Eine Frau sitzt am schreibtisch - links ganz viele symbole von apps und social media plattformen, rechts aufgeräumt und ruhe

Digitales Entrümpeln: So schaffst du mehr Ordnung auf Smartphone, PC & Co.

Kennst du das Gefühl, dass du ständig irgendetwas suchst? Die Rechnung vom letzten Urlaub. Das Rezept, das du unbedingt ausprobieren wolltest. Das Foto vom Hund. Die E-Mail mit den Zugangsdaten für irgendeinen Online-Dienst. Eigentlich müsste alles irgendwo auf deinem Smartphone, deinem Computer oder in der Cloud gespeichert sein. Trotzdem findest du es nicht.

Während wir (hoffentlich) regelmäßig unsere Wohnungen aufräumen, Schränke ausmisten und uns von überflüssigen Dingen trennen, geraten unsere digitalen Bereiche oft völlig in Vergessenheit. Dabei sammeln sich auch dort mit der Zeit jede Menge Dinge an: Dateien, Fotos, Apps, Newsletter, Browser-Tabs und unzählige kleine digitale Baustellen. Die Folge ist nicht nur Unordnung auf unseren Geräten, sondern oft auch Frust, Ablenkung und das Gefühl, nie so richtig den Überblick zu haben.

Warum wir so sehr im digitalen Überfluss leben und warum es so schwer fällt, in diesem Bereich loszulassen, habe ich in diesem Artikel schonmal genauer beleuchtet: Digitaler Überfluss – Warum es so schwer ist, digital loszulassen. Warum es sich lohnt, hin und wieder digital zu entrümpeln und wie du das genau machst, erfährst du heute hier.

Was bedeutet digitales Entrümpeln überhaupt?

Beim digitalen Entrümpeln geht es darum, unnötigen Ballast aus deinem digitalen Alltag zu entfernen. Das können Dateien sein, die du längst nicht mehr brauchst. Apps, die du nie nutzt. Newsletter, die ungelesen im Papierkorb landen. Oder Fotos, die seit Jahren Speicherplatz belegen. Anders als beim klassischen Ausmisten entsteht digitales Chaos oft schleichend. Schließlich braucht eine zusätzliche Datei keinen Platz im Regal und eine neue App keinen Platz im Schrank. Trotzdem kostet digitaler Ballast etwas: Aufmerksamkeit, Zeit und Energie.

Infografik zum Thema "Digitales Chaos hat viele Gesichter"

Das E-Mail-Postfach entrümpeln

Für viele Menschen ist das E-Mail-Postfach einer der größten digitalen Chaosbereiche. Werbeanzeigen, Newsletter, Benachrichtigungen von Onlineshops und alte Nachrichten sammeln sich oft über Jahre hinweg an. Deshalb lohnt es sich, hier anzufangen.

  1. Melde dich von Newslettern ab, die du ohnehin nie liest.
  2. Lösche alte Werbemails
  3. Sortiere wichtige Nachrichten in Ordner ein.

Du musst nicht zwangsläufig auf Posteingang Null kommen. Schon deutlich weniger E-Mails können dafür sorgen, dass wichtige Nachrichten wieder sichtbar werden.

Apps aussortieren

Smartphones entwickeln sich schnell zu digitalen Kramschubladen. Eine App für dieses. Eine App für jenes. Und irgendwann hat man Dutzende Anwendungen installiert, die man seit Monaten nicht mehr geöffnet hat. Gehe deine Apps deshalb regelmäßig durch und stelle dir bei jeder einzelnen die Frage:

Nutze ich diese App wirklich noch?

Wenn die Antwort Nein lautet, darf sie gehen. Die meisten Apps lassen sich später ohnehin problemlos erneut installieren. Du musst also nichts aus Angst behalten, es irgendwann vielleicht doch noch zu brauchen.

Fotos und Screenshots reduzieren

Fotos gehören zu den Dingen, die sich besonders schnell ansammeln. Urlaub, Familienfeiern, Haustiere, Rezepte, Einkaufslisten, Screenshots von Webseiten, Erinnerungen, die man irgendwann später anschauen möchte. Aus einigen hundert Bildern werden schnell mehrere tausend. Deshalb lohnt es sich, hin und wieder aufzuräumen:

  • Doppelte Fotos löschen
  • Verwackelte Bilder entfernen
  • Misslungene Aufnahmen aussortieren
  • Nicht mehr benötigte Screenshots löschen

Du musst nicht jedes einzelne Bild kritisch hinterfragen. Oft reichen schon wenige Minuten, um mehrere hundert Dateien loszuwerden.

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Den Download-Ordner retten

Hand aufs Herz: Wann hast du zuletzt deinen Download-Ordner angeschaut? Für viele Menschen ist er die digitale Version der berühmten Schublade, in die einfach alles hineingeworfen wird. PDFs, Rechnungen, Bilder, Formulare, Installationsdateien und Dokumente liegen dort oft jahrelang ungeordnet herum.

Nimm dir etwas Zeit und sortiere wichtige Dateien an ihren endgültigen Speicherort. Alles andere darf gelöscht werden.

Eine einfache Ordnerstruktur schaffen

Ordnung bedeutet nicht, für jede Kleinigkeit fünf Unterordner anzulegen. Im Gegenteil. Je einfacher ein System ist, desto wahrscheinlicher wirst du es auch langfristig nutzen. Oft reichen wenige Hauptordner völlig aus:

  • Finanzen
  • Versicherungen
  • Arbeit
  • Familie
  • Fotos
  • Haus & Wohnung

Wichtig ist nicht Perfektion, sondern Wiederauffindbarkeit.

Browser-Tabs schließen

Digitale Unordnung entsteht nicht nur auf der Festplatte. Auch im Browser sammeln sich oft unzählige offene Tabs an. Viele davon öffnen wir mit dem Gedanken: „Das lese ich später.“ In Wirklichkeit bleiben sie oft wochenlang geöffnet. Und jeder offene Tab ist eine kleine Erinnerung an etwas, das wir noch erledigen, lesen oder anschauen wollten.

Deshalb gilt: Wenn etwas wirklich wichtig ist, speichere es bewusst ab. Alles andere darf geschlossen werden.

Cloud-Speicher aufräumen

Google Drive, Dropbox, OneDrive und ähnliche Dienste machen es unglaublich einfach, Dateien dauerhaft aufzubewahren. Genau deshalb sammelt sich dort mit der Zeit oft jede Menge Ballast an. Prüfe gelegentlich:

  • doppelte Dateien
  • veraltete Dokumente
  • abgeschlossene Projekte
  • unnötige Backups

Oft findet man dort Dinge, an die man seit Jahren nicht mehr gedacht hat.

Social Media entschlacken

Auch soziale Netzwerke können unübersichtlich werden. Vielleicht folgst du Menschen, deren Inhalte dich längst nicht mehr interessieren. Vielleicht bist du Mitglied in Gruppen, die du nie besuchst. Oder dein Feed besteht inzwischen hauptsächlich aus Werbung und Content, der dich eher stresst als inspiriert. Dann ist es Zeit für eine kleine Bereinigung.

Entfolge Accounts, die dir keinen Mehrwert mehr bieten. Verlasse Gruppen, die du nicht nutzt. Schalte Benachrichtigungen aus, die dich nur ablenken. Weniger Inhalte bedeuten oft mehr Ruhe.

Perfektion ist nicht das Ziel

Der größte Fehler beim digitalen Entrümpeln ist der Versuch, alles auf einmal erledigen zu wollen. Du musst nicht sämtliche Fotos sortieren, alle E-Mails bearbeiten und jeden Ordner neu strukturieren. Fang klein an. Vielleicht heute zehn Minuten im Posteingang. Morgen ein paar Apps löschen. Nächste Woche den Download-Ordner aufräumen. Viele kleine Schritte sind deutlich nachhaltiger als ein einziger großer Aufräummarathon.

Fazit: Weniger digitales Chaos, mehr Überblick

Digitales Entrümpeln schafft keinen freien Platz im Wohnzimmer. Dafür schafft es etwas anderes: Übersicht. Wenn Dateien, Fotos, Apps und E-Mails nicht mehr unkontrolliert wachsen, fällt es leichter, den Überblick zu behalten und wichtige Dinge schnell wiederzufinden. Und ganz nebenbei fühlt sich ein aufgeräumtes digitales Leben oft genauso befreiend an wie ein frisch ausgemisteter Kleiderschrank. Denn manchmal steckt das größte Chaos nicht im Keller, sondern auf dem Smartphone.

Wie sieht es bei dir aus?

Welcher Bereich ist bei dir aktuell die größte digitale Baustelle? Das E-Mail-Postfach, die Fotosammlung, der Download-Ordner oder doch die unzähligen offenen Browser-Tabs? Schreib es gerne in die Kommentare. Ich bin gespannt, wo sich bei dir der meiste digitale Ballast angesammelt hat.

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10 Kommentare

  1. Ein interessanter Beitrag, der mich und meine Herangehensweise bestätigt.
    Ich selbst habe schon vor einigen Jahren angefangen, meine Papierordner aufzulösen und nur noch digital aufzubewahren. Dokumente, wie Urkunden, KFZ-Briefe, etc., die nicht vernichtet werden, landen bei mir einfach in einem Karton. Dieser Karton ist Bestandteil eines Systems, welches von einem Unternehmen angeboten wird und mit dem Ablagesystem korrespondiert. Ja, es kostet einen jährlichen Beitrag, aber meine Daten sind dort sicher und es ist für mich das beste Ablagesystem.
    Als weiteren Schritt haben wir vor ca. 3 Jahren unsere Wohnung verkauft und leben nun in einem 40qm-Mobilheim… Minimalismus pur. Wir haben vieles verschenkt, verkauft, entsorgt… und es wir finden immer wieder Gegenstände, die auch noch weg können. Es ist der beste und entspannteste Lebensabschnitt, den wir jemals gelebt haben.
    Derzeit arbeite ich gerade an meinem digitalen System weiter. Dafür habe ich mir ein iPad Mini zugelegt mit dem ich mittlerweile alles mache. Ich lebe im Apple-Kosmos und nutze zum Organisieren die Notizen-, Erinnerungs-, Kalender- und Mailapp. Das funktioniert durch Anlegen von intelligenten Ordnern sehr gut. Fällt mir eine Sache ein, die ich noch erledigen muss, wird schnell ein Erinnerung angelegt, die erstmal im Eingang liegt. Habe ich Zeit, schaue ich mir den Eingang an und versehe die Erinnerungen mit Datum und Priorität. Angezeigt werden mir dann nur meine heutigen ToDos. Meine Apps auf iPhone und Ipad habe ich stark ausgemistet und alles was noch übriggeblieben ist, habe ich in einen Sammelordner verschoben. Die benötigte App rufe ich über die Suche auf. Meine Geräte sind also ziemlich clean. Das iPad hat mittlerweile das MacBook fast komplett abgelöst und ist meine täglicher Begleiter, da ich auch über das iPad unterwegs Bücher lese.
    Das alles funktioniert schon ziemlich gut, fertig werden tut man nie so richtig!

  2. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass eine Entrümpelung nicht nur Platz für Neues schafft, sondern auch der Seele gut tut. Man fühlt sich nach so einer Ausmist-Aktion zwar ausgelaugt, aber gleichzeitig auch so richtig befreit.

  3. Hallo Mini Me,

    lass dich nicht von Leuten wie Zigeuner ablenken. Ich finde deine Einstellung, und dass darüber berichtest super. Ich bin vor Jahren im Stern auf einen Artikel gestossen, in dem über weggeworfene Lebensmittel berichtet wurde. Seit diesem Zeitpunkt bin ich bemüht, nur das zu kaufen, was verwertet werden kann. Jetzt habe ich mich aufgerafft, den Keller aufzuräumen. Puhh, aber ich gebe nicht auf, solange ich auf solche Bloggs stosse wie deine.
    Also weiter so ;-)

    Liebe Grüsse aus Backnang

    Kati

    1. Hey liebe Kati,
      du bist aus Backnang? Wie lustig. Freut mich auf jeden Fall, dass mein Blog so eine tolle Inspiration für andere ist. Ich wünsche dir ganz viel Spass beim Keller ausmisten :)
      Grüsse aus Schwäbisch Gmünd
      Moni

  4. Ohja, für Digitales Zumüllen bin ich sehr anfällig :D Speziell seit es auf meinem Handy die Möglichkeit des Screenshot machens gibt, sammeln sich die Bilder nur so an. Ich glaube, ich sollte das alles bei Zeiten wirklich mal entrümpeln.

    Liebste Grüße
    Caro

  5. Danke für die vielen Tipps. Wollte auf meinem Blog bald auch mal eine ganze Serie zum Thema ausmisten machen und digitales ausmisten soll da auch einen zentralen Schwerpunkt bekommen. Ich merke nämlich auch, wie sehr mich der digitale Müll belastet. Ich finde es digital oft sogar noch schwerer auszumisten, weil das Zeug „keinen Platz“ verbraucht.
    Ein Buch im Regal oder ein Teller im Schrank verbraucht irgendwie aktiv meinen Lebensraum, aber ein paar Bytes mehr auf der Festplatte irgendwie nicht.

  6. Also Social Media ist beim Essen und Fernsehen tabu? Haha ich guge kein Fernsehen. Mal im Ernst es steht nicht um alle so schlecht. FB ist nett darf mich zum Lachen bringen und es kostet die Zeit die ich nicht mehr mit einer Papierzeitung verbringe. Wenn ich mal Tage nicht bei FB reingeschaut habe, dann kann es sein, dass in China ein Sack Reis umgefallen ist. So wie Du es formulierst, würde ich den Bereich für Dich persönlich nochmal gründlicher aufräumen und nicht annehmen, dass alle anderen sich auch im Social Media „verlieren“.

    1. Ich glaube, du hast hier etwas grundlegend falsch verstaden. Selbstverständlich steht es nicht um alle so schlecht – aber es ist nunmal Fakt, dass Social Media bei vielen Menschen mittlerweile das Leben schon regelrecht bestimmt. Nur weil das bei dir nicht so ist, muss das nicht bedeuten, dass das nirgendwo der Fall ist. Davon abgesehen, handelt es sich bei meinen Beiträgen um allgemeine Ideen und Vorschläge zu einem bestimmten Thema. Ich unterstelle in meinen Beiträgen niemandem etwas bestimmtes und ich nehme auch nicht an, dass sich jeder Mensch so verhält, wie es in meinen Beiträgen beschrieben ist. Was am Ende jeder für sich ganz persönlich aus meinen Beiträgen mitnimmt, bleibt jedem selbst überlassen. Ich würde mir an deiner Stelle vielleicht eher mal Gedanken machen, warum du dich hier so angegriffen willst.

  7. Im Grunde halte ich mich schon an die Tipps, die Du hier gibst. Nur bei einer Sache habe ich in letzter Zeit geschludert: ich habe gaaaanz schön viele Apps auf meinem Handy und es ist echt nervig, weil ich immer ganz schön Suchen muss bis ich die App gefunden habe, die ich gerade brauche. Also danke für die Erinnerung. Da muss ich mal wieder Ordnung herstellen :-) Liebe Grüße! Sina

    1. Hallöchen liebe Sina,
      ich erwische mich auch immer wieder dabei, schludrig zu werden. Meine Apps habe ich erst vor kurzem wieder ausgemistet, aber in Punkto „digitale Auszeiten“ muss ich auch wieder ein bisschen konsequenter werden. Hier passiert es mir in letzter Zeit auch wieder, dass ich häufiger das Handy in der Hand habe, als ich mir eigentlich vorgenommen habe. Als Blogger ist das aber auch echt nochmal ne Spur schwieriger ;)
      Liebe Grüße
      Moni

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