Das Leben ist wertvoll – Was macht die Katjes Werbung mit dir?

Gestern habe ich auf meinem Instagram Account (falls du mir noch nicht folgst, ich würd mich voll arg freuen >> minime.life) ein Brainstorming rund um mögliche neue Blogbeiträge gestartet. Dabei sind viele tolle Themen zusammengekommen, über die ich in nächster Zeit auf jeden Fall schreiben werde. Einer der coolsten Vorschläge kam dabei von Frank (Smartgreenlife). Er hat vorgeschlagen, mal über meine Gefühle zu schreiben. Und genau das will ich heute mal machen. Ganz speziell über meine Gefühle rund um die vegane Ernährung und über den neuen Werbesport von Katjes.

Falls du den Spot noch nicht gesehen hast, schau ihn dir bitte erst einmal kurz an, damit du auch weisst, um was es geht:

So, und nun zu der Sache mit den Gefühlen. Vor ein paar Monaten hätte ich mich vermutlich tierisch über diese Werbung aufgeregt. Genauso, wie es aktuell viele Menschen (und auch ein Großteil der Medien) tun. Schließlich habe ich ja schon lange der Massentierhaltung den Kampf angesagt und Milch / Milchprodukte in Bio- oder Demeterqualität gekauft. Das ist doch super – habe ich mir lange Zeit gedacht.

Heute sehe ich das Ganze ein bisschen anders. Beziehungweise eigentlich krass anders. Früher war für mich die Tierhaltung nach Bio oder gar Demeter-Richtlinien etwas Gutes. Schließlich haben es die Tiere dort besser, als bei der herkömmlichen Tierhaltung. Also zumindest ein bisschen. Was ich dabei jahrelang ausgeblendet habe, ist die Tatsache, dass die Tiere trotzdem eingesperrt sind. Trotzdem geschlachtet werden. Und trotzdem ausgebeutet werden (siehe dazu gerne auch meine Kritik zum Film „Das System Milch“).

Wenn sich der eigene Konsum nicht mehr richtig anfühlt…

Für mich hat sich dieses Wissen irgendwann nicht mehr gut angefühlt. Und irgendwann musste ich mir zwangsläufig die Frage stellen, wer ich eigentlich bin, dass ich mich in der Position sehe, andere Lebewesen auszubeuten. Welches Recht habe ich dazu? Ist es das Lebensziel eines Nutztieres, gefangen zu sein und für nichts anderes gut zu sein, als Nahrung und Kleidung für uns Menschen zu produzieren? Oder würde so eine Kuh (oder ein Schwein, ein Huhn, whatever) nicht viel lieber frei über Wiesen und Felder hopsen, ihren Nachwuchs zur Welt bringen und sich um seine Familie kümmern?

Ich feiere Katjes sehr für diesen Werbespot, denn er bohrt den Finger tief in eine Wunde, von der viele Menschen gar nicht recht wissen, dass sie überhaupt existiert. Der Clip hält der Gesellschaft und der Industrie vor Augen, wie das in unserer Welt heutzutage so abläuft. Nicht nur irgendwo in fernen Ländern, sondern bei uns vor unserer eigenen Haustüre. Wir können nicht Milch trinken und Fleisch essen wollen, dabei aber völlig ausblenden, dass dafür andere Lebewesen ein absolut unwürdiges Dasein fristen müssen. Also können wir schon, aber dann ists halt scheisse.

Warum das Bohren in der Wunde manchmal sein muss

Ich verstehe natürlich völlig, dass durch diese Werbung jetzt ein Aufschrei durch die Bevölkerung geht und die Industrie diesen Spot ganz furchtbar findet. Es ist nicht schön, wenn man selbst aufgezeigt bekommt, für welche furchtbaren Dinge man verantwortlich ist. Das möchte niemand. Aber genau das muss einfach sein. Nicht um andere Menschen zu verurteilen, sondern um deren Augen zu öffnen.

Als ich meine Ernährung auf vegan umgestellt habe, habe ich gesagt, dass ich niemals missionieren will und auch niemandem vorschreiben werde, wie er zu leben hat. Das werde ich auch weiter nicht tun. Aber meine Gefühle und meine Ansichten werde ich teilen. Und Werbespots wie den von Katjes feiern. Weil es für mich ein wichtiges Thema geworden ist. Eines das angesprochen werden muss. Gerne auch so provokant wie jetzt bei Katjes. Denn manchmal da hilft nur ein kleines bisschen Provokation. Und vielleicht öffnet die ja dem ein oder anderen auch die Augen. Wenn nicht, hat niemand einen Schaden davon. Wenn aber doch, dann ist die Welt wieder ein kleines bisschen schöner und besser geworden. Und das sollte uns doch alle freuen.


Wie siehst du den Werbespot? Was macht er mit dir?


Dir hat dieser Beitrag gefallen? Dann merke ihn dir doch oder teile ihn mit deinen Freunden:
Werbeanzeigen

2 Kommentare

  1. Hat mir sehr gefallen dein Beitrag zum Thema Fleischkonsum. Dann auch den aktuellen Katjes Spot gleich eingebaut Klasse. Ich empfinde auch wie du, man sollte nicht missionieren. Dafür öfter mal drüber reden, geht aber durchaus. Wie gesagt ohne dem Gegenüber was aufzuzwingen. Deswegen gefällt mir das Beispiel mit der Katjeswerbung so gut. Es wird einem ein Angebot gemacht und über die Wahrheit gesprochen, doch man entscheidet selber!

    1. Author

      Danke für dein Feedback Frank :) Wenn man anderen Menschen seine Meinung aufzwingen will, wird das nie funktionieren. Nicht beim Thema Ernährung und auch nicht beim Thema Klimaschutz. Vorleben und als Beispiel voran gehen, das ist, was wirklich fruchtet. Und wenn nicht, dann schadet es zumindest niemanden. Freut mich auf jeden Falla, dass dir der Beitrag gefällt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich akzeptiere