HaushaltRezepteDIY & UpcyclingGartenMöchtest du über neue Artikel direkt per E-Mail informiert werden?

Beliebte Artikel

Kaffee-Kasse

Einen Blog zu betreiben kostet viel Zeit und auch einiges an Geld. Gefällt dir, was ich hier kostenlos anbiete, freue ich mich sehr über eine kleine (oder größere) Kaffeespende.

€1,00

Blogstatistik
  • 1.575.088 Besuche
woman drinking coffee

Unser Gehirn ist ein bemerkenswertes Organ. Es ist nicht nur in der Lage, kniffelige Aufgaben zu lösen und Probleme zu stemmen, sondern ist uns auch eine große Hilfe dabei, Energie einzusparen. Viele Tätigkeiten, die wir in unserem Alltag ausführen, laufen dank unseres Gehirns im Automatik-Modus. Wenn der Wecker klingelt, stehen wir auf. Wir ziehen uns an, gehen ins Bad, putzen die Zähne und machen uns für den Tag fertig. Anschließend fahren wir zur Arbeit. Dabei nehmen wir meist immer dieselbe Strecke. Und das alles passiert nahezu automatisch.

Dass dein Gehirn gerade im Automatik-Modus ist, merkst du immer daran, dass du über das, was du gerade tust, nicht bewusst nachdenken musst. Sicher ist dir schonmal aufgefallen, dass du irgendwohin gelaufen oder gefahren bist und dich nicht mehr so richtig daran erinnern kannst, was auf der Strecke von A nach B genau passiert ist. Hier war dein Gehirn im Automatik-Modus. Beziehungweise im Energiespar-Modus. Die Tätigkeit ist für dich so zur Routine geworden, dass sie automatisch abläuft.

Diese Automatik kann mitunter problematisch sein – besonders im Verkehr – denn sie lässt uns unaufmerksamer werden. In vielen Bereichen unseres Alltags ist genau dieser Automatik-Modus aber auch eine enorme Hilfe. Richtig genutzt, erleichtert er uns viele Tätigkeiten. Und besonders im Haushalt können wir davon provitieren.

Welche Routinen du in deinem Haushalt nutzen kannst

Routinen kannst du im Haushalt für so ziemlich alles etablieben. Besonders geeignet sind sie aber für alle kleineren Aufgaben, die regelmässig – idealerweise sogar täglich – anfallen. In meinem Putzplan, der auf der FlyLady-Methode basiert und den ich für mich persönlich angepasst habe (Gratis-Download hier!), konzentriere ich mich auf sechs Routinen, die ich Montag bis Sonntag täglich durchführe: Betten machen, Toilette reinigen, Wäsche, Spülmaschine, Waschbecken auswischen, Küche aufräumen. Zusätzlich nehme ich mir täglich noch 5-10 Minuten für eine kleine Aufräumrunde durch alle Räume meiner Wohnung.

Jede Routine für sich alleine benötigt dabei nicht viel Zeit und jede kann problemlos zwischendurch erledigt werden. Bei nanchen reicht es sogar, wenn man nur einmal am Tag prüft, ob überhaupt etwas gemacht werden muss oder nicht (z.B. bei der Wäsche). Alle Routinen zusammen genommen sorgen am Ende dann, dass die Wohnung jeden Tag eine gewisse Grundordnung und Sauberkeit beibehält. Lange Putztage – besonders am Wochenende – sind dadurch nicht mehr nötig und ein Großputz – wie beispielsweise der Frühjahrsputz – werden dadurch komplett hinfällig.

Natürlich kannst du Routinen nicht nur im Haushalt und für jegliche Putzarbeiten einführen. Auch in allen anderen Bereichen deinen Alltags helfen dir Routinen. Eine kleine Yoga-Einheit am Abend, Meditation im Zug zur Arbeit, ein Spaziergang in der Mittagspause, feste Zeiten, in denen du am Abend dein Handy ausschaltest – die Möglichkeiten sind schier endlos.

make it happen book with black stylus
Photo by Ylanite Koppens on Pexels.com

So führst du neue Routinen

Wenn du das Arbeiten mit Routinen selbst einmal ausprobieren möchtest, empfehle ich, dass du dir zunächst einmal eine Übersicht darüber verschaffst, was du gerne künftig als Routine machen möchtest. Im Bereich Haushalt kannst du damit beginnen, Aufgaben zu idenzifizieren, die laufend anfallen. Im Freizeitbereich kannst du dir Tätigkeiten überlegen, die du in Zukunft gerne regelmässig machen möchtest. Notiere dir einfach mal aus dem Bauch raus alles was dir einfällt.

Es kann sein, dass du im Bereich Haushalt auf dieselben Aufgaben kommst wie ich (siehe weiter oben im Artikel) oder aber auch, dass dir noch ganz andere Aufgaben einfallen. Ich bügele beispielsweise grundsätzlich nicht, aber es ist natürlich gut möglich, dass du das regelmässig tust oder tun musst. Im Freizeitbereich bist du natürlich völlig frei. Ob Sport, Entspannung, Familienzeit – alles was du magst und regelmässig tun willst, eignet sich als Routine.

Hast du deine Tätigkeiten identifiziert und notiert, pickst du dir im nächsten Schritte zwei Aufgabe davon aus, mit denen du starten möchtest. Am besten eine aus dem Bereich Haushalt und eine aus dem Bereich Freizeit. Wer fleissig ist, darf sich schließlich auch belohnen. Nimm dabei im Idealfall die leichtesten und einfachsten, denn dann wirst du schnell Erfolge erzielen und die Routinen festigen sich schneller und nachhaltiger. Zum Beispiel „Jeden Morgen Betten machen“ und „gemütlicher Spaziergang nach dem Abendessen“. Und dann zieh die Routinen durch. Versuchs einfach mal eine Woche lang jeden Tag. Am besten immer zur selben Zeit.

Der Routinen-Booster

Um Routinen noch einfacher zu gestalten und um die Gewöhnung an die Routinen zu beschleunigen, gibt es zusätzlich einen kleinen Trick, den ich dir unbedingt ans Herz legen möchte: Verknüpfe die neuen Routinen mit Tätigkeiten, die du sowieso schon machst. Wenn wir mal bei den eben genannten Beispielen (Betten machen und Spazieren gehen nach dem Abendessen) bleiben, lässt sich die Verknüpfung ziemlich einfach gestalten. Arbeite idealerweise mit einem „wenn-dann-Satz“:

  • Wenn ich mich morgens im Bad komplett fertig gemacht habe, gehe ich ins Schlafzimmer und mache die Betten
  • Wenn ich nach dem Abendessen den Tisch abgeräumt habe, ziehe ich meine Schuhe an und gehe 15 Minuten spazieren

Die Verknüpfungen funktioniere aber auch in jedem anderen Bereich. Möchtest du mehr Bewegung in deinem Alltag, könntest du kleine Sporteinheiten in deinen Tag einbauen. Beispielsweise: Wenn ich mit dem Zähneputzen fertig bin, mache ich zehn Kniebeugen. Im Bereich Haushalt könnte die Verknüpfung so aussehen: Wenn ich das erste Mal am Tag auf der Toilette war und fertig bin, putze ich kurz die Toilette durch.

Der Vorteil der Verknüpfungen ist der, dass dein Gehirn nach einiger Zeit Aufgabe A untrennbar mit Aufgabe B verknüpft. Aufgabe A (z.B. das Zähneputzen) wird dann direkter Auslöser für Aufgabe B (z.B. 10 Kniebeugen). Führst du Aufgabe A aus und lässt Aufgabe B weg, wird sich das schon nach kurzer Zeit falsch anfühlen. Voilá damit hast du dein Gehirn umprogrammiert und eine funktionierende Routine geschaffen.

Wie du deine Routine weiter ausbaust

Hast du eine oder zwei Routinen in deinen Alltag eingebaut und schaffst es, diese regelmässig auszuführen, kannst du deine Routine weiter ausbauen und neue Tätigkeiten dazu nehmen. Am besten funktioniert das, wenn du deinen bestehende Verknüpfungskette erweiterst. Das könnte zum Beispiel so aussehen: „Wenn ich mich morgens im Bad komplett fertig gemacht habe, gehe ich ins Schlafzimmer und mache die Betten. Wenn die Betten gemacht sind, schaue ich nach der Spülmaschine und räume diese ein oder aus“. Oder so: „Wenn ich nach dem Abendessen den Tisch abgeräumt habe, ziehe im meine Schuhe an und gehe 15 Minuten spazieren. Wenn ich vom Spazieren zurück bin, lege ich mir die Kleidung für den nächsten Tag zurecht“.

Vemeide es aber unbedingt, zu viel auf einmal zu wollen und gleich riesige Verknüpfungsketten zu erstellen. Die Erweiterung deiner Routine klappt nur dann nachhaltig, wenn du dir die Zeit gibst, die neue Tätigkeit wirklich zur Gewohnheit werden zu lassen. Mach kleine Schritte, die dich nicht überfordern.

Was, wenn eine Routine nicht funktioniert?

Nicht alle Routinen funktionieren gut. Manchmal passen die Kombinationen der Routinen nicht oder die zeitlichen Abläufe lassen sich nicht gut in deinen Alltag integrieren. Manchmal ändert sich auch der eigene Tagesablauf und Routinen, an die du dich eigentlich schon gewöhnt hast, passen nicht mehr dazu. Das ist überhaupt nicht schlimm und alles andere als ein Weltuntergang. Schließlich sind es deine Routinen und du kannst sie jederzeit ändern, anpassen oder auch ganz über den Haufen werfen. Ja selbst wenn du einmal einen superstressigen Tag hast und deine Routine überhaupt nicht schaffst, ist das nicht tragisch.

Routinen einzuführen und zu etablieren ist, kein Sprint, keine einmalige Sache, sondern ein Marathon. Eine never ending story wenn man so will. Nur weil man einmal eine Routine eingeführt hat, bedeutet das nicht, dass diese ab sofort in Stein gemeiselt ist und bis zum Sankt Nimmerleinstag so bleiben muss. So wie sich dein Leben und dein Alltag ändert, kannst du auch deine Routinen immer wieder neu ändern, austauschen und anpassen. Du kannst mit ihnen spielen und rumprobieren wie viel und wie oft du möchtest. Und du kannst sie auch mal auslassen, wenn sie an einem Tag so gar nicht in den Tagesablauf passen. Wichtig ist, dass du am Ball bleibst und Spaß dabei hast.

calm black woman crossed arms as restriction sign in light room
Photo by Monstera on Pexels.com

Ich hasse Routinen aber und will lieber flexibel sein!

Wenn das so ist, wundert es mich ein wenig, dass du diesen Artikel bis hierher gelesen hast. Aber hey, ist nicht schlimm. Wenn du so gar kein Routinenmensch bist, sondern lieber wild durcheinander wurstelst und machst, was dir grad so in den Sinn kommt, dann ist das auch völlig okay. Falls sich das irgendwann ändert und du es doch mal versuchen willst, komm gerne jederzeit hierher zurück und lies dir meine Tipps nochmal durch :)

Beitrag gefallen? Teile ihn hier mit deinen Lieben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert