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woman holding laundry basket

Wie die FlyLady Methode funktioniert (und warum sie so gut funktioniert), habe ich in zahlreichen Beiträgen bereits erklärt. Eine Frage, die dabei immer wieder aufgekommen ist: Wie lässt sich das Ganze in den Familienalltag und in eine Partnerschaft integrieren? In dem heutigen Artikel möchte ich darauf genauer eingehen. Und ich gebe Tipps, wie du deine Familie und deinen Partner an die FlyLady heranführen kannst.

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Mitgehangen, mitgefangen

Ich bewundere ja alle Haushalte, die ohne jegliche Planung zusammen leben und bei denen das hervorragend funktioniert. In der Regel tut es das nämlich nicht. In fast jedem Haushalt – egal ob Familie, Wohngemeinschaft oder Paarhaushalt – gibt es meist eine Person, die die Hand auf sämtlichen Haushaltsaufgaben hat. Diese Person schmeisst nicht nur den Großteil des Haushalts mit sämtlichen Putz- und Aufräumarbeiten, sondern plant die Mahlzeiten und Einkäufe, hat Termine und sonstige To-Do´s im Kopf und weiß genau, welche Aufgaben sie an wen deligieren muss. Beziehungsweise kann.

In den allermeisten Familien und Paarhaushalten ist die Person, die all diese Planungsaufgaben inne hat, die Frau. Beziehungsweise die Person, die den „weiblichen Part“ verkörpert. Das hat historische Gründe und wenn du dir mal anschaust, wie eine traditionelle Familie früher ausgesehen hat, dann wird auch schnell klar, warum. Die Frau war mit den Kindern zuhause, der Mann ist arbeiten gegangen und hat das Haushaltseinkommen verdient. Mittlerweile haben sich die Zeiten aber geändert und die alten Rollenbilder sind mit den heutigen Lebensumständen nicht mehr vereinbar. Schließlich hat der Großteil der Frauen mittlerweile selbst Arbeit und kaum eine Familie kann es sich noch leisten, dass nur ein Teil alleine das Geld verdient. Hier ist es nur fair, wenn auch der Haushalt gerecht aufgeteilt wird.

family making breakfast in the kitchen
Photo by August de Richelieu on Pexels.com

Missstände ansprechen und Aufgaben aufteilen

Wenn es also auch bei dir so ist, dass der Großteil der Haushalts- & Care-Arbeit fast nur bei dir liegt (und dich das stört!), dann solltest du deiner Familie, bzw. deinen Mitbewohnern, dringend klar machen, dass das so nicht mehr geht. Andernfalls läufst du Gefahr, im Mental Load zu versinken (hierzu empfehle ich übrigens dieses tolle Buch: Raus aus der Mental Load Falle – Amazon Affiliate Link). Jedes Haushaltsmitglied sollte zur Bewältigung der täglichen Haushaltsaufgaben beitragen. Natürlich im Rahmen seiner persönlichen Möglichkeiten und fair aufgeteilt. Und auch die eigenen Vorlieben sollten dabei beachtet werden.

Am Besten gehst du dabei so vor, dass du dir zuerst gemeinsam mit allen Mitgliedern deines Haushalts einen Überblick darüber verschafft, was es bei euch zu tun gibt. Schreibt dabei gemeinsam alles auf. Jede noch so kleine Aufgabe. Auch die Dinge, die unregelmäßig erledigt werden müssen. Und vor allem auch Aufgaben, die so direkt nicht sichtbar sind und mit Planung zu tun haben. Beispielsweise Geburtstage, Events, Ausflüge und ähnliches. Als Vorlage / Gedankenstütze kannst du gerne meine Vorlage für den FlyLady Putzplan verwenden. Diesen kannst du dir kostenlos in meiner Rubrik „Freebies“ herunterladen und an die Bedürfnisse deines Haushalts anpassen.

Wenn alle Aufgaben erfasst sind, verteilt ihr die zugehörigen Zuständigkeiten. Beachtet dabei unbedingt auch persönliche Vorlieben. Der eine räumt lieber die Spülmaschine aus, der andere macht lieber die Wäsche? Du hast eure Buchhaltung im Griff, dein Partner kocht gerne und mag es, einkaufen zu gehen? Perfekt – haltet das fest und legt dann schriftlich fest, wer in Zukunft was macht und wofür verantwortlich ist.

photo of people using laptop
Photo by Canva Studio on Pexels.com

Zuständigkeiten einhalten und Einmischung vermeiden

Wenn die Aufgaben erfasst und die Zuständigkeiten geklärt sind, ist zwar ein großer Schritt getan, aber das Wichtigste kommt er noch. Die Zuständigkeiten müssen nicht nur eingehalten werden, sondern Einmischungen müssen unbedingt auch tabu bleiben. Im Alltag ist das oft leichter gesagt als getan. Ganz besonders, wenn es um so Dinge wie Putzen und Aufräumen geht. Hier gehen die Ansichten darüber, was ordentlich und sauber ist, oftmals ziemlich weit auseinander. In diesem Fall ist „Aushalten“ angesagt.

Ein wichtiger Baustein der FlyLady Methode ist es ja, dass nichts perfekt sein muss. Das musst du lernen. Und alle anderen Haushaltsmitglieder auch. Wenn dein Partner in Zukunft dafür zuständig ist, die Wäsche zusammen zu legen, dann lass ihn das so machen, wie er das macht. Entspricht es am Ende nicht deinen persönlichen Vorstellungen, halte es aus und versuche nicht, irgendwas zu korrigieren. Wenn es dich extrem stört, dann sprich es an. Aber gehe nicht selbst dran und mach alles nochmal neu. Andernfalls reisst du wieder alles mögliche an dich und die ganzen Bemühungen waren umsonst.

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Photo by Nataliya Vaitkevich on Pexels.com

Veränderungen? Ja bitte!

Verabschiede dich außerdem von dem Gedanken, dass alle festgelegten Zuständigkeiten, Aufgaben und Pläne für alle Ewigkeiten in Stein gemeißelt sind. Nur weil ihr gemeinsam einige Dinge festgelegt und – bestenfalls – schriftlich festgehalten habt, bedeutet das nicht, dass diese Festlegungen für immer so sein müssen. Wenn ihr merkt, dass irgendwas nicht funktioniert, irgendeine Aufteilung immer noch nicht fair ist oder sich sonst irgendwas ändert, ändert auch eure Pläne. Familien entwickeln sich weiter. Haushalte entwickeln sich weiter. Aufgaben sind im ständigen Wandel. Berücksichtige das und bleib flexibel.

Meine Familie macht da aber sicher nicht mit

Zugegeben, wenn man es das erste Mal anspricht, dass man innerhalb der Familie und dem Haushalt einiges ändern will, stößt das zunächst meist auf wenig Gegenliebe. Schließlich sollen andere plötzlich sehr viel mehr übernehmen als bisher und auf einmal auch alleine Verantwortung für bestimmte Bereiche tragen. Überfordere deine Lieben deshalb nicht und gehe es langsam an.

Wenn du dir ganz sicher bist, dass das Ganze bei dir überhaupt nicht funktioniert, musst du eventuell ein bisschen radikaler vorgehen. Schreib dir dazu doch einfach mal ein bis zwei Wochen alles auf, was du innerhalb deiner Familie tust. Wirklich alles. Auch sämtliche Denk- und Planungsarbeit, die man so auf den ersten Blick nicht sieht. Stoppe dabei ruhig die Zeit und schreib mit auf, wie lange du für die einzelnen Aufgaben gebraucht hast. Du wirst überrascht sein, wie viel da am Ende zusammen kommen wird. Und du hast eine prima Argumentationsgrundlage in der Hinterhand, warum sich dringend was ändern muss.

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Funktioniert auch das nicht? Dann könntest du im radikalsten Schritt einfach mal in den Streik gehen und für ein bis zwei Wochen gar nichts mehr machen. Keine Wäsche waschen (ausser deiner eigenen), nichts aufräumen, keinen Müll rausbringen, keine Mahlzeiten und keinen Einkauf planen, sämtiche anstehenden Events ignoriere usw.! Das erfordert zwar richtig ziemlich viel Selbstbeherrschung, hat aber auch so manchem Familienmitglied schon die Augen geöffnet.

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Photo by Ann H on Pexels.com

Last but not least: Cool bleiben

Der wichtigste Rat ist aber definitiv „Cool bleiben“. Veränderungen etablieren sich in der Regel nur selten von einem Tag auf den anderen. Gib dir und deinem Umfeld Zeit. Wachst gemeinsam in die neue Art hinein, wie der Haushalt künftig geführt werden soll. Und wenn es mal holprig sein sollte und gewisse Dinge gar nicht (oder noch nicht) klappen, achtet darauf, das Ganze nicht in Streit ausarten zu lassen. Hier hilft das Mantra „Es muss nich perfekt sein“! Sag dir das immer und immer wieder.

Ich wünsche dir viel Glück dabei und in Zukunft einen hoffentlich entspannten Haushalt mit deinen Lieben.

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