crop woman dusting lamp during housework
Haushalt

FlyLady damals, mein Haushalt heute: So habe ich meinen Weg gefunden

Im April 2022 habe ich die bisher umfangreichste und längste Reihe an Blogposts hier auf dem Blog begonnen: Meine FlyLady Beiträge. Angefangen mit der Übersicht, was die FlyLady Methode überhaupt ist, folgten nach und nach tiefergehende Beiträge zu den einzelnen Bestandteilen. Ich hab erklärt, wie die Babysteps funktionieren, was es mit dem Tagesfokus auf sich hat, was die Zonenreinigung ist, habe Praxisbeispiele gegeben, einen gratis Putzplan erstellt und als Vorlage zur Verfügung gestellt und anschließend über mehrere Wochen ein Mitmach-Projekt angeboten.

materials on a gray surface with a potted plant
Photo by RDNE Stock project on Pexels.com

Jetzt, zu Beginn des neuen Jahres, erleben diese FlyLady‑Beiträge wieder deutlich mehr Aufmerksamkeit. Und das ist wenig überraschend: Getreu dem Motto „New Year – New Me“ stehen neue Routinen – besonders im Haushalt – gerade hoch im Kurs.

Und bitte jetzt nicht falsch verstehen: Ich freue mich über jede Person, die auf der Suche nach Erleichterung im Alltag über meine FlyLady‑Beiträge stolpert. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass die Methode für viele Menschen sehr gut funktionieren kann. Aber – und da möchte ich an dieser Stelle ehrlich sein – ich selbst führe meinen Haushalt inzwischen nicht mehr nach der FlyLady‑Methode.

Wenn Routine in Stress ausartet

Ich bin ein Mensch, der Dinge gerne ganz oder gar nicht macht. Wenn ich mir einen Plan erstelle, halte ich mich daran. Akribisch. Fast zwanghaft arbeite ich Punkt für Punkt ab. Und wenn ich etwas von der To‑do‑Liste nicht schaffe, fühlt es sich für mich an, als hätte ich komplett versagt. Ein einzelner nicht abgehakter Punkt bekommt dann mehr Gewicht als alles, was ich bereits geschafft habe. Das Erledigte wird bedeutungslos, das vermeintliche Versagen überlagert alles andere. Gesund ist das natürlich nicht und deshalb ist mir irgendwann klar geworden, dass mich dieses starre Plan auf Dauer kaputt machen wird.

Vom „Alles oder Nichts“ zu kleinen Routinen

Ganz aufgegeben habe ich die FlyLady-Methode trotzdem lange Zeit nicht. Tatsächlich habe ich zwischendurch immer wieder damit angefangen – ganz ohne Routinen bin ich nämlich irgendwie auch nicht klar gekommen. Ich sagte ja schon: „Ganz oder gar nicht„. Irgendwann habe ich mir dann aber doch eingestehen müssen, dass mich die starren Vorgaben und das strikte Abarbeiten mehr gestresst als entlastet haben. Ich wollte einen Plan, der mir wirklich hilft, statt mich zu kontrollieren.

woman holding a pink towel standing in front of a mirror
Photo by SHVETS production on Pexels.com

Mein Haushalt heute

Heute sieht mein Haushalt anders aus. Ich habe kleine tägliche Routinen etabliert, die mich unterstützen, aber keinen Druck erzeugen:

  • morgens das Bett machen, einmal durchlüften und fünf Minuten aufräumen – egal was (mit Timer!)
  • einmal täglich die Toilette checken und putzen (wenn nötig).
  • einmal am Tag die Wäsche erledigen (wenn grad was anfällt, sonst nicht)
  • ein fester Tag in der Woche für den Wocheneinkauf
  • jeden Nachmittag noch einmal fünf Minuten mit Timer aufräumen.
  • Bei kleinen Dingen die 1 Minuten Regel anwenden

Die Routine ist klein, überschaubar und flexibel. Und sie deckt trotzdem überraschend viele Bereiche ab. Mit der 1 Minuten Regel schaffe ich es, sehr viel weniger Unordnung zu produzieren als früher. In Kombination mit dem konzentrierten Aufräumen für 5 Minuten zweimal am Tag bleibt meine Wohnung auch sehr viel ordentlicher. Und wo Ordnung herrscht, fällt es – zumindest mir – sehr viel leichter, alles auch sauber zu halten. Über einen aufgeräumten Esstisch ist schnell drüber gewischt. Ein aufgeräumtes Sideboard ist schnell abgestaubt. Und wenn es weniger Dinge zum aufräumen gibt, habe ich auch die nötige Energie übrig, um mal schnell durch zu saugen, Böden zu wischen oder mir ein paar Minuten zu nehmen und eine Schublade zu entrümpeln.

Aushalten lernen: Es muss nicht alles perfekt sein

Und das Wichtigste: ich habe gelernt, auch mal Dinge auszuhalten. Wenn mein Mann die Wäsche erledigt und die Handtücher nicht so ordentlich faltet, wie ich es normal mache, ist das jetzt okay. Oder wenn er die Bettdecken nicht so glatt streicht, wie ich das tue. Oder den Kühlschrank anders einräumt. Die Kissen auf dem Sofa anders drapiert. Das klingt banal, aber es entlastet enorm – sowohl mental als auch praktisch. Besonders auch, wenn Besuch ansteht. Ich habe für mich akzeptiert, dass Besuch MEINETWEGEN zu mir nach Hause kommt. Nicht, um meine Wohnung zu kontrollieren, um zu schauen, ob meine Schränke perfekt aufgeräumt sind oder ob noch Post auf meinem Schreibtisch liegt. Wenn ich keine fremden Wohnungen scanne um mögliche Fehler zu finden, tun das andere Menschen auch nicht. Und wenn doch, dann ist es ihr Problem und nicht meines.

relaxed woman enjoying coffee in bright kitchen
Photo by Belu Montero on Pexels.com

Mein Fazit + Tipp für dich, wenn du grade nach Haushaltroutinen suchst

Für mich ist heute klar: Routinen sind kein Maßstab für „perfekten Haushalt“ oder „ideale Ordnung“. Sie sind Hilfsmittel, die den Alltag erleichtern sollen – und genau das tun sie, wenn ich sie flexibel und stressfrei einsetze. FlyLady hat mir damals gezeigt, wie kleine Schritte große Wirkung entfalten können, und diese Grundidee nehme ich immer noch mit. Alles andere – die starren Regeln und die minutiösen Pläne – habe ich hinter mir gelassen. Und das ist völlig in Ordnung.

Vielleicht bist du gerade selbst auf der Suche nach Routinen, die zu deinem Leben passen. Dann darfst du dir Inspiration holen, ausprobieren, anpassen – oder es auch wieder sein lassen. Es gibt kein richtig oder falsch, nur Wege, die funktionieren oder nicht. Am Ende zählt nur eins:

Haushalt soll Leben erleichtern, nicht belasten.


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Food- & Lifestyleblogger mit Leidenschaft für Minimalismus, Achtsamkeit und Umweltschutz.

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