Mysterium Menstruationstasse: Eure Fragen – Meine Antworten

Beinahe drei Jahre ist es schon her, dass ich Tampons aus meinem Leben verbannt und gegen eine Menstruationstasse* (Amazon Affiliate Link) getauscht habe. Während dieser Zeit habe ich mit meiner Tasse nicht nur jede Menge erlebt, sondern auch mit etlichen Frauen teils hitzige Debatten über das Für und Wider geführt. Zu meinem Blogbeitrag aus dem August 2015 erreichen mich auch heute noch immer wieder Fragen von verunsicherten Frauen, die zwar neugierig sind, sich aber noch nicht so wirklich an eine Menstruationstasse herantrauen. All diesen Frauen ist mein heutiger Blogbeitrag gewidmet. Den neugierigen, den skeptischen, den Entdeckerinnen, den Öko-Tanten und natürlich auch denen, die in Zukunft einfach ganz entspannt mit ihrer Periode umgehen möchten.

Wie so eine Menstruationstasse genau funktioniert und welche Vorteile die Tasse in Hinblick auf Nachhaltigkeit, Inhaltsstoffe und Co bietet, will ich an dieser Stelle nicht noch einmal breit treten. Das habe ich in meinem ersten Blobeitrag bereits getan und wenn ihr den noch nicht gelesen habt, dann klickt doch mal hier: Mit der Menstruationstasse ganz entspannt durch die Periode. Heute will ich dafür endlich ein paar der Fragen beantworten, die mir am häufigsten gestellt werden. In der Hoffnung, dass die große Verunsicherung rund um das Mysterium Menstruationstasse ein bisschen kleiner wird. Und los geht´s:

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Mein Gott, die Tasse ist ja riesig – Spürt man die nicht?

Ich kann euch beruhigen: Nein man spürt die Tasse nicht. Und wenn man sie spürt, dann hat sie entweder die falsche Größe oder sie sitzt falsch. Ist im Prinzip also genau dasselbe, wie bei den Tampons. Fachkundige Beratung hilft und sollte gerade am Anfang ohne Scheu in Anspruch genommen werden.

Wie um Himmels willen, soll ich die reinbekommen? Und wieder raus?

Keine Angst, mit ein bisschen Übung ist sowohl das Einführen, als auch das Rausziehen kein bisschen komplizierter als bei Tampons. Im Gegenteil: Das Entfernen ist meiner Meinung nach sogar angenehmer. Habt ihr schon einmal versucht, einen Tampon zu entfernen, der noch zu trocken war? Habt ihr sicher. Und dann wisst ihr auch was ich meine. Bei der Menstruationstasse habt ihr dieses Problem nicht.

Kann die Menstruationstasse nicht überlaufen?

Viele Frauen haben noch immer ein völlig falsches Bild davon, wieviel Blut man während seiner Periode so verliert. Spoiler-Alarm: Es ist weitaus weniger, als es auf den ersten Blick aussieht und noch viel weniger, als viele annehmen. In eine Menstruationstasse passt außerdem ganz schön viel rein und bis die Tasse voll ist, dauert es recht lange. In den ganzen drei Jahren, in denen ich meine Tasse schon benutze, war sie nicht ein einziges Mal voll. Nicht einmal ansatzweise. Dreiviertel voll vielleicht. Und das auch nur, wenn ich sie 12 Stunden am Stück getragen habe.

12 Stunden? Kann man die Tasse wirklich so lange drin lassen?

Oh ja, man kann. Und das ist super. Ich leere meine Tasse beispielsweise morgens direkt nach dem Aufstehen, dann wieder, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme und ein letztes Mal bevor ich Abends ins Bett gehe. Dazwischen ist meine Periode weit weit weg und ich muss nicht einmal daran denken. Besonders praktisch ist die lange Tragedauer natürlich auch im Urlaub, speziell im Flugzeug, beim Wandern und im Sommer beim Baden.

Fängt das nicht an zu riechen, wenn ich die Tasse 12 Stunden trage?

Ähm.. nein. Zumindest bei mir nicht :) Und falls es bei jemand doch riechen sollte, schlimmer als bei einem vollen Tampon kanns bei Gott nicht sein.

Kann ich mit einer Menstruationstasse schwimmen gehen?

Ja sicher kann man das. Und das sogar noch besser als mit Tampons. Im Gegensatz zu Tampons saugt sich die Tasse nämlich nicht mit Wasser voll, wird nicht durchlässig und ihr braucht keine Angst haben, dass euch irgendwas Ekliges an den Beinen runterläuft. Und das Problem mit dem Tamponbändchen, welches aus dem Bikinihöschen raushängt, ist mit einer Menstruationstasse auch Geschichte.

Was ist, wenn ich die Tasse unterwegs doch mal leeren muss?

Es kann tatsächlich mal vorkommen, dass man die Tasse unterwegs mal Leeren muss. Das ist aber überhaupt kein Problem. Selbst wenn kein Waschbecken in der Nähe ist. Viele Nutzerinnen versteifen sich immer noch darauf, dass man die Tasse nach dem Leeren unbedingt mit Wasser auswaschen muss. Ich persönlich finde es auch gut, meine Tasse kurz auszuspülen. Habe ich die Möglichkeit aber nicht, dann reicht es auch dicke aus, die Tasse einfach mit Toilettenpapier sauber zu wischen. Und wer ganz sicher gehen möchte, der nimmt halt in Gottes Namen eine Flasche Wasser mit auf die Toilette.

Gibt es irgendwas, was ich mit der Tasse tatsächlich nicht machen kann?

Hmm..kurz und knapp: Nö! Zumindest meiner Meinung nach. Ich war mit meiner Tasse zwischenzeitlich zwei Mal auf dem Jakobsweg, habe eine Campingtour durch Amerika gemacht, war auf Geschäftsreisen und habe etliche Flüge hinter mich gebracht. Hat alles wunderbar funktioniert und war sehr viel angenehmer, als mit Tampons. Habt ihr schon einmal einen vollen Tampons mit euch herumgetragen, weil ihr ihn irgendwo in der Pampa wechseln musstet und nichts zum Entsorgen hattet. Eben. Eklig! Mit der Tasse habt ihr hier wieder ein Problem weniger.

Aber das Blut an den Fingern und überhaupt… bäh!

Ok, da muss ich jetzt mal Tacheles reden: Ihr seid Frauen! Ihr seid dazu bestimmt, Kinder zu bekommen. Kleine Menschen durch eine winzige Öffnung ins Leben zu quetschen. Ich selbst hab ja keine Kinder, aber Geburtsberichte kenne ich zu Hauf. Ein bisschen Menstruationsblut an den Fingern sollte wirklich eure kleinste Sorge sein.

Ah ne danke, ich will trotzdem lieber bei meinen Tampons / Binden / whatever bleiben

Sicher doch.. das ist euer gutes Recht. Aber wenn ihr es irgendwann doch mal versuchen solltet, jammert hinterher blos nicht rum, dass man euch nicht schon früher überzeugt hat!


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Übrigens gibt es eine einzige Sache, die man in Bezug auf die Menstruationstasse beachten sollte: Die Größe. Es gibt Tassen in den unterschiedlichsten Größen und mit verschiedenen Volumen. Damit die Tasse zuverlässig tut, was sie tun soll, ist es wichtig, die für sich persönlich richtige Größe zu wählen. Das herauszufinden ist für viele Frauen leider nicht immer leicht. Aber natürlich gibt es auch hier Hilfe:

So, ich hoffe damit habe ich endlich all die Fragen beantwortet, die mir im Laufe der letzten drei Jahre immer wieder gestellt wurden. Falls euch noch irgendwas unklar sein sollte oder falls euch noch eine spezielle Frage auf der Seele brennt, dann fragt doch einfach. Entweder unter diesem Beitrag als Kommentar oder (wenns euch peinlich ist) per Mail unter mail@minime.life.

 

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Schwäbischer Lifestyle-Blogger mit Leidenschaft für Minimalismus, Urban Gardening, Food, Reisen & Happy Living

8 Comments

  1. Also Binden kommen für mich gar nicht in Frage. Und für viele andere Frauen auch nicht. TSS ist im übrigens zwar ein Problem, von dem vorrangig Frauen betroffen sind, aber auch Männer können an TSS erkranken. Ganz ohne Periode ;)

  2. Ich meine, dass Blut aus der Scheide abfließen soll und icht die so genannte freie Menstruation;) Es gibt doch Binden aus Bio Baumwolle,. Der ganze Wahn mit Menstruationstassen ist eine pure Geldmacherei. Ich hoffe nur, dass keine Frau durch TSS stirbt…

  3. Ja das ist halt im Alltag nicht wirklich für jeden so ohne weiteres machbar

  4. Ich sage ja nicht, dass Tampons besser sind. Beides ist Gefahr für die Gesundheit.
    Menstruationsblut soll frei abfließen.

  5. Danke für den Link. Dazu muss ich aber sagen, dass TSS genauso bei der Verwendung von Tampons auftreten kann. Also das Argument zieht in dem Fall tatsächlich mal so gar nicht ;)

  6. Frag mal wie skeptisch ich am Anfang war ;) Mein ganzes Leben lang hatte ich ausschließlich Tampons benutzt und war damit eigentlich auch immer zufrieden. Die Tasse hab ich mir aus reiner Neugierde mal bestellt und bin super erschrocken gewesen, als ich sie zum ersten Mal in der Hand hatte. Die war so riesig. Aber schon das erste Einsetzen hat wunderbar geklappt. Das entfernen genauso und seither hab ich nie wieder Tampons benutzt. Wobei, das stimmt nicht ganz. Neulich war ich unterwegs und meine Periode kam 3 Tage früher als erwartet. Da hatte ich ausnahmsweise meine Tasse noch nicht dabei und ich musste mir den Notfall-Tampon von meiner Schwester leihen. Was war ich froh, als ich zu Hause war und meine Tasse wieder hatte

  7. Ich bin ja als Menopausler nicht mehr davon betroffen, aber hätte ich noch Monatsblutungen, würde ich auch eine Menstruationstasse in Erwägung ziehen. Aber ich muss zugegeben, dass ich, als ich zum ersten Mal davon gehört habe, wirklich skeptisch gewesen bin.
    Es ist sehr gut, dass immer mehr Frauen Cups verwenden.
    LG
    Sabienes

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