Gartenglück: Süßkartoffeln selbst anbauen

In meinem Schrebergarten habe ich letztes Jahr zum ersten Mal Süßkartoffeln selbst angebaut. Viele wissen ja gar nicht, dass das bei uns in Deutschland überhaupt möglich ist. Meine Nachbarn aus der Gartenanlage waren auf jeden Fall recht erstaunt, als sie gehört haben, was da so in meinem Beet wächst und gedeiht. Und ich selber habe auch lange gedacht, Süßkartoffeln müssten aus Südamerika importiert werden. Dabei wachsen sie bei uns ganz hervorragend. Und sehen auch noch richtig hübsch aus.

Wenn du mit dem Gedanken spielst, dich auch einmal an Süßkartoffeln zu versuchen, dann habe ich dir heute ein paar hilfreiche Tipps für den Anbau und eine reiche Ernte zusammengefasst.

Soll ich vorgezogene Pflanzen kaufen oder selbst ziehen?

Für meinen ersten Süßkartoffelversuch habe ich vorgezogene Pflanzen aus dem Baumarkt gekauft. Die kosten um die 3.- Euro pro Stück und man muss sich keine Sorgen machen, dass beim Selberziehen schon irgendetwas schief geht. Neue Pflanzen kann man aber auch aus Süßkartoffelknollen ziehen. Das geht so ähnlich, wie beim Ziehen einer Avocadopflanze:

  1. Die Süßkartoffel halbieren (geht auch ganz, aber halbieren ist besser)
  2. An drei Seiten Holzsspiesse / Zahnstocher einstecken
  3. Die Süßkartoffel mit der Schnittkante nach unten in ein Glas mit Wasser stellen
  4. Das Wasser regelmässig wechseln und zuschauen, wie die Knolle langsam Triebe bildet.
  5. Sobald die Triebe um die 20 cm lang sind, die Knolle zur Hälfte in Erde setzen und weiterwachsen lassen, bis sie schließlich ins Beet darf.

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Wohin pflanze ich die Jungpflanzen?

Meine Süßkartoffeln habe ich ins Hochbeet gepflanzt (wie du dir so eines einfach, schnell und günstig selbst bauen kannst, gibt es hier zum nachlesen: DIY: So einfach, schnell und günstig lässt sich ein Hochbeet selber bauen).

Für das Hochbeet habe ich mich deshalb entschieden, weil die Süßkartoffeln dort zum einen schön viel Platz haben und zum anderen, weil sie dort keiner anderen Pflanze die Nährstoffe wegnehmen. Süßkartoffeln sind nämlich Starkzehrer und alles, was man gemeinsam mit ihnen einpflanzt, wird nicht wirklich was (ich habs mit Lauch versucht – kannst voll vergessen!).

Alternativ zum Hochbeet kannst du Süßkartoffeln auch ins normale Beet oder sogar in Töpfe oder Balkonkästen pflanzen. Dabei solltest du nur im Hinterkopf behalten, dass die Pflanzen sehr lange Triebe bilden. Etwas Platz solltest du also auf jeden Fall einplanen und ca. 50 cm zwischen den einzelnen Pflanzen lassen. Die Triebe kannst du dann einfach wachsen lassen und brauchst dich nicht weiter darum zu kümmern. Mit einer Rankhilfe kannst du aus den Trieben sogar einen schönen Sichtschutz wachsen lassen.

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Welche Pflege braucht die Süßkartoffelpflanze?

Süßkartoffeln sind recht anspruchslos und man muss nicht allzu viel beachten. Sie brauchen allerdings relativ viel Wasser und sollten warm und möglichst geschützt stehen. Austrocknen sollten sie nicht, aber Staunässe sollte man ebenfalls vermeiden. Wird es im Sommer sehr heiss, ist regelmäßiges und ausgiebiges Wässern absolut Pflicht.

Wann kann ich meine Süßkartoffeln ernten?

Einmal im Beet kannst du dich den gesamten Sommer über erst einmal an den schnell wachsenden Trieben erfreuen. Sie bilden kurzzeitig sogar hübsche Blüten, die wie kleine Petunien aussehen. Ernten kannst du die Süßkartoffeln ab Mitte / Ende September, spätestens aber im Oktober. Du erkennst den richtigen Zeitpunkt für die Ernte daran, dass die Triebe anfangen trocken und braun zu werden.

Für die Ernte nimmst du am besten kein Werkzeug sondern buddelst die Knollen von Hand aus. Sie sind recht empfindlich und Schaufel oder Spaten könnten die Süßkartoffeln verletzen. Aber keine Angst, die Knollen lassen sich – zumindest im Hochbeet – recht einfach aus der Erde holen.

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Was passiert nach der Ernte und wie lagert man die Süßkartoffeln?

Einmal aus dem Beet geholt, musst du die Süßkartoffeln zunächst einmal trocknen lassen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie schimmeln. Wasch die Knollen nicht ab, sondern entferne nur grob die Erde. Dafür kannst du eine normale Bürste verwenden. Lass die Süßkartoffeln anschließend ein paar Tage an der frischen Luft trocknen. Sind sie einmal durchgetrocknet, lagerst du sie wie Kartoffeln an einem trockenen und kühlen Ort. Dort sind sie lange haltbar. Ich habe beispielsweise erst im Februar die letzten Süßkartoffeln verarbeitet, die ich im September aus meinem Beet geholt habe.


Na, Lust bekommen, dich an der Süßkartoffel zu versuchen? Falls ja, dann drücke ich dir die Daumen für eine reiche Ernte. Vielleicht probierst du mit deinen ersten selbst angebauten Süßkartoffeln ja auch mal mein Rezept für Veganes Linsen-Kokos-Curry mit Süßkartoffel. Sehr lecker!


 

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Monica Albrecht

Food- & Lifestyleblogger mit Leidenschaft für Minimalismus, Achtsamkeit und Umweltschutz.

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1 Antwort

  1. 14. Februar 2019

    […] dass ich in meinem Schrebergarten Süßkartoffeln anbaue (Tipps zum Anbau & Pflege gibts hier: Gartenglück: Süßkartoffeln selbst anbauen). Viele meiner Leser haben mich daraufhin gefragt, was ich mit den Süßkartoffeln eigentlich […]

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