Slow it down – Make it worth | Mit Singletasking das Tempo rausnehmen

Wie letzte Woche angekündigt, kommt hier der mittlerweile dritte Beitrage zu meinem Projekt „Slow it down – Make it worth„. Ging es in den ersten Beiträgen noch darum, rauszufinden, was man eigentlich möchte und wie man mit ein paar wenigen Routinen wichtige Grundlagen schaffen kann, liegt der Fokus heute ganz klar auf dem „Slow it down“. Das Tempo rauszunehmen ist eine prima Stellschraube fürs allgemeine Wohlbefinden und kann im Alltag extrem hilfreich sein. Man muss sich aber darauf einlassen und sich vor allem auch daran gewöhnen.

Wieso langsamer besser ist

Unser Alltag ist gespickt mit Aufgaben. Wir gehen arbeiten, haben unseren Haushalt, müssen einkaufen, kochen, Kinder und Haustiere versorgen, unserer Familie und den Freunden gerecht werden, Hobbys pflegen, uns um Steuern und Versicherungen kümmern und nebenbei sollten wir uns natürlich auch nicht selbst vergessen. All diese Aufgaben brauchen enorm viel Zeit und noch mehr Energie. Besonders, wenn es um Dinge geht, die wir eher nicht so gerne machen.

Um alles unter einen Hut zu bekommen, schreiben wir To-Do-Listen, leben nach Organizern und versuchen ständig, so viel wie möglich gleichzeitig zu machen. Multitasking ist längst eine Eigenschaft geworden, die von der Gesellschaft bewundert wird. Wenn du es schaffst zu kochen, dich gleichzeitig um die Wäsche zu kümmern, nebenbei die Geburtstagsparty am Wochenende planst, Mails beantwortest und zwischendurch alle Pflanzen in deiner Wohnung giest, gilst du als produktiv. Die Menschen bewundern dich dafür, wie gut du alles schaffst. Spoiler: Auf Dauer tut Multitasking aber niemandem gut.

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Multitasking ist alles andere als produktiv

Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die belegen, dass Multitasking nicht gut für uns ist. Wer ständig mehrere Dinge gleichzeitig macht, macht nichts davon richtig gut. Unsere Gehirne sind schlichtweg nicht dafür ausgelegt. Das merkt man beispielsweise ganz besonders, wenn man einen Film schaut und nebenbei am Handy hängt. Der Handlung des Films kann man kaum mehr folgen, Dialoge werden überhört und was am Handy passiert, bekommt man auch nicht so richtig mit. Noch schlimmer ist es, wenn wir uns beim Essen ablenken. Egal ob durchs Smartphone oder ganz klassisch mit der Zeitung. Wir nehmen den Geschmack nicht mehr richtig wahr, denn unser Gehirn ist mit anderen Dingen beschäftigt. Meist essen wir sogar mehr, weil wir es kaum mehr mitbekommen, wenn der Körper signalisiert, dass es genug war.

Zusammengefasst kann man also sagen: Multitasking macht uns unaufmerksam, sorgt dafür, dass wir Aufgaben schlechter erledigen, als wir eigentlich könnten und lenkt uns vom Wesentlichen ab.

Schluss mit Multitasking – Jetzt ist Singletasking angesagt

Singletasking ist ein essentieller Bestandteil meines Projekts. Ich habe mir fest vorgenommen, darauf zu achten, dass ich das was ich tue, langsam und sorgfältig mache. Eines nach dem anderen. Das hat auch viel mit Achtsamkeit zu tun und bringt einiges an Ruhe in den Alltag. Es ist aber tatsächlich gar nicht so einfach und es dauert einige Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat. Wir stecken alle schon so sehr in der Multitasking-Falle, dass wir oft gar nicht mehr bemerken, was wir alles gleichzeitig machen. Und wie schludrig wir dabei arbeiten.

Das Geheimnis für mehr Singletasking im Alltag lautet daher „Beobachten, beobachten, beobachen“. Wenn man dauerhaft vom Multitasking weg will, muss man erst einmal die Verhaltensweisen identifizieren, in denen man sich entsprechend verhält. Das können schon Kleinigkeiten sein. Das Smartphone beim essen, das Checken von E-Mails während man telefoniert, das Schreiben der Einkaufsliste während dem Kochen oder die To-Do´s, die man im Kopf durchgeht, während man sich gerade mit jemandem unterhält. Erst wenn man erkannt hat, in welchen Bereichen man überall in die Multitasking-Falle tappt, kann man selbst aktiv etwas dagegen tun.

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Aufgaben in Blöcke unterteilen

Um sich ans Singletasking zu gewöhnen, hilft es sehr, Aufgaben in Blöcke zu unterteilen. Damit zwingt man sich, nur eine einzige Sache zu machen. Nützliche Tools dabei sind unter anderem ein Timer und der Flugmodus des Smartphones. Der Flugmodus, um Ablenkungen durch das Smartphone zu verhindern und der Timer, um sich selbst zu limitieren. Das ist wichtig, um sich nicht gleich zu Beginn komplett zu überfordern.

Ich selbst nutze gerne die Pomodoro-Technik. Dabei handelt es sich um eine Methode des Zeitmanagement, in der man seine Arbeiten und Aufgaben in 25 Minuten Abschnitte unterteilt und diese mit Hilfe eines Timers überwacht. Zunächst formuliert man für sich ein Ziel, das man erreichen möchte (z.B. E-Mails bearbeiten). Dann stellt man den Timer auf 25 Minuten und beginnt mit der Arbeit. In den nächsten 25 Minuten kümmert man sich exakt nur um diese eine Aufgabe und arbeitet konzentriert daran. Ist die Zeit abgelaufen, macht man fünf Minuten Pause und dann starten die nächsten 25 Minuten. Der Vorteil bei dieser Technik: Der Zeitrahmen ist exakt abgesteckt und selbst bei unangenehmen Aufgaben hat man ein klares Ende vor Auge. Durch die Konzentration auf eine einzige Aufgabe ist man fokussierter, produktiver und wird schneller fertig.

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Die Pomodoro-Technik leicht abgewandelt

Die 25-Minuten-Intervalle der Pomodoro-Technik eignen sich natürlich nicht unbedingt für alle Aufgaben im Haushalt und im Alltag. Viele Dinge benötigen überhaupt nicht so viel Zeit. Ich habe mir die Pomodoro-Technik daher etwas angepasst und verkürze die Zeiten, wenn nötig. Das sieht dann in etwa so aus:

Beispiel Mails bearbeiten: Ich schaue mir meine Mails durch und schätze grob ab, wie viel Zeit ich dafür benötige. Im privaten Alltag brauche ich dafür selten länger als zehn Minuten. Ich schalte mein Smartphone in den Flugmodus, stelle meinen Timer entsprechend ein und arbeite anschließend konzentriert meine Mails ab. Wenn ich früher damit fertig bin, umso besser. Habe ich am Ende nicht alle Mails geschafft, auch nicht schlimm. Die sind dann beim nächsten Intervall dran.

Beispiel Haushalt: Ich überlege mir, welche Aufgabe ich im Haushalt erledigen möchte. Zum Beispiel Schubladen in der Küche ausmisten, putzen und neu einräumen. Dafür will ich mir die gesamten 25 Minuten nehmen. Ich schalte also das Smartphone wieder in den Flugmodus, stelle den Timer auf 25 Minuten und fange an. Habe ich am Ende alle Schubladen geschafft, ist das super. Wenn nicht, dann sind die restlichen eben beim nächsten Mal dran. Auch super: Aufräumrunden mit dem Timer. Einmal am Tag lege ich eine Aufräumrunde ein, die ich mir mit dem Timer limitiere. Wenn ich viel Zeit habe, stelle ich den Timer auf 25 Minuten, habe ich weniger Zeit, gerne auch mal nur auf 15 Minuten. Manchmal lege ich auch einfach nur kurze Sprints zwischendurch ein. Die Dauern meist nicht mehr als 3-5 Minuten. Ich stelle den Timer auf die gewählte Zeit und gehe von Zimmer zu Zimmer. Alles was mir auffällt, räume ich auf. Ist die Zeit um, bin ich fertig. Und die Wohnung ein ordentliches Stück sauber. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel mal selbst in kurzer Zeit wegarbeiten kann.

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Mit dem Timer zu mehr Me-Time & Selfcare

Die Methode mit dem Timer eignet sich übrigens auch super, um sich mehr um sich selbst zu kümmern. Viel zu oft stellen wir im stressigen Alltag unsere eigenen Bedürfnisse hinten an und ein Timer kann hier ein echter Game-Changer sein. Für mein Projekt habe ich mir vorgenommen, mir täglich mindestens 25 Minuten Zeit nur für mich zu nehmen. Lesen, in der Badewanne relaxen, Spazieren gehe, Meditieren, Yoga praktizieren oder auf was immer ich sonst Lust habe. 25 Minuten dafür klingt zwar erstmal nach wenig, aber man muss sich auch daran gewöhnen, sich selbst wieder mehr Zeit für sich zu erlauben. Hat man das mal drin, kann man die Zeiten auch ausweiten oder mehrmals am Tag eine Me-Time einlegen. Oder man kombiniert die Me-Time mit Dingen, die man sowieso machen muss. Sofern man Spaß daran hat.

Bei mir klappt die Verbindung zwischen Me-Time und To-Do beispielsweise sehr gut mit dem Kochen. Ich liebe es zu kochen, aber im Alltag hatte ich lange den Spaß dran verloren. Alles musste immer schnell gehen und die Gerichte wurden lieblos zusammengerührt. Mittlerweile nehme ich mir wieder bewusst Zeit zum Kochen. Ich bereite mir die einzelnen Zutaten sorgfältig vor. Lasse alles lange schmoren, backen, braten, köcheln. Nehme mir viel Zeit zum abschmecken. Das bringt mich selbst runter und das Essen schmeckt hinterher auch besser. Ein klassisches Win-Win.

Wie war meine letzte Woche so?

Nach all der Theorie über Multitasking, Singletasking, Pomodoro und die Arbeit mit Timern, will ich dir natürlich nicht vorenthalten, wie mein Projekt allgemein gerade so läuft. Die Routinen, die ich mir überlegt habe, klappen meistens ganz gut. Am Wochenende war ich allerdings mal kurz dran, wieder in alte Muster zurück zu fallen. Mir gings nicht gut, ich war verschnupft, hatte Kopfschmerzen und neben meinem eigenen Hund musste ich auch noch die Hündin meiner Schwester mit versorgen, weil die im Urlaub war. Also meine Schwester. Nicht die Hündin. Wenn ich nicht mit den Hunden beschäftigt war, lag ich die meiste Zeit nur auf dem Sofa und hab die Routinen Routinen sein lassen.

Das gehört übrigens auch dazu: Sich selbst die Erlaubnis zu geben, eben nicht immer perfekt zu sein. Routinen festigen sich nicht von heute auf morgen und wenn man mal einen Tag gar nichts schafft, ist das kein Weltuntergang. Wichtig ist nur, trotzdem am Ball zu bleiben und bei nächster Gelegenheit weiterzumachen. Hier hilft mir die Sache mit den Timern sehr gut. Besonders wenn ich mal gar keine Lust habe oder mich kraftlos fühle. Drei bis Fünf Minuten zwischendrin irgendwas zu tun, schafft man fast immer. Wenn der Timer läuft und das Ende schon zu greifen nah ist, motiviert das ungemein und oft sind ein paar wenige Minuten genau der Anstoss den man braucht, um seinen Arsch für größeres Hoch zu bekommen.

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Wie geht´s weiter?

Im Grunde habe ich dir jetzt alle Bausteine meines Projekts vorgestellt: Die Überlegung was man eigentlich erreichen möchte, die Routinen, das Singletasking und die Arbeit mit der Pomodoro-Technik, bzw. mit Timern. Ich bin mir nicht sicher, wie regelmässig ich hier weiter Updates geben soll, aber da kannst du mir sicherlich kurz helfen. Ist es nötig, einmal wöchentlich zu erzählen, wie es bei mir läuft? Zweimal im Monat? Oder einfach immer zum Monatsende bis Weihnachten? Oder interessiert dich das überhaupt nicht mehr? Schreibs mir doch gerne mal in die Kommentare, was dir am liebsten wäre. Und falls du zu einem bestimmten Thema noch gerne einen ausführlicheren extra Beitrag möchtest, gib mir gerne auch Bescheid, dann ergänze ich entsprechend noch.

Ich geh jetzt auf jeden Fall mal meine Mails checken. Mit dem Timer auf zehn Minuten. Und danach gehts 25 Minuten mit dem Hund Spazieren. Für die Me-Time :)

5 Kommentare

  1. Sehr schöne Seite und ein interessanter Beitrag. Glückwunsch – und weiter so. (-:

  2. Véro de Bavière

    Hallo Moni,
    ich finde Dein neues Projekt spannend. Deine Tipps finde ich sehr hilfreich und ich kann auch etwas davon verwenden. Ich habe schon angefangen, auch wenn es noch nicht so erfolgreich ist ! Das mit dem Timer hat mir jetzt sehr angesprochen. Ich muss es auch versuchen .
    Deswegen, wäre es schön, wenn Du weiterhin darüber berichten würdest ,wie es immer wieder bei Dir klappt (oder nicht !), oder wenn Du neue Routine eingeführt hast oder neue Tipps und Ideen gefunden hast. Das Motiviert auch!
    Alle 2 Wochen wie von Yvonne vorgeschlagen finde ich ein gutes Rhythmus :-)
    Ich freue mit auf die neuen Beiträge.
    Liebe Grüße und mache weiter so :-)

    • Liebe Vero, vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Freut mich sehr, dass dir das Projekt gefällt und die Tipps hilfreich sind. Ich denke auch, dass alle 14 Tage ein guter Rhythmus wäre und werde euch alle auf dem Laufenden halten :)

  3. Hallo, ich finde deine Beiträge sehr inspirierend und würde mir Updates und auch als Motivation regelmäßig wünschen. Vielleicht alle 2 Wochen. Vielen lieben Dank und Grüße Yvonne

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