Digital entrümpeln im Herbst – Kampf den digitalen Müllhaufen

Seit ein paar Tagen beschäftige ich mich wieder ziemlich intensiv mit dem loslassen und minimieren. Ich weiss nicht, wo das so plötzlich wieder herkommt, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich wieder einiges an „Ballast“ abwerfen muss. Vielleicht ist das neue Buch Die Minimalismus-Formel [Amazon Affiliate Link] meines Bloggerkollegen Tobias schuld (das stell ich dir die nächsten Tage übrigens noch genauer vor) oder es liegt einfach am trüben Wetter. Was es auch immer ist, ich bin auf jeden Fall wieder wild am ausmisten. Und als ersten Schritt dieses Mal online.

Weil das dich – und allgemein alle meine Blogleser und Follower – auf die ein oder andere Weise auch betrifft, will ich darauf heute mal ein bisschen genauer eingehen.

Warum online ausmisten und digital kürzer treten?

Das Internet ist eine wahnsinnig tolle Sache. Mit Hilfe des Internets können wir ganz easy mit Menschen Kontakt halten, über weitere Entfernungen zusammenarbeiten, uns mit Gleichgesinnten austauschen, einkaufen, unseren Tag planen, Hörbücher hören, Sprachen lernen und vieles mehr. Meistens nutzen wir das Internet aber eher nicht für die sinnvollen Dinge, sondern verdaddeln sinnlos unsere Zeit. Wir scrollen Ewigkeiten durch Timelines, pflegen Accounts, die eigentlich längst tot sind, spielen Spiele, um Zeit totzuschlagen und halten an Dingen fest, die wir eigentlich gar nicht brauchen.

Dass wir alle viel zu viel Zeit (sinnlos) im Internet verbringen, darüber brauchen wir also gar nicht zu reden. Das sollte heutzutage jedem klar sein. In meinen Artikeln „Digitaler Überfluss – Warum es so schwer ist, digital loszulassen„, „Wie dir eine digitale Auszeit dabei hilft, mal wieder richtig abzuschalten“ und „Facebook Detox – So wunderbar befreiend“ habe ich bereits darüber geschrieben, wie wunderbar befreiend es ist, digital kürzer zu treten. Und im Artikel „Digitales Entrümpeln – Ein kurzer How-To-Guide“ gebe ich ganz konkrete Tipps, wie du dein eigenes Online-Leben reduzieren kannst.

Bildquelle: pixabay / geralt

Wenn der Schlendrian Einzug hält

Leider ist es beim digitalen Entrümpeln aber kein bisschen anders, wie beim Ausmisten im realen Leben. Wenn man nicht am Ball bleibt, sammelt sich im Laufe der Zeit wieder unnötiger Ballast an. Deshalb ist es definitiv nicht damit getan, einmal einen großen Rundumschlag zu vollziehen und dann für alle Ewigkeiten Ruhe zu haben. Im Gegenteil: Man muss seine Online-Gewohnheiten ständig neu überdenken und auf den Prüfstand stellen. Und genau an diesem Punkt bin ich aktuell. Du vielleicht auch? Dann zeige ich dir mal, was ich selbst gerade in meinem Digital-Life so ausmiste (und schon ausgemistet habe):

Facebook

Ich beginne beim digitalen Ausmisten am liebsten bei Facebook, denn dort sammelt sich bei mir selbst immer der Meiste unnötige Mist an. Freunschaftsanfragen sind schnell angenommen, Gruppen ist man schnell beigetreten und ein Like für eine Seite ist noch viel schneller vergeben. Da kommt schnell einiges zusammen, was die Timeline vollmüllt. Bei mir hatten sich seit meinem letzten Facebook-Detox wieder sage und schreibe 570 Freunde, 58 Gruppenmitgliedschaften und 216 gefolgte Seiten angesammelt. Wenn man jetzt bedenkt, dass all diese Freunde, Gruppen und Seiten permanent Content liefern, dann ist das ganz schön viel, was ich ständig zum Anschauen habe.

Gestern Abend habe ich meinem Facebook-Account daher wieder einmal rigoros entrümpelt und das Ergebnis kann sich sehen lassen:

  • 397 gekündigte Freundschaften
  • 42 gekündigte Gruppenmitgliedschaften
  • 192 weniger Seiten, denen ich folge
  • 35 Freundschaften, die auf stumm geschalten sind

Ausserdem habe ich mich dazu entschieden – und das betrifft jetzt tatsächlich dich als Leser meines Blogs – meine Facebook-Gruppe „Dein minimalistisches Jahr“ zu schließen. Dort findet so gut wie keine Interaktion mehr statt und deshalb habe ich diese Gruppe gestern Abend für tot erklärt. Schade drum, aber hilft ja alles nix.

Andere Social Media Accounts

Mit meinen anderen Social Media Accounts bin ich so ein bisschen am Hadern gewesen. Pinterest durfte unverändert bleiben, denn Pinterest ist mittlerweile einer der Hauptquellen für den Traffic hier auf der Seite. Instagram hat mich in letzter Zeit zwar ziemlich genervt, zieht aber aktuell wieder ein bisschen an und macht mir auch endlich wieder Spaß. Instagram durfte also auch bleiben.

Komplett schließen werde ich dagegen meinen Twitter Account. Der dümpelt schon seit Jahren vor sich hin und wird im Grunde gar nicht genutzt. Total überflüssig also. Ich glaube, den wird auch niemand vermissen. Also wenn ich dann mal rausgefunden habe, wie ich den löschen kann. Das gestaltet sich nämlich mal wieder ganz schön schwierig (Falls du mir einen Tipp hast, immer her damit).

Bei meinem Youtube-Kanal bin ich mir noch nicht so sicher. Ich würde wahnsinnig gerne öfter Videos machen, nutze dafür (wenn überhaupt) aber meine Instastories. Ich bin mir auch nicht sicher, ob meine Leser zusätzlich zu dem Blog hier überhaupt Youtube brauchen wollen. Vielleicht kannst du mir dazu mal Feedback geben.

Bildquelle: pixabay / rawpixel

Und sonst so?

Neben meinen Social Media Profilen habe ich auch wieder einiges an Apps und Newsletter gelöscht, bzw. abbestellt. Auch mein Audible-Account habe ich erstmal auf Eis gelegt, denn ich höre aktuell eher Hörbücher und Podcasts über Apple Music oder Spotify.

Und dann ist da ja noch die Sache mit der Online-Zeit ganz allgemein. Das schönste Entrümpeln bringt nichts, wenn man trotzdem noch ständig am Smartphone hängt. Deshalb habe ich mir im Zusammenhang mit meinem digitalen Entrümpeln auch direkt wieder ganz bewusst onlinefreie Zeiten verordnet. Konkret bedeutet das:

  • Kein Rumdaddeln mit dem Handy im Bett. Nicht vor dem Einschlafen und auch nicht zwischen Aufwachen und Aufstehen.
  • Immer nur eine Sache gleichzeitig machen. Sprich: Wenn ich Hörbuch oder einen Podast höre, dann höre ich nur den und surfe nicht nebenbei im Internet.
  • Während der Arbeit bleibt das Handy im Rucksack.
  • Bei den Gassirunden mit dem Hund bleibt das Handy zuhause, bzw. wird maximal zum Podcast-Hören genutzt. Internet ist währenddessen tabu.
  • Nach Feierabend wird das Handy irgendwo abgelegt, wo es nicht ständig greifbar ist, so dass ich mich ohne Ablenkung auf Haushalt, Film, Serie, Buch oder was auch immer sonst konzentrieren kann.
  • Messages (Facebook, Instagram, Whatsapp) werden nur dann gelesen, wenn ich auch die Zeit zum Antworten habe. Bis dahin bleiben sie ungeöffnet liegen.

Digitale Befreiung

Wie bei allem was man loslässt, schafft das digitale Entrümpeln eine wunderbare Ruhe und befreit ungmein. Der Kopf ist weniger voll, es scheint plötzlich viel mehr Zeit zur Verfügung zu stehen und ganz allgemein ist man einfach viel weniger abgelenkt. Das wirkt sich positiv auf die Laune, auf die Produktivität und auch auf den Erholungsfaktor aus. Man kann damit also nur gewinnen. Und ich merke die große Erleichterung schon jetzt.

Wie groß ist dein digitaler Müllhaufen?

Hast du selbst einen ähnlich großen digitalen Müllhaufen angesammelt wie ich? Freunde, in der Friendlist, von denen du nicht einmal genau weisst, wer die eigentlich sind und wo die herkommen? Gruppenmitgliedschaften, die dich eigentlich längst nicht mehr Interessieren. Apps, die nur nie oder nur selten nutzst, Newsletter, die du ungelesen löschst? Wenn ja, was hält dich davon ab, loszulassen? Fang doch einfach mal an.


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