Schwäbische Kratzete mit Heidelbeerkompott
Kratzete gehört zu den schwäbischen Klassikern, die heute leider viel zu selten auf den Tisch kommen. Dabei steckt hinter dem einfachen Gericht genau das, was traditionelle Küche ausmacht: wenige Zutaten, saisonales Obst und unkomplizierte Zubereitung.
Serviert mit einem fruchtigen Heidelbeerkompott entsteht daraus ein sommerliches Wohlfühlessen, das an Omas Küche erinnert und gleichzeitig wunderbar in die Heidelbeersaison passt.
Schwäbische Kratzete mit Heidelbeer-Kompott
Zutaten
- 300 g Mehl
- 1 TL Salz
- 1/2 TL Backpulver
- 300 ml Hafermilch
- 3 EL Apfelmus
- 1 Schuss Mineralwasser
- etwas vegane Butter oder Margarine
- Puderzucker
- 300 g frische Heidelbeeren
- 1 EL Zitronensaft
- 1-2 EL Zucker, Ahornsirup oder Agavendicksaft
- 2 EL Wasser
Anleitungen
- Das Mehl gemeinsam mit dem Salz, dem Backpulver, der Milch, dem Apfelmus und dem Mineralwasser in eine Schüssel geben. Mit dem Handrührgerät zu einem gleichmäßigen Teig verrühren. Dabei darauf achten, dass der Teig keine Klümpchen mehr hat.
- Etwas vegane Butter oder Margarine in einer heißen Pfanne schmelzen, dann den Teig komplett in die Pfanne gießen. Die Temperatur herunterschalten und den Teig langsam stocken lassen.
- Sobald der Teig an der Oberfläche komplett gestockt ist, die Kratzete einmal umdrehen (funktioniert am besten, wenn man ein Teller zu Hilfe nimmt).
- Den Teig von der anderen Seite noch etwas bräunen lassen, dann mit zwei Gabeln vorsichtig in gleichmäßige Stücke zerteilen.
- Für das Heidelbeerkompott die Heidelbeeren mit etwas Wasser in einen Topf geben, alles aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze etwas einreduzieren lassen. Zitronensaft und Süße nach Wahl zugeben und abschmecken.
- Zum Servieren die Kratzete gemeinsam mit dem Heidelbeer-Kompott auf einem Teller anrichten und mit etwas Puderzucker bestäuben.
Was ist eigentlich Kratzete?
Kratzete ist eine traditionelle schwäbische Mehlspeise und erinnert auf den ersten Blick an Kaiserschmarrn. Anders als beim Kaiserschmarrn wird der Teig jedoch meist ohne Rosinen zubereitet und weniger süß serviert. In Baden-Württemberg wird Kratzete sowohl als süße Hauptspeise als auch als Beilage zu herzhaften Gerichten gegessen. Beispielsweise zum Spargel.
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Häufige Fragen zur Kratzete:
Kratzete wird traditionell einfacher zubereitet, enthält meist keine Rosinen und wird häufig auch herzhaft serviert.
Ja. Für das Kompott eignen sich frische und tiefgekühlte Heidelbeeren gleichermaßen.
Frisch schmeckt sie am besten. Reste lassen sich aber am nächsten Tag kurz in der Pfanne aufwärmen.
Du kannst eigentlich jedes beliebige Obst dazu servieren. Besonders gut passen Himbeeren, Brombeeren, Zwetschgen oder Apfelmus.
Die Kratzete wird traditionell gerne zu Spargel serviert, sie passt aber auch zu Schmorgerichten, mit einem frischen Salat oder auch als komplett eigenständige Mahlzeit beispielsweise mit einer sähmigen Pilzsauce.
Zwischen all den Foodtrends, die auf Social Media in Rekordzeit durch die Decke gehen (und meist genauso schnell wieder verschwinden) geraten traditionellen Rezepte leicht in Vergessenheit. Dabei zeigen Gerichte wie die Kratzete, wie viel Genuss in einfachen Zutaten stecken kann. Vielleicht ist das genau der richtige Anlass, einen alten Klassiker neu zu entdecken.


Ich finde dein Rezept klasse, genau so machen wir es auch in meiner Heimat und es heißt auch Krazet mit Heidelbeeren im Kleinwalsertal
Das ist auf jeden Fall ein schwäbisches Gericht und zwar aus OBERSCHWABEN:)
Ich habe es auch schon in Südbaden gegessen, das stimmt. Der Koch stammt aber
nicht aus Südbaden sondern hat sein Heimatgericht einfach dort gekocht;)
Danke für die Idee das Ganze auch mal in der salzigen Variante mit Spargel zu probieren. Werde ich sicherlich im nächsten Jahr ausprobieren. Ich gehe jedes Jahr in den Wald und hole mir dort Schwarzbeeren (Heidelbeeren). Mitten im Wald mache ich mir keine Sorgen über eine eventuelle Abgasbelastung oder den Fuchsbandwurm. Dafür bin ich mir sicher, dass keine Pflanzenschutzmittel enthalten sind. LG Glitzer
Kratzete – das habe ich ja noch nie gehört! Aber eigentlich ist das ein Kaiserschmarrn, nur dass – zumindest ich – dabei kein Backpulver verwende.
Der Fuchsbandwurm kann ein Problem sein. Aber noch bedenklicher finde ich Umweltbelastungen durch Abgase und an manchen Orten auch noch Strahlung, die auch noch lange nach Tschernobyl existiert. Deswegen sind mir die Heidelbeeren aus einer Zucht lieber. Zumindest, wenn ich sie roh essen möchte.
LG
Sabienes
Na es ist nicht eigentlich ein Kaiserschmarrn. Weil Kaiserschmarrn wird süß gemacht und auch süß gegessen. Kratzete nicht. Man kann das mit süßen Beilagen essen, aber traditionell gibt es Kratzete zum Spargel.
Zum Thema Fuchsbandwurm: Mit den Abgasen hast du natürlich recht. Man sollte Beeren nicht gerade direkt an der Straße sammeln. Im Wald hab ich da allerdings keine Bedenken.
Liebe Dila – nein, ich glaube nicht, dass Kratzete ein Schwäbisches Gericht ist. Man ist Spargel mit Kratzede in Südbaden, vor allem im Markgräflerland – wo man die Kratzede dann auch häufig auf den Speisekarten sieht.
http://markgraeflerin.wordpress.com/2014/04/09/unser-erster-spargel-2014-mit-barlauch-kratzede-und-mayo/Allerdings habe ich bei uns noch kaum eine süße Variante gesehen. Das ist dann wirklich eher ein Kaiserschmarren, wie Du schon schreibst. Pfannkuchen und süß (Kirschen, Apfelkompott, Zwetschgenkompott usw.) sind weit verbreitet, ebenso die Apfelküchle. Dazu gibt es dann Vanillesauce… http://markgraeflerin.wordpress.com/2013/07/20/markgrafler-chriesi-pfannchueche-kirschpfannkuchen/
Grüße aus dem Markgräflerland – Karin
Hmmm das ist so nicht ganz richtig. Mittlerweile wurde mir von zig Seiten bestätigt, dass Kratzete sehr wohl ein schwäbisches Gericht ist. Unter anderem bekannt als „schwäbischer Schmarren“ oder auch als „Durchanander“… Und es wird durchaus auch süß gegessen.
Es ist ein Kaffeekränzchen schwäbisches Gericht, wobei schwäbische auch die Badener betrifft. Baden Württemberg.
Ich habe ein altes schwäbisches Kochbuch. Allerdings gibt es ganz ähnliche Gerichte auch in anderen Bundesländern. Kratzete wird auch schwäbisch ausgesprochen nicht wie es dasteht.