Eine Frau staubt die Oberfläche eines Sideboards ab

FlyLady Teil 4: Die Zonenreinigung – so bleibt dein Zuhause dauerhaft sauber

Nachdem wir uns in den ersten Teilen der FlyLady-Serie mit den Routinen und dem Tagesfokus beschäftigt haben, kommt jetzt ein weiterer wichtiger Baustein des Systems: die Zonenreinigung.

Die täglichen Routinen sorgen für Grundordnung. Der Tagesfokus kümmert sich um die regelmäßig anfallenden Aufgaben im Haushalt. Aber was ist mit all den Dingen, die oft monatelang liegen bleiben? Fenster putzen, Sockelleisten reinigen, Schränke auswischen, den Backofen säubern oder Spinnweben entfernen? Genau dafür gibt es die Zonenreinigung.

Wenn du die vorherigen Teile noch nicht gelesen hast, empfehle ich dir die folgende Reihenfolge.

  1. FlyLady einfach erklärt
  2. Die Baby Steps
  3. Der Tagesfokus
  4. Die Zonenreinigung (dieser Artikel)
  5. FlyLady in der Praxis: Zeitaufwand und Beispiele
  6. FlyLady-Putzplan-Vorlage
  7. Häufige Fragen zu FlyLady
  8. Mein Zwischenfazit nach 7 Monaten
  9. FlyLady in der Partnerschaft
  10. Mein heutiger Weg mit FlyLady

Wichtig: Wenn du FlyLady noch gar nicht kennst, lies hier auf jeden Fall zuerst die ersten drei Artikel komplett durch. Danach fällt es deutlich leichter, die Zonenreinigung zu verstehen und sinnvoll umzusetzen.

Was ist die FlyLady-Zonenreinigung?

Die Grundidee ist einfach: Statt die ganze Wohnung auf einmal gründlich zu putzen, teilst du dein Zuhause in fünf Bereiche – sogenannte Zonen – auf. Jede Woche steht eine dieser Zonen im Mittelpunkt. Von Montag bis Freitag arbeitest du dort täglich für etwa 15 Minuten an Aufgaben, die im Alltag oft untergehen. Das können zum Beispiel sein:

  • Fenster putzen
  • Schrankfächer auswischen
  • Sockelleisten reinigen
  • Spinnweben entfernen
  • Polstermöbel absaugen
  • Backofen reinigen
  • Kühlschrank auswischen

Wichtig dabei: Du arbeitest nicht stundenlang. Du stellst jeden Tag einen Timer auf 15 Minuten und hörst auf, sobald die Zeit vorbei ist.

Genau dieser Ansatz macht die FlyLady-Methode für viele Menschen so alltagstauglich.

Das Ziel ist nicht Perfektion. Das Ziel ist, dass jeder Bereich deiner Wohnung regelmäßig Aufmerksamkeit bekommt.

Eine Frau sitzt am Tisch und hakt eine Liste ab, daneben eine Visualisierung der FlyLady Zonenreingiung, die erklärt, wie die Zonenreinigung funktioniert.

Warum die Zonenreinigung so gut funktioniert

Viele Menschen kennen das Problem: Die alltäglichen Aufgaben werden erledigt, aber die größeren Arbeiten werden immer wieder verschoben. Nicht weil man faul ist, sondern weil sie selten dringend erscheinen. Die Folge: Irgendwann steht ein großer Frühjahrsputz an oder man ärgert sich über Dinge, die schon viel zu lange liegen geblieben sind. Die Zonenreinigung verhindert genau das. Und durch die feste Aufteilung weißt du jederzeit:

  • welche Zone gerade dran ist
  • welche Aufgaben dort anstehen
  • wie viel Zeit du investieren möchtest

Du musst nicht jedes Mal neu überlegen, wo du anfangen sollst. Das spart Energie und reduziert den Mental Load, der bei vielen Haushaltsaufgaben entsteht.

So teilst du deine Wohnung in Zonen auf

Wie die einzelnen Zonen aussehen, hängt von deinem Zuhause ab. Es gibt keine perfekte Aufteilung. Wichtig ist nur, dass alle Bereiche deiner Wohnung berücksichtigt werden und die Arbeitsmenge ungefähr ausgeglichen ist.

Meine Zonen sehen zum Beispiel so aus:

  • 1. Zone: Eingang, Flur und Garderobe
  • 2. Zone: Badezimmer, Toilette, Büro
  • 3. Zone: Küche und Balkon
  • 4. Zone: Schlafzimmer und Gästezimmer
  • 5. Zone: Wohnzimmer und Treppenhaus

Kleinere Räume können problemlos zusammengefasst werden. Größere Räume dürfen auch eine eigene Zone bilden. Keller, Dachboden oder Abstellräume sind übrigens nicht zwingend Teil der Zonenreinigung. Solche Bereiche kannst du bei Bedarf separat angehen oder für den Anti-Prokrastinations-Tag einplanen.

Visualisierung eines Beispiels wie die Zonen bei der FlyLady Haushaltsmethode aufgeteilt werden können

Welche Aufgaben gehören in die Zonen?

Sobald du deine persönlichen Zonen festgelegt hast, überlegst du dir für jeden Bereich Aufgaben, die du nicht ohnehin jede Woche erledigst.

Typische Aufgaben sind beispielsweise:

  • Fenster putzen
  • Sockelleisten feucht abwischen
  • Schubladen aussortieren
  • Schränke auswischen
  • Schrankfronten reinigen
  • Spinnweben entfernen

Je nach Raum kommen dann noch weitere zusätzliche Aufgaben hinzu.

Badezimmer

  • Duschkopf entkalken
  • Badschränke auswischen
  • Fliesen gründlich reinigen
  • Silikonfugen kontrollieren

Küche

  • Backofen reinigen
  • Kühlschrank auswischen
  • Gefrierschrank abtauen
  • Vorräte überprüfen

Schlafzimmer

  • Kleiderschrank aussortieren
  • Nachttische aufräumen
  • Bettkasten reinigen

Wohnzimmer

  • Sofa absaugen
  • Regale auswischen
  • Schränke sortieren
  • Dekoration reinigen

Du musst diese Liste nicht an einem Tag schaffen. Die Aufgaben dienen lediglich als Orientierung für die nächsten Durchläufe.

Reichen 15 Minuten wirklich aus?

Das ist wahrscheinlich die häufigste Frage zur Zonenreinigung. Und ehrlich gesagt: Beim ersten Durchlauf fühlt es sich oft nicht so an. Wenn sich über Monate oder Jahre Aufgaben angesammelt haben, wirken 15 Minuten verschwindend wenig, aber genau hier liegt die Stärke des Systems. 15 Minuten pro Tag bedeuten:

  • 75 Minuten pro Woche
  • rund 5 Stunden pro Monat
  • über 60 Stunden pro Jahr

Und das ohne Putzmarathon, ohne Stress und ohne komplette Wochenenden für den Haushalt zu opfern.

Bei den ersten Durchläufen wirst du vermutlich nur einen kleinen Teil deiner Liste schaffen. Das ist völlig normal. Mit jeder Wiederholung werden die Aufgaben aber einfacher und schneller erledigt. Fenster sind nicht mehr stark verschmutzt, Schränke müssen nicht mehr komplett ausgeräumt werden und den Gefrierschrank abzutauen reicht ohnehin alle paar Monate mal.

Was passiert, wenn ich nicht fertig werde?

Gar nichts. Das ist einer der wichtigsten Gedanken der FlyLady-Methode. Du musst eine Zone nicht vollständig abschließen und auch keine Aufgaben nachholen. Und vor allen Dingen musst du keine zusätzlichen Stunden investieren. Wenn etwas liegen bleibt, dann kommt es einfach beim nächsten Zonendurchlauf wieder dran.

Da jede Zone alle fünf Wochen erneut an der Reihe ist, gehen Aufgaben nicht verloren. Sie werden lediglich verschoben. Das nimmt viel Druck aus dem Haushalt und macht es deutlich leichter, langfristig dranzubleiben.

Mein Tipp: Arbeite mit einer Checkliste

Gerade am Anfang kann es schwierig sein, den Überblick über Routinen, Tagesfokus und Zonenreinigung zu behalten. Mir hat dabei ein fester FlyLady-Putzplan enorm geholfen. Darin sind alle wichtigen Bereiche übersichtlich zusammengefasst:

  • tägliche Routinen
  • Tagesfokus
  • die fünf Zonen
  • wiederkehrende Aufgaben

Dadurch muss ich nicht überlegen, was als Nächstes ansteht. Ich arbeite die Liste einfach Schritt für Schritt ab.

Wenn du dir die Planung erleichtern möchtest, findest du in meinem Etsy-Shop einen passenden FlyLady-Putzplan zum Ausdrucken. Den kannst du immer und immer wieder verwenden.

Fazit: Kleine Schritte statt großer Putzaktionen

Die Zonenreinigung ist der Teil des FlyLady-Systems, der dafür sorgt, dass auch die weniger offensichtlichen Aufgaben regelmäßig erledigt werden. Statt einmal im Jahr einen großen Frühjahrsputz zu veranstalten, verteilst du die Arbeit auf viele kleine Einheiten.

Die täglichen Routinen sorgen für Ordnung.

Der Tagesfokus kümmert sich um die regelmäßig anfallenden Aufgaben.

Die Zonenreinigung geht in die Tiefe.

Und genau dieses Zusammenspiel macht das FlyLady-System für viele Menschen so effektiv. Nicht weil dadurch alles perfekt wird. Sondern weil dein Zuhause Stück für Stück gepflegt bleibt, ohne dass der Haushalt dein ganzes Leben bestimmt.


Hier gehts weiter mit Teil 5 der Fly-Lady Reihe: FlyLady in der Praxis: Zeitaufwand und Beispiele


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11 Kommentare

  1. Hallo Monica
    ich finde das Flyladysystem super, was die Routinen und das fokussieren auf eine Zone pro Woche angeht. Allerdings ist es mir schleierhaft wie man in der Küche z.B. seinen Kühlschrank in 15 min abtauen und grundreinigen soll. Bei mir dauert auch in anderen Zonen das gründliche Saubermachen länger. Vielleicht mache ich es dann auch zu gründlich:-)…. oder ich habs alles länger nicht gemacht und deshalb dauert es länger… ? Viele Grüße, Monica.

  2. Ich hab das System nicht ganz durchblickt. Erstens: wann macht man denn Dusche, Klo, Waschbecken usw richtig sauber? Wenn ich das nur in die Zonenreinigung packe, ja nur einmal im Monat?
    Und zweitens: Bügeln. Klar kann ich das in den Procrastination Day packen. Ich hab aber einn HWR, Gartenschuppen, Garage und Keller, die ich ja auch nur an diesen Tagen (in 15 Minuten) aufräumen soll. Und für echte aufgeschobene Aufgaben (Birne wechseln, Ablage im Büro, Hundesachen ausmisten, …). Wie passt das denn alles rein?
    Vielleicht hab ich auch nur einen Denkfehler.

    1. Hi Melani, danke für deinen Kommentar. Zum Thema Dusche, Waschbecken & Toilette: Diese Dinge reinigst du ja mit den täglichen Routinen permanent. Es wird also alles gar nicht so schmutzig, so dass die Zonenreinigung alle fünf Wochen reicht. In der Zonenreinigung machst du dann auch eher so Dinge wie die Fugen mal gründlich schrubben, Staub auf / unter Schränken wischen etc. Was das Bügeln anbelangt: Ich bügele zum Beispiel grundsätzlich gar nicht. Wenn du das regelmäßig machst, dann dann pack es in deine Routinen mit rein. Ich sag’s gerne immer wieder: FlyLady ist kein starres System. Das Ganze gibt dir einen groben Rahmen vor, aber du musst die Methode an dich und deinen Haushalt noch individuell anpassen. Probier einfach aus, was und wie es für dich funktioniert. Kann gut sein, dass du dafür einige Anläufe brauchst und immer wieder mal was anpassen musst, aber das ist nicht schlimm. Ich drück dir die Daumen, dass du die passende Herandgehensweise für dich findest :) Und nicht vergessen: Mit jeder Woche und mit jedem ausgemisteten Gegenstand wird’s weniger und einfach

  3. Hallo Moni,
    ich bin echt über die Praxisbeispiele und Deinen Putzplan gespannt.
    Auch wenn ich die Methode sehr interessant finde und es jetzt anfange, habe ich dass Gefühl, wenn ich alles zusammenzähle, dass ich nur noch am Putzen sein werde und bin nicht sicher, wie ich es mit Vollzeit Job und Hobbys (diese habe ich nicht nur am Wochenende) vereinbaren kann.
    Gibt es auch Tipps von FlyLady dazu, wie man einen speziellen Raum, der voller verschiedenen unsortierten Kram und Papiere ist, sortiert und aufräumt (mein Arbeitszimmer, wo alles landet, was ich nicht gleich schön sortiere und aufräume und wo sich alle mögliche Papiere stapeln !)? Soll ich das an den Anti-Proskrastinationstag vorsehen?
    Danke im Voraus und viele liebe Grüße

    1. Es gibt tatsächlich Tipps von der FlyLady für spezielle Chaos-Räume… Sie hat die 5 Minuten Raum Rettung, in der man 5 Minuten täglich in einem bestimmten Raum aufräumt. So lange bis dort eben alles erledigt ist. Ausserdem hat sie ein /zwei Methoden zum schnell Ausmisten. Mich haben die Methoden allerdings bisher noch nicht so ganz überzeugt. Ich kann sie aber gerne in einem extra Beitrag auch nochmal vorstellen. Vielleicht sind sie ja für den ein oder anderen ganz hilfreich. Ich selbst nutze meist den Anti-Prokrastiantions-Tag für solche Sachen. Dauert dann zwar länger, bis so ein Raum fertig ist, aber das finde ich nicht schlimm.

      Was die Sache mit dem Gefühl anbelangt, dass man nur noch am Putzen sein wird: Das ist tatsächlich so. Also, dass es sich so anfühlt. Bei mir war das am Anfang auch so. Die gute Nachricht: Es fühlt sich zwar so an, ist es aber in der Praxis gar nicht. Wenn ich alles zusammenrechne, benötige ich für meinen Haushalt nicht mehr Zeit als früher auch schon. Ich schaffe aber viel mehr. Und auch Dinge, die ich früher nur unregelmässig gemacht habe. Ich habe sogar mittlerweile gefühlt viel mehr Freizeit als vorher. Das ist besonders dann prima, wenn die Gartensaison wieder losgeht. Ich hab ja meinen Schrebergarten und früher war das immer ein riesiger Spagat zwischen Vollzeitjob, Haushalt, Schrebergarten, Familie & Freunden und dem Blog. Mittlerweile läuft das alles easy zusammen. Der Haushalt erledigt sich täglich fast schon nebenbei und ich kann Abends mit gutem Gewissen in den Schrebergarten gehen, mich mit Freunden treffen, mit meinem Mann auf dem Sofa Netflixen oder an meinem Blog arbeiten. Und das komplett ohne irgendwelche Dinge im Kopf zu haben, die ich noch erledigen muss.

    1. Hallo Petra,
      ich habe seit Jahren das Problem gelöst. Ich bügle so gut wie nichts mehr. Wenn man die Wäsche nicht so stark schleudert und sie schön aufhängt (draußen ist noch besser, wenn es geht) und sauber zusammenfaltet dann ist es kaum zerknittert und kann auch einfach so getragen werden. Nach ein paar Minuten tragen, bilden sich sowieso immer irgendwelche Falten. Ich bügle fast nur noch Kleider aus Leinen, wenn es nötig ist. Ansonsten gar nicht. Meine Mutter habe ich auch von meiner „Methode“ überzeugt! Probier mal, das spart viel Zeit. Das ist Minimalismus pur ;-)

      1. Dem kann ich mich übrigens anschließen: Ich bügle grundsätzlich gar nicht mehr. Ich hab zwar noch ein Bügeleisen, aber das steht irgendwo im Abstellraum in einem Schrank und wird maximal rausgeholt, wenn wir zu einer größeren Feier eingeladen sind und mal eine Hose oder ein Kleid gebügelt werden muss. Ansonsten wird bei mir nichts gebügelt. Ich hänge meine Wäsche direkt nach dem Waschen auf den Wäscheständer (natürlich am liebstens ins Freie) und Shirts und Pullies werden bei mir nicht mehr zusammengelegt, sondern hängen auf Bügeln im Schrank. Knitterig sind unsere Klamotten eigentlich nie.

    2. Hallo Moni,
      wenn man das Wochenende ausspart, einen Tag für Homeblessing rechnet, bleiben
      noch 4 Tage für die Zonen –
      Reinigung, ist die’s korrekt?

      Liebe Grüße
      Anne

      1. Hi Anette, also eigentlich sind es 5 Tage für die Zonenreinigung. Die macht man ja nur 15 Minuten täglich – deshalb kommt die Montag beim Home Blessing noch on Top. Aber ich persönlich finde das nicht schlimm, denn an dem Tag kann man ja gewisse Aufgaben kombinieren. Wenn ich z.B.am Montag im Rahmen des Home Blessing eh schon staubsauge, dann sauge ich in dem einen Zimmer, das in der zonenreingung dran ist, einfach entsprechend gründlicher. Als auch in den Ecken, unter Schränken, entferne gleich Spinnweben an der Decke oder ähnliches. Dann habe ich die Zonenreingiung für diesen Tag gleich gemeinsam mit dem Home Blessing erledigt. Wenn dir das zu viel ist, kannst du aber auch Montags nur das Home Blessing machen und die Zonenreinigung auf die anderen vier Tage aufteilen. Wenn dir dann 15 Minuten pro Tag nicht reichen, kannst du die Zeit auch ein bisschen erhöhen. Zum Beispiel auf 20 Minuten pro Tag.

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