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a woman standing near the kitchen sink washing the dishes

B.J. Fogg, ein US-amerikanischer Wissenschaftler, ist der Auffassung, dass sich Verhaltensweisen am einfachsten ändern lassen, wenn man die dafür erforderlichen Maßnahmen in kleine Schritte herunterbricht und diese zu Gewohnheiten werden lässt. Sein Buch Die Tiny Habits Methode* kann ich übrigens wärmstens empfehlen – besonders als Hörbuch. Darum soll es heute aber gar nicht gehen. Vielmehr möchte ich, wie in meinem letzten Beitrag zur FlyFlady angekündigt, die BabySteps erklären, die die Basis der FlyLady Methode bilden. Wenn du meinen ersten Beitrag zu FlyLady noch nicht gelesen hast, dann wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, zu diesem rüber zu hüpfen und dir diesen zuerst durchzulesen -> Haushalt führen mit der FlyLady Methode – Teil 1: Das System grob erklärt. Kennst du den ersten Beitrag schon, dann jetzt viel Spaß mit den FlyLady BabySteps.

(Machs dir am Besten wieder mit einer Tasse Tee oder Kaffee gemütlich – das ist vielleicht der längste Beitrag, der jemals auf diesem Blog erschienen ist)

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Die FlyLady BabySteps

Wie schon in meinem ersten Beitrag zur FlyLady kurz erwähnt, bilden die BabySteps die Basis des gesamten FlyLady Systems. Es handelt sich dabei um klitzekleine Mini-Schritte, die man sich in Form von täglichen Routinen zur Gewohnheit machen soll. Ähnlich also dem Prinzip von B.J. Fogg mit seinen Tiny Habits. Um sich diese BabySteps anzugewöhnen hat Marla Cilley ein 31-tägiges Programm mit Beginner BabySteps entwickelt. In diesem sollen die BabySteps eingeübt werden. Also quasi eine Art 31-Tage-Challenge.

Wenn du jetzt meinen Blogpost zum Thema Challenges aus der Beitragsreihe Minimalismus Alltags-Quickies (-> Minimalismus Alltags-Quickie #1 – Challenges ignorieren) kennst, weisst du, was ich von Challenges halte. Nämlich gar nichts. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch gar nicht groß auf das 31-Tage-BabySteps-Programm der FlyLady eingehen. Dieses enthält nämlich auch Aufgaben wie „Schau auf der FlyLady Website vorbei“. Und ich wiederhole mich hier gerne: TU ES NICHT! Statt dessen will ich lieber die verschiedenen sinnvollen BabySteps einzeln vorstellen. In diesem Beitrag zeige ich, wie sie funktionieren und wie sie sich am Ende sinnvoll kombinieren lassen.

faucet in close up photography
Photo by Karolina Grabowska on Pexels.com

BabyStep 1: Shine your Sink

Mit „Shine your Sink“ meint FlyLady, dass man seine Küchenspüle auf Hochglanz bringt. Das ist auch tatsächliche der allererste BabyStep, den die FlyLady beschreibt. Und ebenfalls der Erste, den man machen sollte, wenn man (warum auch immer) das 31-Tage-Programm durchziehen möchte. Wieso ist jetzt aber gerade die Küchenspüle so wichtig?

In den meisten Wohnungen ist die Küche ein zentraler Ort. Bei mir ist sie sogar ein Durchgangszimmer. Ein Ort also, an dem man sich mehrmals täglich aufhält und einer der ersten Orte, die man morgens aufsucht. Gibt es hier einen einzigen Punkt, der supersauber, glänzend und in Ordnung gebracht ist, hebt das nicht nur die Stimmung (wer kommt nicht gerne morges in eine saubere Küche), sondern wirkt sich auch auf den gesamten Rest der Wohnung aus. Wir merken uns: Unordnung zieht Unordnung an. Ordnung dagegen motiviert für weitere Ordnung. Hält man seine Küchenspüle also konsequent jeden Tag sauber (und das dauert wirklich nur Sekunden), hat man schonmal einen Ort geschaffen, der immer Tippitoppi ist. Und ist bereit für weitere BabySteps.

woman in black dress holding a lipstick
Photo by Polina Tankilevitch on Pexels.com

BabyStep 2: Dress Up

Der zweite BabyStep „Dress Up“ bedeutet schlicht und einfach nur, dass man sich morgens anziehen und fertigmachen sollte. Und zwar „Head to Shoes“ – also von Kopf bis zu den Schuhen. Egal ob man an diesem Tag das Haus verlassen muss oder nicht. Also anziehen, Zähne putzen, Haare richten, schminken (sofern man das sonst auch macht) und Schuhe anziehen. Feste Schuhe – keine Schlappen!

Die Idee hinter dem Fertigmachen ist die, dass man in einen gewissen Arbeitsmodus kommt, wenn man sich vernünftig anzieht und für den Tag gerichtet hat. Dank Corona kennen das viele von uns mittlerweile ja auch vom Arbeiten aus dem Home Office. Wenn ich eine Joggingshose und ein labbriges altes T-Shirt trage, bin ich vom Kopf her im Gammelmodus. Habe ich dagegen vernünftige Kleidung an und habe meine Haare gerichtet, fühle ich mich bereit für den Tag. Egal ob im Home Office, im Büro oder an einem arbeitsfreien Tag zuhause.

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Ob man jetzt beim „Dress Up“ unbedingt Schuhe anziehen muss und im Zweifelsfall den ganzen Tag mit Schuhen in der Wohnung herumläuft, darüber lässt sich streiten. Viele mögen Schuhe in der Wohnung generell ja nicht. Ich selbst halte es mal so mal so. Generell trage ich zuhause eher keine Straßenschuhe sondern meine Adiletten (die hier übrigens – superschön und megabequem!*), wenn ich allerdings morgens mit dem Hund draußen war und sowieso schon meine Schuhe anhabe, lasse ich sie einfach an. Hier muss meiner Meinung nach einfach jeder für sich selbst entscheiden, ob er zuhause feste Schuhe tragen möchte oder nicht.

person holding white stylus
Photo by Jess Bailey Designs on Pexels.com

BabyStep 3: Das Control Journal – bzw. seine Vorstufe

Das Control-Journal ist ein Ordner, in dem Checklisten, To-Do-Listen, Mahlzeitenpläne und Co gesammelt werden. Alles, was für die Haushaltsführung wichtig ist und dabei hilft, den Überblick zu bewahren. Im Rahmen der BabySteps empfiehlt Marla Cilley zunächst Post It´s als Erinnerung im Haus zu verteilen. Quasi als Vorstufe für das eigentliche spätere Control Journal. Beispielsweise ein „Putz mich“ Post It auf der Küchenspüle, damit man das Ganze nicht vergisst und wirklich täglich durchführt.

Ganz ehrlich? In meinen Augen ist das Quatsch. Ich selbst habe zwar mittlerweile auch eine Kontroll-Liste, führe aber kein Control-Journal in dem Sinne, wie es Marla Cilley in ihrem System vorgesehen hat. Wer es aber gerne tun möchte und wer der Meinung ist, dass ihm solche Post It Aktionen helfen, darf das natürlich machen.

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Photo by MART PRODUCTION on Pexels.com

BabyStep 4: Umgang mit negativen Gedanken

Dieser BabyStep ist vielleicht der am meisten unterschätzte. Es geht um den Umgang mit negativen Gedanken und den Stimmen im Kopf, die einen runterziehen. Stimmen, die einem sagen, dass man das Chaos nie in den Griff bekommen wird. Dass man das überaupt nicht schaffen kann. Und dass man insgesamt viel zu wenig macht und sich viel mehr anstrengen müsste. Damit handelt es sich bei diesem BabyStep quasi auch um den ersten Selfcare-BabyStep im FlyLady-System.

Um das Ganze genauer zu erklären muss ich ein kleines bisschen ausholen. FlyLady ist ein System, das auf minimalen Aufwand für maximale Wirkung setzt. Deshalb beschränken sich die täglichen Hausarbeiten in der Regel auch nur auf wenige Minuten. Und deshalb sind Selfcare, bewusste Auszeiten, Date-Nights und Familienzeiten auch bewusst ein Teil der gesamten Methode. Ist man daran (noch) nicht gewöhnt, hat man ruck zuck das Gefühl, dass man zum Einen überhaupt nicht voran kommt und zum Anderen, dass man insgesamt einfach viel zu wenig macht. Das kann ganz schön auf die Stimmung schlagen.

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Kommen solche Gedanken auf, hilft es, sich bewusst zu machen, dass FlyLady kein Hauruck-System ist. Es wirkt nicht über Nacht, sondern entfaltet sein ganzes Potential erst nach einiger Zeit. Marla Cilley sagt (völlig zu recht): Das Chaos ist nicht an einem einzigen Tag gekommen. Es muss deshalb auch nicht an einem einzigen Tag verschwinden. Wann immer also negative Gedanken aufkommen, sollte man genau daran denken. Und ich kann eines jetzt schon versprechen: Jeder Berg, der anfangs unbezwingbar erscheit, ist irgendwann erklommen. Bzw. jeder Chaos-Schrank, der mit allem möglichen Krimskrams vollgestopft ist, ist irgendwann entrümpelt. Wie lang es am Ende dauert? Who cares!

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Photo by SHVETS production on Pexels.com

BabyStep 5: Hotspots erkennen und sauber halten

Schon wieder ein neues Wort – aber keine Sorge, die Sache mit den Hotspots ist supereinfach. Hotspots kennst du und Hotstpots hast auch du zuhause. Vermutlich sogar mehrere. Bei Hotspots handelt es sich nämlich um nichts anderes als um all die Orte, an denen sich auf magische Art und Weise ständig Gerümpel ansammelt. Zum Beispiel die Oberfläche eines Schuhschranks auf dem sich ungeöffnete Briefe, Schlüssel, Krimskrams aus Jackentaschen & Co sammelt. Oder der berühmte „Stuhl“, den fast jeder von uns in der Wohnung hat und auf dem sich regelmäßig ganze Gebirge aus Kleidung ansammeln. Oder auch der Esstisch, auf dem Laptop, Notizbuch, Kaffeetasse und Stifte bis ultimo liegen bleiben.

Dafür, dass sich an bestimmten Stellen überhaupt ständig Dinge ansammeln, gibt es zwei Gründe. Der erste ist unsere eigene Faulheit. Wir benutzen etwas, sind anschließend aber zu faul, den Gegenstand wieder wegzuräumen und lassen ihn liegen. Wo etwas herumliegt, sinkt die Hemmung, andere Sachen auch einfach liegen zu lassen und ruckzuck hat sich ein Hotspot gebildet. Der zweite – und weitaus schlimmere – Grund ist der, dass ein Gegenstand keinen festen Platz hat. Benutzen wir etwas und wissen hinterher schlichtweg nicht, wohin wir ihn räumen sollen, ist die Chance groß, dass wir ihn einfach liegen lassen. Tadaaaa wieder der Beginn eines Hotspots.

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Beim Hotspot-BabyStep geht es also vorrangig darum, solche Hotspots erst einmal zu erkennen und sich selber einzugestehen, dass sie da sind. Ist man sich der Sache erstmal bewusst, geht es den Hotspots an den Kragen. Täglich. Aber nur zwei Minuten lang! Ja wirklich, nur zwei Minuten. In diesen zwei Minuten nimmt man sich so viel wie möglich von dem betreffenden Hotspot und räumt die Gegenstände dahin, wo sie ihren Platz haben. Haben sie (noch) keinen, sucht man etweder einen Platz dafür oder man gesteht sich ein, dass es überflüssiger Krimskrams ist und wird das Teil los.

Die ersten paar Tage wird man hier noch kein großes Ergebnis sehen und ziemlich sicher werden sich die Stimmen im Kopf melden, die leise flüstern, dass zwei Minuten pro Tag rein gar nichts bringen (siehe BabyStep 4), ABER ich verspreche hoch und heilig: Das tun sie sehr wohl! Zwei Minuten pro Tag sind beinahe eine viertel Stunde in der Woche und nahezu eine Stunde im gesamten Monat. Und mal ehrlich: Vor allem sind es zwei Minuten mehr, als man früher überhaupt gemacht hat!

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Photo by Ylanite Koppens on Pexels.com

BabyStep 6: Abends Kleidung für den Vortag herauslegen

Ein einfacher und schneller BabyStep, den ich ganz unabhängig von der FlyLady Methode bereits seit längerem regelmässig mache. Am Vorabend bereits die Kleidung für den nächsten Tag rauszusuchen, macht den Start in den neuen Tag sehr viel entspannter. Dieser BabyStep nimmt einem nämlich die morgendliche Entscheidung, was man anziehen soll und jedes bisschen, über das wir morgens nicht bewusst nachdenken müssen, macht den Start in den Tag einfacher. Ausserdem erleichtert es das „Dress Up“ – siehe BabyStep 2.

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Photo by Ron Lach on Pexels.com

BabyStep 7: Make your Bed

Auch wieder ein einfacher kleiner BabyStep mit extrem großer Wirkung. Ein gemachtes Bett lässt das gesamte Schlafzimmer augenblicklich ordentlicher wirken. Selbst wenn rund um das Bett noch Chaos herrscht, wirkt das Zimmer gleich viel aufgeräumter. Und darüber hinaus geht doch nichts über ein schön gemachtes Bett, in dem man sich nach einem anstrengenden Tag verkriechen kann. FlyLady empfiehlt im Rahmen ihrer BabySteps das Bett ab sofort bis in alle Ewigkeit täglich zu machen. Wieder so eine Aufgabe, die nicht lange dauert aber großen Einfluss auf die Ordnung im Haus und auf den Start in den Tag hat.

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Photo by Brittney Borowski on Pexels.com

BabySteps 8: Eine Ladung Wäsche täglich

Eine Sache die ich mir auch erst durch FlyLady angewöhnt habe, ist die Tatsache, mich einmal pro Tag (ja jeden Tag) um meine Wäsche zu kümmern. Die Idee dahinter: Wer einmal am Tag seine Wäsche macht, hat nie mehr riesige Wäscheberge, die unbezwingbar erscheinen.

Jetzt hat natürlich nicht jeder eine Großfamilie, in dem wirklich jeden Tag eine oder mehrere Ladungen Wäsche anfallen. Sich um die Wäsche zu kümmern, bedeutet aber auch nicht zwangsläufig, die Wäsche zu waschen. Ich zum Beispiel habe keinen Trockner. Meine Wäsche trocknet auf dem Wäscheständer und braucht dafür (je nach Jahreszeit) mehrere Tage. Ich wasche 2-3 Maschinen pro Woche. An den restlichen Tagen wird geschaut was trocken ist, Wäsche zusammengelegt und in den Schrank verrräumt. Manchmal kann ich an einem Tag auch gar nichts tun. Dann schaue ich, ob die Wäsche auf dem Ständer schon trocken ist und wenn nicht, habe ich mich wenigstens um die Ladung Wäsche gekümmert. Auch wenn es am Ende nichts zu tun gab. Haken dran. Fertig.

crop person cleaning toilet seat with sponge
Photo by Karolina Grabowska on Pexels.com

BabyStep 9: Swish & Swipe

Swish & Swipe bezeichnet das kurze und schnelle oberflächliche Saubermachen von Oberflächen. FlyLady wendet das Swish & Swipe im Bad und in der Toilette an. Und zwar so, dass es ohne großen Aufwand in den Alltag integriert wird. Swish & Swipe kann man beispielsweise morgens nach dem Zähneputzen anweden. Ist man im Bad fertig, geht man nicht einfach raus, sondern nimmt sich kurz einen Lappen (oder ein Handtuch – so mach ich das immer), wischt kurz über alle Oberflächen drüber und trocknet das Waschbecken und die Armaturen ab.

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In der Toilette geht man genauso vor. Ich nehme dafür gerne Toilettenpapier. Morgens nach dem ersten Besuch auf der Toilette, nehme ich mir etwas Toilettenpapier, sprühe Badreiniger drauf und wische einmal kurz über alle Oberflächen und trockne das Waschbecken aus. Dann nehme ich ein paar weitere Blätter Klopapier, sprühe meinen Toilettenreiniger drauf, wische einmal über alle Teile der Toilette, gebe anschließend Kloreiniger in die Toilette, wische mit der Klobürste durch und fertig.

Der Sinn dieses Swish & Swipe ist es, täglich ein Mindestmaß an Sauberkeit zu erhalten. Und das mit so wenig Aufwand wie möglich. Und keine Angst: Die tiefere Reiniung kommt dann später im Rahmen der Zonenreinigung.

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Photo by Ron Lach on Pexels.com

Last but not least – BabySteps in sinnvolle Routinen verwursteln

Ist dir was aufgefallen? Am Anfang dieses Beitrages habe ich dir von 31 Tagen erzählt, die das gesamte BabySteps Beginner Programm von Marla Cilley umfasst. Ich habe hier jetzt aber nur neun BabySteps erklärt. Und genau deshalb empfehle ich dir das 31-Tage-Programm auch nicht, denn wenn man mal alles runterbricht, sind eigentlich nur neun BabySteps wirklich relevant. Der Rest ist überflüssiger Schnickschnack (z.B. Abonniere das FlyLady Mailing, Werde Mitglied in der FlyLady Facebook Gruppe etc.) oder es handelt es sich um offensichtliche Selfcare-Praktiken wie „Gönn dir genügend Schlaf“, „Nimm dir Auszeiten“ oder „Belohne dich selbst“. Ich lasse diese Sachen weg weil ich der Meinung bin, dass Menschen, die sich mit Minimalismus beschäftigen, sowas so oder so machen.

Ein Punkt, bei dem ich aber wieder voll und ganz bei Marla Cilley bin: Die BabySteps machen zwar einzeln jeder für sich Sinn, sind aber am effektvollsten, wenn man sie klug miteinander verbindet und als Routinen anwendet. Und das könnte beispielsweise so aussehen (bzw. exakt SO sieht es bei mir aus):

Morgenroutine

  • Aufstehen, Anziehen, ins Bad gehen, Zähne putzen und Head to Shoes (oder Schlappen) fertigmachen.
  • Swish & Swipe im Badezimmer (direkt nach dem Zähneputzen)
  • Swish & Swipe in der Toilette (direkt nach dem ersten Toilettenbesuch)
  • Betten machen
  • Wäsche checken
  • Spülmaschine checken
  • zwei Minuten Hotspot-Reinigung

Abendroutine

  • Tagesfokus (erkläre ich im nächsten Beitrag)
  • Zonenreinigung (erkläre ich im übernachsten Beitrag)
  • Kleidung für den nächsten Tag rauslegen
  • Essen, Notebook etc. vorbereiten (falls am nächsten Tag Bürotag)
  • Shine your Sink – Küche sauber machen, bevor es ins Bett geht
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Photo by Andrea Piacquadio on Pexels.com

Kleine Routinen – große Wirkung

Die Kombination aus BabySteps und Routinen ist eine extrem kraftvolle Basis, um den Haushalt langfristig gut im Griff zu haben. Wenn du noch gar keine Erfahrung mit Routinen hast, empfehle ich dir, zunächst mal mit der Morgenroutine anzufangen und dir diese in Fleisch und Blut übergehen zu lassen. Du brauchst dafür auch gar nicht so viel Zeit, wie du vielleicht denkst. Nach dem Anziehen, Zähne putzen und fertigmachen benötige ich in der Regel nicht länger als 15 Minuten für die übrigen Routineaufgaben. Der Effekt ist aber riesig: Weil ich die wichtigsten Dinge bereits vor der Arbeit erledigte habe, starte ich motiviert und mit einem freien Kopf in den Tag. Ausserdem ist meine Wohnung bereits vor der Arbeit so vorzeigbar, dass ich jederzeit ungeplant Besuch empfangen kann.

Im Übrigen musst du diese Routinen (plus die folgenden Dinge – Tagesfokus & Zonenreinigung) auch keinesfalls zwingend alleine ausführen. Damit das System nachhaltig funktioniert, bindest du im Idealfall – sofern vorhanden – Partner und/oder Familie mit ein. Auch sie sollten das System verstehen und bestenfalls daran mitarbeiten. Ich habe mir dafür eine Liste zum Abhaken erstellt, die gut sichtbar am Kühlschrank hängt. Sie enthält zum einen die täglichen BabyStep-Routineaufgaben zum abkaken, zum anderen die Tagesfokusaufgaben pro Wochentag und die Aufgaben der Zonenreinigung für die jeweilige Woche. Das Aushängen dieser Liste hat gleich zwei Vorteile: Zum einen ist für meinen Mann klar erkennbar, was alles ansteht und zum Anderen bestehen die einzelnen Aufgaben aus so kleinen und kurzen Häppchen, dass die Hemmschwelle gar nicht mehr so groß ist, irgendwas davon zu erledigen.

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Photo by Darius Bright on Pexels.com

Bonus Bonus Bonus

Das Aushängen einer Liste zum Abhaken bringt übrigens noch einen weiteren Bonus mit sich. Statistiken haben erwiesen, dass es auch heutzutage noch immer fast ausschließlich die Frauen sind, die sich um den Großteil der Hausarbeit und um die anfallende Care-Arbeit kümmern. Dabei spielt es auch keine Rolle, wie die Familie zusammengestellt ist. Selbst in Beziehungen, in denen beide Partner in Vollzeit arbeiten, tragen Frauen noch immer oft die Hauptverantwortung. Und zwar nicht nur für den Haushalt, sondern auch für Mahlzeitenplanung, Einkäufe, Organisieren von Feiern, Besorgen von Geschenken, Überwachung von Terminen, Kinderbetreuung und Co. Falls dich das Thema genauer interessiert, kann ich dir sehr das folgende Buch empfehlen: Raus aus der Mental Load Falle – Wie gerechte Arbeitsteilung in der Familie gelingt*

Eine ausgehängte Liste mit allen Aufgaben die im Laufe der Woche anstehen kann sehr hilfreich sein, gegen den Mental Load anzukämpfen und die Verteilung der Haus- & Care-Arbeit zu Gunsten der Frauen zu verschieben. Sie macht nämlich all die Arbeiten sichtbar, die sonst im verborgenen nebenei erledigt werden. Und ich sag mal so: So mancher Mann wird angesichts einer solchen Liste erstmal schlucken. Und anschließend mit (hoffentlich) schlechtem Gewissen doch mal den Staubwedel und den Putzlappen schwingen.


Probier dich bis zu meinem nächsten Beitrag gerne mal an den BabySteps und den Routinen aus. Es ist wirklich wichtig, ein Gefühl dafür zu bekommen. Fast noch wichtiger ist aber die Wiederholung an sich. Wenn du mit der gesamten Routine noch nicht klar kommst, pick dir einfach die Aufgaben raus, die kein Problem für dich sind. Z.B. jeden Tag das Bett zu machen. Alleine das wird bereits einen riesigen Unterschied machen. Im nächsten Beitrag erkläre ich dir dann die Tagefokusaufgaben und ganz besonders auch, was es mit dem „Weekly Home Blessing“ auf sich hat.

Bis dahin: Viel Spaß beim ausprobieren. Und wenn du Fragen hast, schreib sie mir gerne in die Kommentare (oder per Mail an mail@minime.life).

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4 Gedanken zu „Haushalt führen mit der FlyLady Methode – Teil 2: Die BabySteps“
  1. An sich ein schöner herunter gebrochener Beitrag der Babysteps. Und anziehen direkt nach dem Aufstehen geht bei mir nicht, da ich erst mal meinen Sport am Morgen mache und meine Morgenroutine nach Miracle Morning angepasst habe.

    1. Hi Nicole, na ist doch super! Miracle Morning habe ich auch mal versucht, aber irgendwie ist das nix für mich^^ Wenns für dich gut funktioniert – perfekt! Go for it! Jede Routine ist besser als keine Routine ;)

  2. Hallo, ich finde den Artikel im Prinzip sehr gut.
    Ich muss leider auf etwas Aufmerksam machen, in der Überschrift von Punkt 6. hat sich ein Fehler eingeschlichen …Abends Kleidung für den Vortag herauslegen…
    Im Text steht es richtig … für den nächsten Tag.
    Das dazu…
    Und jetzt meine Persönliche Meinung zu … bevor man alles andere macht erst Mal komplett anziehen. Ich weiß, ich bin noch neu aber ich habe es jetzt bereits ein paar Tage ausprobiert.
    Ich bin leider ein Kleckermeister und deshalb würde ich das Oberflächen reinigen und sich selbst fertig machen kombinieren.
    Also zuerst auf die Toilette gehen, nach dem Händewaschen die Toilettenoberflächen reinigen und Reinigungsmittel in die Toilette kippen. Etwas einwirken lassen. Danach (Mit Duschen: Duschen und direkt nach dem Abtrocknen und Unterwäsche anziehen, die Dusche Oberflächen Reinigung durchführen) Dann Zähne Putzen und alles was man am Waschbecken macht, danach direkt Waschbecken reinigen, dann den Rest im Bad Oberflächen und die Toilette mit der Klobürste putzen, und danach anziehen. Dann sind die Sachen auch nicht voll geschwitzt. Dann zur Küche oder Wäsche.

    Das ist natürlich nur meine persönliche Meinung.
    Viele Grüße

    Kleckermeisterin

    1. Hallöchen meine Liebe, danke für den Hinweos mit dem Fehler im Text. Ist mir tatsächlich nicht aufgefallen. Werde das bei Gelegenheit ändern.
      Zum Thema anziehen und fertig machen: Wenn es mit deinem Beispiel für dich besser funktioniert und du dich damit wohler fühlst: Go for it! :)

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