Mein allerliebstes Pastagericht sind Spaghetti Carbonara. Ich liebe die cremige Würzigkeit der Sauce, die sich ein bisschen wie eine warme Umarmung anfühlt und mit jedem Bissen pure Zufriedenheit verspricht. Leider sind Spaghetti Carbonara eines aber so gar nicht: vegan. Jetzt könnte man natürlich sagen: „Tja, Pech für den Veganer – gibt’s halt nie wieder Carbonara.“ Oder man greift einfach zu pflanzlichen Zutaten. Problem gelöst, oder? Fast.
Denn während wir uns Gedanken über Soja-Sahne, Räuchertofu und Hefeflocken machen, hat Brüssel 2025 beschlossen: Produkte dürfen offenbar nur dann „Schnitzel“, „Burger“ – oder theoretisch auch „Carbonara“ – heißen, wenn wirklich Tier drin steckt. Sprich: Alles, was tierfrei ist, soll neue Namen bekommen, damit die fleischessende Mehrheit nicht aus Versehen zum veganen Ersatzprodukt greift.
Es ist also gut möglich, dass meine cremige, glücksbringende, rein pflanzliche Carbonara bald auch schon nicht mehr so heißen. Und da muss ich sagen, fühlt man sich schon fast wie in einem absurden Theaterstück: Wir dürfen essen, was wir wollen – sogar Bärchenwurst und Katzenzungen – aber wehe, wir nennen ein veganes Produkt wie das Pendant aus tierischen Quellen, dann hüpfen die alten weißen Männer an der Spitze der Macht im Viereck.
Meine Lösung? Pragmatisch: Carbonara bleibt Carbonara. Egal, was irgendein Gesetzestext sagt. Wer sich daran stört, dass hier keine Eier, Speck oder Sahne drin sind, hat das Konzept von Genuss, Flexibilität und Humor im Alltag noch nicht begriffen. Meine vegane Version ist cremig, würzig, glücklich machend – und sie rebelliert vielleicht ein bisschen gegen sinnlose Regeln. Und damit ist sie sogar ein bisschen Vorbild für uns alle!
Vegane Spaghetti Carbonara
Zutaten
- 200 g Räuchertofu
- 400 ml vegane Sahne
- 2 EL Mehl
- 1 Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- etwas Olivenöl
- Salz
- Pfeffer
- 300 g Spaghetti ungekocht
Anleitungen
- In einem großen Topf reichlich gesalzenes Wasser für die Spaghetti aufsetzen und zum kochen bringen. Spaghetti zugeben und al dente garen.
- Während die Spaghetti garen die Zwiebel und den Knoblauch schälen, beides in feine Würfel schneiden. Den Räuchertofu ebenfalls würfeln.
- In einer Pfanne (möglichst mit hohem Rand) das Olivenöl erhitzen, Zwiebel und Knoblauch zugeben und goldbraun anbraten. Dann den Räuchertofu zugeben und mit anrösten. Er soll dabei ordentlich knusprig werden.
- Die vegane Sahne in einer Schüssel oder einem Glas mit dem Mehl verrühren. Dabei darauf achten, dass keine Mehlklümpchen mehr vorhanden sind. Die Sahne-Mehl-Mischung anschließend zu dem Räuchertofu in die Pfanne gehen und einmal aufkochen lassen. Die Pfanne dann vom Herd nehmen und alles nochmals ordentlich verrühren.
- Wenn die Spaghetti gar sind, diese über ein Sieb abgiessen und direkt zur Sosse in die Pfanne geben. Alles einmal durchschwenken und mit Salz und Pfeffer würzen.
- Wenn du magst, gib vor dem Servieren noch etwas frische Petersilie über die Carbonara.



Diese veganen Produkte verwende ich für meine Carbonara
Als veganen Sahneersatz nutze ich für dieses Rezept am liebsten die vegane Schlagcreme von Schlagfix* [Amazon Affiliate Link]. Die ist von Haus aus recht dick und cremig und passt perfekt zu der Carbonara. Leider ist sie meist schwer zu bekommen und bei Amazon teuer. Hin und wieder finde ich sie bei Kaufland. Solltest du die Schlagcreme nicht bekommen, kannst du auch Hafer- oder Sojasahne deiner Wahl verwenden. Ich mag die Hafersahne von Lidl auch sehr gerne. Wenn du das Gericht ein bisschen leichter gestalten willst, kannst du einen Teil der Schlagcreme auch durch pflanzliche Milch ersetzen oder die Light-Varianten der Hafer- oder Sojasahne nehmen.
Beim Tofu nehme ich für die Carbonara den Sesam-Mandel-Räuchertofu von Tukan* [Amazon Affiliate Link]. Der schmeckt rauchig, würzig, hat ordentlich Umami und durch den Sesam und die Mandeln einen schönen Biss. Für mich imitiert er super dieses speckige Gefühl im Mund, das man bei einer guten Carbonara haben möchte. Kaufen kannst du den Tofu mittlerweile in fast jedem Supermarkt. Ich habe ihn bei Kaufland gesehen, in diversen Biomärkten und auch schon in Asialäden. Du kannst ihn aber auch (über den Link oben) in größerer Menge bei Amazon bestellen. Der schmeckt nämlich auch Pur super oder im Salat oder angebraten auf cremigem Püree oder in Scheiben geschnitten auf Brot, in Wraps etc. Wenns günstiger sein soll, sind die Räuchertofu-Eigenmarken von Kaufland, Rewe, Lidl & Co aber auch gut.
Extra-Tipp
Wenn dir bei diesem Pastagericht noch das typische Parmesan-Topping fehlt, dann versuch es mal mit Hefeflocken. Dabei handelt es sich um schonend getrocknete Nährhefe, die sehr würzig schmeckt und sogar vom Aussehen her Parmesan sehr ähnlich ist. Du kannst die Hefeflocken ganz einfach pur über deine Pastagerichte drüberstreuen. Zu Kaufen gibt es Hefeflocken mittlerweile fast überall – auch im normalen Supermarkt. Ich selbst nutze am liebsten die Hefeflocken von Frugola [Amazon Affiliate Link]
Meine absolute Neuentdeckung und mein neuer heimlicher Favorit ist aber das Käshew Pasta Topping von Biovegan* [Amazon Affiliate Link]. Das schmeckt einfach wirklich wie gereibener Parmesan und gibts in den Sorten Klassik und sogar Chili (megagut mit leichtem Schärfekick). Hab ich unter anderem auch bei Kaufland entdeckt.
Bei allen Produktlinks die mit [Amazon-Affiliate] gekennzeichnet sind gilt: Wenn du über sie etwas auf Amazon kaufst, erhalte ich eine kleine Provision – für dich bleibt der Preis gleich. Und wenn dir mein Carbonara-Rezept so gut gefallen hat, dass du mir gerne eine Kleinigkeit in meine Kaffeekasse spenden möchtest, dann kannst du das sehr gerne hier tun. Vielen Dank!





Liebe Moni,
das ist ein ganz wunderbares Rezept. Herzlichen Dank! Es passt auch gut jetzt im Januar. Abends wenn es schon dunkel ist und kalt … dazu ein Glas Rotwein. Das ist prima.
Viele Grüße
Susanne
Super Rezept, freue mich immer wenn vegane Alternativen angeboten werden.
Spaghetti Carbonara vegan.Bellissima!
Spitze und verdammt lecker;)
Liebe Grüße
Charlotte
Mhhh lecker. :)
Ich mache vegane Carbonara immer ohne Sahne. Nehme immer Kichererbsenmehl, Kurkuma, Kala Namaksalz und etwas vom Pastawasser. Das funktioniert genial. Deine Version werde ich trotzdem testen. Danke für das Rezept.
LG Hannah
Sehr leckeres Rezept. Beim nächsten Mal wollen wir es Koch mit einer zusätzlichen Prise Muskat versuchen.
Spitzenmäßiges Rezept. So einfach und lecker. Hat das:Zeug zum neuen Lieblingsessen.
Danke dafür
Vielen Dank liebe Kirsten, freut mich sehr, dass dir das Rezept gefällt :) Bei mir gibts das mittlerweile auch ständig :)
Großartig! So wird ‚Carbonara‘ bei uns auch gemacht. Schmeckt mega (wenn natürlich auch nicht 100% wie Carbonara, aber auch die ‚Echte‘ schmeckt ja entsprechend dem Koch immer individuell), sodass auch Nicht- Veganer, die offen für Neues sind, gerne zuschlagen.
Danke fürs Teilen!
Liebe Lin,
vielen Dank für deinen Kommmentar und die Bewertung. Freut mich, dass ihr es genauso macht und dass es euch genauso schmeckt :)
Alles Liebe
Moni
Sorry aber das hat Mt nicht ansatzweise was mit Carbonara zu tun ..die meisten Zutaten wie Zwiebel, Knoblauch, Sahne haben in einer Carbonara nichts zu suchen
Ach ja, man kanns aber auch echt übertreiben. Ist doch klar, dass in der veganen Variante nicht die Originalzutaten drin sind *rolleyes* Mach das Rezept halt einfach nicht nach, wenns dir nicht gefällt. Am Ende zählt der Geschmack und nicht was drin ist oder was nicht drin ist. Was eine Korinthenkackerei hier wieder!
Die Korinthenkacker haben leider recht. Das Rezept ist ok, aber es sind nun mal Nudeln mit Sahnesoße und keine Carbonara. Es käme ja auch niemand auf die Idee, das Gericht „Rouladen“ zu taufen.
Deshalb heissen sie ja auch „vegane Carbonara“. Allein damit sollte schon deutlich sein, dass es eben nicht das Original ist. Ich hätte auch „Pastasauce auf Basis von Räuchertofu mit veganer Sahne nach geschmacklichem Vorbild einer Carbonara“ schreiben können. Aber ganz ehrlich? Zum einen würde niemals irgendjemand nach dieser Bezeichnung suchen, weshalb das aus SEO Sicht extrem unklug wäre und zum anderen hätte das nichtmal Ansatzweise in den Titel gepasst ;) Das Beispiel mit den Rouladen hinkt übrigens auch. Denn Roulanden sind nicht gleich Rouladen. Es gibt schließlich auch welche, die mit Kohl gemacht werden. Oder mit Seitan. Bei Rouladen ist die Form ausschlaggeben.
Aber da könnt man jetzt ewig im Kreis diskutieren. Bei mir heisst das jetzt „vegane Carbonara“ weils geschmacklich einfach sehr dicht an einer Carbonara dran ist. Und wennns jemand anderes anders nennen will: feel free <3 Wichtig ist am Ende doch nur, dass es schmeckt.