Garten,  Nachhaltigkeit

Gemüse zuhause anbauen – Wie du dir echtes Schrebergartenfeeling nach Hause holst

Lesedauer: 7 Minuten

Ich wage mal die unerfreuliche Prognose, dass das Jahr 2020 so ziemlich gelaufen ist. Corona hat ganze Arbeit geleistet und in nahezu jedem Bereich alles über den Haufen geworfen, was man sich für dieses Jahr so vorgenommen hat. Und keiner von uns weiss so ganz genau, wann wir überhaupt wieder einen Hauch von Normalität ins Leben zurück bekommen.

Viele Menschen nutzen die Zeit des Lockdowns und gehen Zuhause die verschiedensten Projekte an. Frühjahrsputz, Renovierung, endlich mal die Lampe im Schlafzimmer aufhängen (also macht der Göttergatte hoffentlich demnächst wirklich mal), Mundschutz nähen… Irgendwann ist man aber auch mit der größten Aufgabe fertig. Und was dann? Mein Tipp gegen die Langeweile: Gärtnern.

Gartenarbeit: Ein WinWin wie aus dem Lehrbuch

Gärtnern ist eine Never-Ending-Story. Und was sonst schonmal ein bisschen Nervig sein kann, ist aktuell wirklich Gold wert. Beim Gärtnern hat man einfach immer was zu tun und wird für seine Arbeit letztendlich auch noch reich belohnt. Bewegung gibt es oben drauf auch noch gratis. Ein „WinWin“ wie aus dem Lehrbuch quasi.

Jetzt ist aber natürlich nicht jeder mit einem Garten vor dem Haus oder – so wie ich – mit einer Parzelle im Kleingarten gesegnet. Auf das Kleingartenfeeling muss deshalb aber trotzdem niemand verzichen, wer Gemüse zuhause anbauen will, kann das ohne Probleme auf dem Balkon oder sogar direkt in der Wohnung machen. Und große Vorkenntnisse braucht man dazu auch nicht.

Gemüse zuhause anbauen: Tipps für den Balkon

Wenn du einen Balkon hast, dann bist du für das Zuhause-Kleingarten-Feeling optimal ausgerüstet und kannst dich so richtig austoben. Es gibt unzählige Obst- und Gemüsesorten, die sich hervorragend für den Anbau auf dem Balkon eignen und die sich in Töpfen, Blumenampeln, Schalen oder Blumenkästen pudelwohl fühlen. Am besten arbeitest du mit Gefäßen in unterschiedlichen Höhen, damit du möglichst viele verschiedene Sorten unterbringen kannst. Nutz dabei auch Hocker, Regale, Stangen und Hängeampeln. So nutzt du den begrenzten Platz auf dem Balkon super aus.

Welches Pflanzgefäß für was?
  • Blumenkästen am Balkongeländer eignen sich hervorragend zum Anbau von Kräutern jeglicher Art. Auch Salate wachsen dort super. Selbst Spinat und Radieschen könnt ihr in Blumenkästen anbauen. Für den Kauf empfehle ich Kästen mit Bewässerungssystem (Amazon Affiliate Link). Die sind zwar etwas teurer, aber sie verfügen über einen Wasserspeicher und eine Wasserstandsanzeige. Gerade währen der heißen Zeit des Jahres läufst damit weniger Gefahr, dass deine Pflanzen vertrocken.
  • Hochbeete sind prima, wenn du auf deinem Balkon ausreichend Platz hast. Sie schaffen euch jede Menge Platz für Pflanzen wie Zucchini, Kürbis, Tomaten, Gurken, Bohnen und Erbsen. Ja sogar Süßkartoffel oder Melonen sind in Hochbeeten möglich. Ich selbst mag am liebsten die LowBudget-Version von Hochbeeten (eine Bauanleitung dazu hab ich hier bereits mal veröffentlicht: DIY-Hochbeet), aber für die Nutzung auf einem Balkon empfehle ich kleinere Varianten wie z.B. dieses Holz-Hochbeet mit Ablage oder Pflanzregale (Amazon Affiliate Link).
  • Große Pflanzkübel dürfen meiner Meinung nach auf dem Balkon ebenfalls nicht fehlen. In diesen lassen sich ebenfalls viele Obst- und Gemüsesorten wie Zucchini, Tomaten, Kürbis, Süßkartoffeln, normale Kartoffeln, Möhren, Lauch & Co anpflanzen. Auch kleine Beerensträucher, Olivenbäumchen, sowie Zitronen- oder Orangenbäumchen fühlen sich in großen Pflanzkübeln wohl. Die Kübel selber müssen nicht teuer sein. Du kannst dafür verwenden, wann du daheim hast. Auch große Wannen gehen super. Prima finde ich aber auch Pflanzkübel mit Rankhilfen (Amazon Affiliate Link). Die sind zwar nicht günstig, sehen dafür aber hübsch aus und geben rankenden Sorten wie Bohnen, Erbsen oder auch Gurken guten Halt.
  • Hängeampeln sind super, um den wenigen Platz auf dem Balkon in die Höhe auszunutzen. Erdbeeren kannst du beispielsweise sehr gut in Hängeampeln anpflanzen. Genauso sämtliche Sorten, die ranken. Die müssen nicht zwangsläufig nach oben wachsen, sondern dürfen ruhig auch runterhängen. Kleine Sorten Gurken gehen hier beispielsweise gut. Es gibt aber auch hängende Tomatensorten. Und natürlich sind auch Kräuter bestens für Hängeampeln geeignet.
  • Hast du keinen Platz für Hochbeete oder große Pflanzkübel, kannst du auch ganz normale Blumentöpfe für den Anbau von diversem Gemüse nutzen. Paprika, Chilis, Auberginen und Kräuter funktionieren darin sehr gut. Und für die Unterbringungen eignen sich Fenstersime und Blumentreppen (Amazon Affiliate Link).

Gemüse zuhause anbauen: Tipps für Indoor-Gardening

Wenn du keinen Balkon hast, musst du auf das Gärtnern übrigens nicht verzichten. Im Prinzip kannsts du dieselben Pflanzbehälter wie auf dem Balkon auch innerhalb der Wohnung verwenden und nahezu dieselben Pflanzen wie auf dem Balkon anbauen. Durch die gleichmäßige Temperatur erhöht sich sogar oftmals der Erntezeitraum, bzw. es ist auch möglich, mehrmals im Jahr zu ernten.

  • Wichtig beim Indoor-Gärtnern ist, dass duStandorte wählst, an denen deine Pflanzen möglichst viel natürliches Licht abbekommen. Fensterbänke oder ein Platz in der Nähe von großen Fenstern, Glastüren etc. sind super.
  • Da in der Wohnung nicht unbedingt Insekten unterwegs sind, musst du bei einigen Sorten die Bestäubung selbst übernehmen. Sonst hast du am Ende keine Ernte. Das ist zum Beispiel bei Tomaten der Fall. Oder auch bei Paprika. Die Bestäubung selber ist aber nicht kompliziert. Meist reicht es schon, wenn du ein bisschen an den Pflanzen schüttelt. Notfalls einfach ein bisschen Blütenstaub mit dem Finger aufnehmen und damit sanft über den Stempel fahren.
  • Weil du in der Wohnung auch keine Insekten, Regenwürmer etc. im Boden hast und auch kein Laub, Rasenschnitt etc. als Düngematerial anfällt, musst du darauf achten, deine Pflanzen regelmässig zu düngen. Ohne reichtlich Nährstoffe fällt die Ernte sonst nur minimal aus. Oder es wächst einfach direkt gar nix. Natürlich kannst du hier auf fertigen Dünger zurückgreifen. Wer es dagegen natürlich mag, für den ist ein Wurmkomposter super. Nicht günstig, aber man kann damit auch in der Wohnung seinen eigenene, nährstofreichen Kompost erzeugen.

Pflanzen selbst vorziehen vs. vorgezogene Pflanzen kaufen

Bevor es ans große Anpflanzen geht, steht natürlich immer die Frage im Raum, ob man sich seine Pflanzen selber vorziehen soll oder einfach direkt fertig vorgezogene Pflanzen kauft. Wenn man Gemüse zuhause anbauen will, macht es Sinn, die Pflanzen selber vorzuziehen. Damit steigt zum einen die Vorfreude auf das eigentliche Anpflanzen. Außerdem finde ich es schön, den kleinen Pflänzchen beim Wachsen zuzuschauen. Und das Ganze hat auch den Vorteil, dass man auch ungewöhnlichere und alte Gemüsesorten anbauen kann.

  • Beim Saatgut solltest du darauf achten, dass du hochwertiges Saatgut verwendet. Am besten in Bioqualität. Ich verwende das Schrebergarten Starter Set von Hauptstadtgarten (keine Werbung: selbst gekauft und mega begeistert davon!). In diesem Set ist so ziemlich alles drin, was das Gärtnerherz höher schlagen lässt. Verschiedene Sorten Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Erbsen, Bohnen, Möhrchen, Kohlrabi, Rotkohl und und und… Ausserdem ist in dem Set eine tolle Pflanzanleitung mit vielen wertvollen Tipps und Tricks dabei.
  • Als Gefäße für das Vorziehen kannst du alles mögliche verwenden. Ich habe mir für 2020 Anzuchttöpfchen (Amazon Affiliate Link) gekauft. Du kannst aber auch Joghurtbecher, leere Klopapierrollen, Eierkartons oder ähnliches benutzen.
  • Bei der Erde empfehle ich eine spezielle Anzuchterde (Amazon Affiliate Link). Zwar hat bei mir die Anzucht in ganz normaler Blumenerde auch schon geklappt, aber in der Anzuchterde wachsen die Pflänzchen einfach nochmal einen Tick besser, werden kräftiger und auch robuster. Die Anzuchterde ist zwar etwas teurer, aber man braucht auch nicht sonderlich viel davon.

Fertig vorgezogene Pflanzen

Wenn du die Pflanzen dagegen schon fertig vorgezogen kaufen willst, dann kannst du dir die im Baumarkt deines Vertrauens holen. Dort gibt es meist reichlich Auswahl. Noch besser wäre es aber natürlich, wenn du die Jungpflanzen bei einem Gärtner aus der Umgebung kaufst. Hast du sowas nicht in der Nähe, kannst du auch auf Bio-Pflanzen aus dem Internet zurückgreifen. Sehr gut ist zum Beispiel Biogartenversand.de.

Lesenswerte Gartenblogs & Buchtipps

Auch wenn ich hier auf der Seite immer mal wieder Tipps rund um das Thema Garten veröffentliche, gibt es doch auch jede Menge Blogs, die sich noch viel mehr mit dem Gärtnern beschäftigen als ich. Meine liebsten sind Parzelle 14 und Hauptstadtgarten. Bei den beiden solltest du unbedingt mal vorbei schauen. Das lohnt sich absolut und hier hole auch ich mir selbst immer wieder Inspiration und Anregung.

Wenn du noch ganz neu im „Garten-Game“ bist und dir gerne Tipps und Anregungen aus Büchern holst, der solltest du dich hier umschauen: Mein Naschbalkon, Leckeres vom Balkongarten, Selbstversorger-Balkon oder Indoor-Gardening. Falls du lieber digital liest, dann schau dir doch auch mal Kindle Unlimited an. Hier gibt es (Stand 09.04.2020) gleich zwei Monate Zugang komplett gratis. Oder wie wärs nach getaner Arbeit mit einem schönen Hörbuch? Audible bietet ein Probeabo, bei dem ihr grundsätzlich ein Hörbuch gratis bekommt. Amazon Prime Mitglieder sogar zwei. Eignet sich auch super zum nebenbei hören während der Gartenarbeit. (bei allen Links in diesem Absatz handelt es sich um Amazon Affiliate Links)


Wenn dich mein Gartenfieber jetzt angesteckt hat und du ebenfalls Gemüse zuhause anbauen willst, dann schreib mir doch gerne mal in die Kommentare, was du alles so anbaust und vor allem auch wo. Nutzt du den Balkon, hast du selbst einen Garten oder versuchst du dich am Indoor-Gardening? Und schau ruhig auch ab und zu in meinem Garten-Archiv vorbei. Dort gibts immer wieder mal was Neues rund um das Thema Garten, Gemüse anpflanzen & co.


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