Gartenglück: Süßkartoffeln selbst anbauen

Über 10 Jahre habe ich einen Schrebergarten bewirtschaftet und eine Sache, die ich jedes Jahr aufs Neue gerne angebaut habe, waren Süßkartoffeln. Viele wissen ja gar nicht, dass das bei uns in Deutschland überhaupt geht und meine Nachbarn aus der Gartenanlage waren immer wieder erstaunt, wenn sie gesehen haben, was da so in meinem Beet wächst und gedeiht. Ich selber habe auch lange gedacht, Süßkartoffeln müssten aus Südamerika importiert werden. Dabei wachsen sie bei uns ganz hervorragend. Und sehen dabei sogar noch richtig hübsch aus.

Wenn du also mit dem Gedanken spielst, dich selbst auch einmal an Süßkartoffeln zu versuchen, dann habe ich dir heute ein paar hilfreiche Tipps für den Anbau und eine reiche Ernte zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis

Für meinen ersten Süßkartoffelversuch habe ich vorgezogene Pflanzen aus dem Baumarkt gekauft. Du weißt ja, sicher ist sicher. Die vorgezogenen Pflanzen sind nicht allzu teuer, kosten um die 3.- Euro pro Stück und man muss sich keine Sorgen machen, dass beim Selberziehen schon irgendetwas schief geht. Neue Pflanzen kann man aber auch ganz einfach aus gekauften Süßkartoffelknollen ziehen. Das geht so ähnlich, wie beim Ziehen einer Avocado-Pflanze:

  1. Halbiere zunächst die Süßkartoffeln (du kannst sie auch ganz lassen, aber aus meiner Erfahrung klappts mit halbierten Knollen besser)
  2. Stecke an drei Seiten Holzspieße oder Zahnstocher in die Knolle
  3. Stelle die Süßkartoffel mit der Schnittkante nach unten in ein Glas mit Wasser
  4. Wechsle das Wasser regelmäßig und sieh zu, wie die Knolle langsam Triebe bildet.
  5. Sobald die Triebe um die 20 cm lang sind, setz die Knolle zur Hälfte in Erde und lass sie weiterwachsen, bis sie schließlich ins Beet darf.
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Ich habe die Süßkartoffeln immer ins Hochbeet gepflanzt. Für das Hochbeet habe ich mich deshalb entschieden, weil die Süßkartoffeln dort zum Einen schön viel Platz haben und zum Anderen, weil sie dort keiner anderen Pflanze die Nährstoffe wegnehmen. Süßkartoffeln sind nämlich Starkzehrer und alles, was man gemeinsam mit ihnen einpflanzt, wird nicht wirklich was (ich habs mit Lauch versucht – kannst voll vergessen!).

Wie du dir ein Hochbeet einfach, schnell und günstig selbst bauen kannst, kannst du in diesem Artikel nachlesen: DIY: So einfach, schnell und günstig lässt sich ein Hochbeet selber bauen

Alternativ zum Hochbeet kannst du Süßkartoffeln auch ins normale Beet oder sogar in Töpfe oder Balkonkästen pflanzen. Dabei solltest du nur im Hinterkopf behalten, dass die Pflanzen sehr lange Triebe bilden und die Knollen mitunter echt groß werden können. Etwas Platz solltest du also auf jeden Fall einplanen und ca. 50 cm zwischen den einzelnen Pflanzen lassen. Die Triebe kannst du dann einfach wachsen lassen und brauchst dich nicht weiter darum zu kümmern. Mit einer Rankhilfe kannst du aus den Trieben sogar einen schönen Sichtschutz wachsen lassen. Die Süßkartoffel blüht nämlich richtig schön.

Da die Süßkartoffel – wie bereits erwähnt – ein Starkzehrer ist, tut es ihr gut, wenn du sie in möglichst nährstoffreiche Erde pflanzt und regelmäßig düngst. Ansonsten ist die Süßkartoffel ziemlich anspruchslos und du musst gar nicht allzu viel beachten. Sie braucht allerdings relativ viel Wasser und sollte warm und möglichst geschützt stehen. Austrocknen sollten sie nicht, aber Staunässe sollte man ebenfalls vermeiden. Wird es im Sommer sehr heiß, ist regelmäßiges und ausgiebiges Wässern absolut Pflicht.

Einmal im Beet kannst du dich den gesamten Sommer über erst einmal an den schnell wachsenden Trieben erfreuen. Sie bilden kurzzeitig sogar richtig hübsche Blüten, die wie kleine Petunien aussehen. Ernten kannst du die Süßkartoffeln dann ab Mitte / Ende September, spätestens aber im Oktober. Du erkennst den richtigen Zeitpunkt für die Ernte daran, dass die Triebe und die Blätter anfangen trocken und braun zu werden.

Für die Ernte nimmst du am besten kein Werkzeug sondern buddelst die Knollen von Hand aus. Sie sind recht empfindlich und Schaufel oder Spaten könnten die Süßkartoffeln verletzen. Aber keine Angst, die Knollen lassen sich – zumindest im Hochbeet – recht einfach aus der Erde holen. Noch ein Pluspunkt übrigens fürs Hochbeet ;)

Einmal aus dem Beet geholt, musst du die Süßkartoffeln zunächst einmal trocknen lassen. Ansonsten läufst du Gefahr, dass sie dir schimmeln. Wasche die Knollen nicht ab, sondern entferne nur grob die Erde. Dafür kannst du eine normale Bürste verwenden. Lass die Süßkartoffeln anschließend ein paar Tage an der frischen Luft trocknen. Sind sie einmal gut durchgetrocknet, lagerst du sie wie Kartoffeln an einem trockenen und kühlen Ort. Dort sind sie ziemlich lange haltbar. Ich habe schon Süßkartoffeln gehabt, die ich im September aus dem Beet geholt habe und die im Februar noch immer top waren.

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Einmal geerntet wollen die Süßkartoffeln natürlich auch lecker zubereitet werden. Super schmecken Süßkartoffeln ganz simpel als Ofenkartoffel aus dem Backofen mit einem cremigen Dip oder auch ganz klassisch aus dem Airfryer gewürfelt oder als Süßkartoffel-Pommes. Oder du versuchst dich mal an diesen Rezepten:

Und jetzt bleibt mir nur noch, dir gutes Gelingen beim Pflanzen, Ernten und Verarbeiten deiner eigenen Süßkartoffeln zu wünschen. Wenn du dich selbst an den Süßkartoffeln versuchst, schick mir doch gerne ein Bild von deinen Pflanzen über Instagram an @minime.life_official.


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3 Kommentare

  1. Es ist wirklich inspirierend zu sehen, wie du nicht nur praktische Anleitungen bereitstellst, sondern auch die Freude am Gärtnern vermittelst. Die Vorfreude darauf, meine eigenen Süßkartoffeln zu ernten, hat sich dank deines Beitrags definitiv verstärkt. Herzlichen Dank für die wertvollen Informationen und die extra Portion Motivation!

    Liebe Grüße aus dem Garten,
    Swenja

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