe mit dem Thema „Lebensmittelverschwendung“. Denn das ist ein riesiges Problem, was sich aber ziemlich easy vermeiden lässt… Tja und ich würd sagen: let´s go:

Lebensmittelverschwendung reduzieren!

Dass die Verschwendung von Lebensmitteln ein Problem ist, wissen wir alle. In einer neuen Untersuchung hat der WWF nun herausgefunden, dass dieses Problem sogar noch größer ist, als bislang angenommen. Weltweit landen jährlich 2,5 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Müll. Lebensmittel die produziert werden müssen, die verpackt werden müssen, die transportiert und gelagert werden müssen. Sprich: Lebensmittel, die jede Menge Ressourcen verbrauchen. Ressourcen, die wir de facto einfach nicht haben.

Besonders deutlich wird das am Earth Overshoot Day. Dieser Tag markiert den Zeitpunkt, an dem wir die erneuerbaren Ressourcen der Erde für ein komplettes Jahr aufgebraucht haben und quasi auf Pump leben. 1970 lag der Earth Overshoot Day noch relativ entspannt im Dezember. 2021 war er bereits am 29. Juli. Weltweit gesehen. In Deutschland waren wir sogar noch früher dran. Nämlich am 5. Mai 2021. Und spätestens angesichts solcher Zahlen sollte jedem einleuchten, dass unsere Ressourcen nicht unendlich sind. Wir müssen endlich damit aufhören, sinnlos zu konsumieren und wertvolle Ressourcen zu verschwenden.

plates with leftover food on table
Photo by Rachel Claire on Pexels.com

Aktiv etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln zu tun, ist eine prima Maßnahme, um Ressourcen zu schonen. Und vor allem eine Einfache. Es bedarf dafür keines speziellen Wissens, keiner ausgeklügelten Technik und man benötigt keine Materialien. Der gesunde Menschenversand reicht völlig aus.

So geht´s:

  1. Schreib dir einen Mahlzeitenplan für die gesamte Woche.
  2. Schreib dir eine Einkaufsliste und kaufe nur, was drauf steht.
  3. Geh nicht hungrig einkaufen. Das verleitet zu Spontankäufen.
  4. Lege regelmässig Vorrats-Tage ein, an denen du prüfst, was du alles im Vorrat hast und plane deine Mahlzeiten danach
  5. Setz auf Resteverwertung und plane deine Mahlzeiten vorrangig mit den Dingen, die du noch zuhause hast
  6. Wirf nur im absoluten Ausnahmefall Essen weg
  7. Prüfe vor dem Wegwerfen immer, ob die Lebensmittel noch gut sind (ein abgelaufenes MHD bedeutet nicht zwangsläufig, dass du das Produkt nicht mehr verwenden kannst – siehe auch meinen Artikel „Es heisst Mindestens haltbar bis und nicht sofort tödlich ab…
  8. Schau dich im Supermarkt nach reduzierten Produkten wegen kurzem Abstand zum Ablaufdatum um. Die gibt es im Kühlregal genauso wie in der Obst- und Gemüseabteilung. Greif zu, auch wenn diese in Plastik verpackt sind. Die Lebensmittel sind bereits produziert. Lebensmittel retten sticht Plastikverzicht.
  9. Nimm ruhig auch mal Obst und Gemüse, das nicht der Norm entspricht. Auch „hässliches“ Obst und Gemüse mit Schalenfehlern, kleinen Macken oder unförmige Stücke sind lecker
  10. Nutze die gesamten Produkte. Aus den Abschnitten und Schalen von Obst und Gemüse lässt sich prima eine Brühe kochen. Blätter und Stiele von Brokkoli und Blumenkohl lassen sich als Suppe verwerten, die Blätter von Kohlrabi sind superlecker als Kräuterersatz und aus Karottengrün kannst du tolles Pesto herstellen.

Last but not least: Hab Respekt vor den Lebensmitteln! Heutzutage degradieren wir Lebensmittel viel zu oft. Wir stopfen uns voll und machen uns gar keine Gedanken darüber, wie die jeweiligen Produkte entstanden sind, wo sie herkommen, wer sie produziert hat und wie viel Zeit die Produktion in Anspruch genommen hat. Denk immer daran, dass wir unser Essen nicht ohne Grund LEBENSmittel nennen. Unsere Nahrung ist für unser Überleben wichtig. Behandeln wir sie doch auch wieder so.

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Bitte kein Aufschrei nach dem Motto „Du hast was vergessen!“

Achtung: Bevor die Kommentare zu diesem Beitrag jetzt gleich überquellen – ich gehe hier ganz bewusst nicht auf Themen wie „Fleisch reduzieren“, „regionale Ware“, Bio-Produkte, saisonales Einkaufen etc. ein. Es geht hier und heute rein nur um die Verschwendung von Lebensmitteln, bzw. um das Reduzieren von Lebensmittelverschwendung. Andere Themen werden in kommenden Beiträgen noch separat behandelt.

Aber vielleicht fällt dir ja noch ein Tipp ein, wie man Lebensmittelverschwendung noch reduzieren kann? Schreib das gerne in die Kommentare und lass alle daran teilhaben. Und sag mir gerne Bescheid, welchen Klimaschutztipp du gerne als nächstes hättest. Was zur Ernährung allgemein? Kleidung? Mobilität? Wohnen? It´s your choice!


2 Kommentare

  1. Diese Art von Artikel ist neu für mich – Klimawandel. Sie haben Recht, wir müssen den Verbrauch reduzieren, um Energieverschwendung zu vermeiden.

  2. Danke für den Beitrag – gerne gelesen!

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