DIY / Upcycling - Garten

Hochbeet selber bauen – So einfach, schnell und günstig geht´s!

Dieser Beitrag wurde 2026 aktualisiert | Disclaimer: Bei allen Produktlinks handelt es sich um Amazon Affiliate Links

Ein Hochbeet ist für viele der Einstieg ins Gärtnern. Überschaubar, praktisch und ideal, um erste Erfahrungen zu sammeln – ganz ohne riesigen Garten oder jahrelanges Vorwissen. Genau deshalb entscheiden sich viele früher oder später dafür, ein Hochbeet zu bauen oder aufzustellen.

Dabei sieht man im Internet oft perfekte Beispiele: exakt zugeschnittenes Holz, sauber geschichtete Erde, alles ordentlich bepflanzt. Die Realität sieht meist etwas anders aus – und das ist völlig okay. Ein Hochbeet muss nicht perfekt sein, um gut zu funktionieren. Es darf einfach und alltagstauglich sein.

In diesem Beitrag zeige ich dir, warum ein Hochbeet so sinnvoll ist, wie ich mein eigenes gebaut habe und worauf es wirklich ankommt – ohne Hochglanz, ohne Perfektionsdruck und ohne den Anspruch, alles „richtig“ zu machen.

Die Vorteile eines Hochbeets

  • Die Höhe: Im Hochbeet kannst du ganz bequem gärtnern und musst nicht ständig auf dem Boden kriechen. Das ist nicht nur für die Knie gut, sondern vor allem auch für den Rücken.
  • Nährstoffbedarf der Pflanzen: Beim Befüllen eines Hochbeets wird organisches Material geschichtet. Äste, Grünabfälle, Rasenschnitt, Kompost, Erde etc. All dieses organische Material verrottet und versorgt das Beet und die darin enthaltenen Pflanzen mit wertvollen Nährstoffen.
  • Wärme: Der Verrotungsprozess des organischen Materials erzeugt Wärme. In Hochbeeten ist es daher nie so kalt, wie in der normalen Erde. Das kommt besonders kälteempfindlichen Pflanzen zu Gute.
  • Schädlinge: Pflanzen im Hochbeet sind besser vor Schädlingen geschützt, als bei Anbau auf dem Boden. Legt man ein Gitter ganz unten ins Hochbeet, haben Wühlmäuse & Co kaum eine Change und Schnecken sind im Hochbeet zwar nicht ganz ausgeschlossen, aber ein deutlich kleineres Problem als auf blanker Erde.
  • Platzbedarf / Urban Gardening: Mit einem Hochbeet ist es durchaus möglich, Obst und Gemüse auf dem eigenen Balkon anzubauen.

In meiner Zeit als Schrebergärtner habe ich Hochbeete zum Anbau von Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Bohnen, Spinat und vielem mehr genutzt. Insgesamt hatte ich sechs Stück, wovon immer fünf in Benutzung waren und eines als Komposter diente. Die Hochbeete haben mein Mann und ich selbst gebaut. Das hatte gleich mehrere Gründe: Zum einen sind fertige Hochbeete oft sehr teuer und zum anderen ist der Eigenbau total einfach und vor allem auch günstig.

Diese Materialien brauchst du für ein Hochbeet

Ein Hochbeet selbst zu bauen ist nicht schwer und du brauchst weder komplizierte und teure Materialien, noch Unmengen Zeit. Alle Materialien bekommst du in jedem Baumarkt und du brauchst auch gar nicht großartig viel handwerkliches Geschick. Meine Hochbeete habe ich allesamt aus einem günstigen Steckkomposter gebaut. Dazu eine Einlage aus Maschendraht gegen Schädlinge und einer Folie zum auszukleiden und um das Holz vor Feuchtigkeit zu schützen.

Hier habe ich dir mal meine Einkaufsliste für ein Hochbeet zusammengefasst (bei allen Links handelt es sich um Amazon-Affiliate-Links, aber du bekommst die Materialien, wie gesagt, auch in jedem handelsüblichen Baumarkt):

So wird das Hochbeet gebaut

Schritt 1: Untergrund begradigen

Der erste Schritt beim Bauen eines Hochbeets ist die Begradigung des Untergrunds. Du musst schauen, dass die Fläche, auf der das Hochbeet später stehen soll, so eben wie möglich ist. Hast du das geschafft, kann es auch schon mit dem Hochbeet-Bau losgehen.

Schritt 2: Steckkomposter aufbauen

Baue den Steckkomposter einfach nach Anleitung auf. Das ist supereasy – du musst die Holzbretter lediglich ineinander stecken. Zeitaufwand: wenige Minuten.

Schritt 3: Hochbeet auskleiden & Folie fest tackern

Wenn der Steckkomposter als Gerüst steht, geht es ans Auskleiden. Dazu nimmst du die Teichfolie und schneidest sie dir für die Seiten deines Hochbeets zurecht. Für meinen viereckigen Standard-Steckkomposter habe ich die Folie auf 60x 100 cm zugeschnitten. Und das Ganze zwei Mal – also ein Folienstück für je zwei Seite des Hochbeets. Das reicht dann genau einmal innen rum, überlappt sich aber noch ein wenig und alles ist dicht. Wenn du die Folie entsprechend innen angelegt hast, tackerst du sie einfach mit dem Handtacker fest (oder klopfst mit dem Hammer ein paar Nägel rein – da mache ich gerne im Frühjahr zur Ausbesserung und Stabilisierung)

Schritt 4: Maschendraht gegen ungebetene Gäste

Sobald die Folie befestigt ist, fehlt nur noch der Maschendrahtzaun. Den schneidest du dir ein bisschen größer als das Hochbeet zurecht und legst ihn doppelt unten in das Hochbeet hinein. Sei dabei ruhig großzügig. Den Draht kannst du in der Regel nur auf einer Rolle kaufen und mehr als die Hälfte brauchst du nicht für dein Hochbeet. Umso engmaschiger deine Maschendrahtsperre, umso geringer die Chance, dass Wohlmäuse, Maulwürfe oder sonstiges Getier zu deinen Pflanzen durchkommt.

So wird das Hochbeet befüllt

Wenn das Hochbeet steht, fehlt nur noch die Befüllung. Hier gilt: Ein Hochbeet wird geschichtet und zwar von grob bis fein. Die Basis bildet immer die gröbste Schicht. Dazu nimmst du am besten Äste von Bäumen, Sträuchern und Hecken. Sowas fällt in einem Garten in der Regel ja sowieso immer an und im Hochbeet kann man diese Grünabfälle wunderbar verwenden.

Nach der groben Schicht füllst du eine Schicht Grünschnitt ins Hochbeet. Rasenschnitt, der beim Rasenmähen anfällt, ist zum Beispiel ideal dafür. Du kannst aber auch Blätter verwenden. Das bietet sich beispielsweise an, wenn du dein Hochbeet im Herbst aufbaust.

Die letzte Schicht für dein Hochbeet bildet die Erde. Wenn du dein Hochbeet zum ersten Mal befüllst, kauf am besten hochwertige Blumen- / Pflanzerde oder Komposterde. Das ist zwar erstmal ein bisschen teurer, aber du musst in den folgenden Jahren nur noch mit (eigenem Kompost) oder zugekaufter Erde auffüllen.

Extra-Tipp: Auf vielen städtischen Wertstoff- und Entsorgungshöfen kannst du günstig Komposterde kaufen. Auch in größeren Mengen. Hast du so etwas nicht in deiner Nähe, kann ich die torffreie Bio-Tomaten- & Gemüseerde von Plantura empfehlen (generell Daumen hoch, für die Plantura-Produkte!).

Das Hochbeet bepflanzen

Wenn du dein Hochbeet gerade frisch aufgebaut und befüllt hast, ist der Impuls groß, das neue Beet direkt zu bepflanzen. Lass das bitte und gönne deinem neuen Hochbeet zuerst ein paar Tage Ruhe. Die verschiedenen Schichten werden sich noch setzen und du wirst das Hochbeet nach ein paar Tagen nochmal etwas auffüllen müssen. Sobald sich alles gesetzt und beruhigt hat, kannst du dann aber loslegen.

Bei der Bepflanzung hast du nahezu freie Auswahl und deiner Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. In meinen Hochbeeten habe ich schon erfolgreich Süßkartoffeln, Gurken, Paprika, Zucchini, Melonen, Pimientos, Mangold, Spinat und vieles mehr gehabt. Die Süßkartoffeln sind dabei mein absolutes Highlight gewesen. Falls du die auch mal ausprobieren willst, habe ich hier eine Anleitung dafür: Süßkartoffeln selbst anbauen.

Kosten und Zeitaufwand für dein Hochbeet

Im Vergleich zu fertigen Hochbeetsystemen, die in der Regel bei weit über 150 Euro liegen, ist das DIY-Hochbeet ein richtiges Schnäppchen. Die Stecksystem-Komposter bekommt man oft schon für 15.- bis 30.- Euro, die Teichfolie kostet pro Quadratmeter rund 8.- bis 10.- Euro und der Maschendrahtzaun schlägt mit rund 15.- Euro zu buche. Meine Hochbeete haben im Schnitt 35.- Euro pro Stück gekostet. Sie haben rund 7 Jahre in meinem Garten ausgehalten und ich habe nur hin und wieder die Folie ausgebessert und einzelne Bretter getauscht.

Was den Zeitaufwand anbelangt, so ist der für den Bau des Hochbeets absolut sehr überschaubar. Das Gerüst mit dem Stecksystem ist innerhalb weniger Minuten aufgebaut und auch das Anbringen der Teichfolie geht ruck zuck. Nach ca. 15 Minuten standen meine Hochbeete jeweils fix und fertig da und konnte befüllt werden. Der Zeitaufwand fürs reparieren etwaiger Schäden nach dem Winter beläuft sich ebenfalls auf wenige Minuten pro Beet.

Wie lange halten die DIY-Hochbeete

Die ältesten Hochbeete, die ich in meinem Garten hatte, waren sieben Jahre in Benutzung. Hätte ich meinen Schrebergarten nicht Ende 2024 abgegeben, hätte ich sie nach dieser Zeit aber sicherlich mal erneuert, denn nach sieben Jahren hat man ihnen das Alter dann doch schon angesehen. Das Holz der Steckkomposters war nicht mehr taufrisch, die Teichfolie an so vielen Stellen eingerissen, dass eine Reparatur nahezu unmöglich geworden ist und teilweise waren die Komposter auch etwas eingesunken und verschoben. Aber was soll man dazu sagen – für durchschnittlich 35 Euro pro Beet sind sieben Jahre durchaus eine passable Lebensdauer, bei der man nicht meckern kann.

Wie ist das denn bei dir? Planst du selbst ein Hochbeet oder gleich mehrere? Hast du Fragen zu meiner Anleitung oder allgemein zu Gartenthemen? Schreibs mir gerne unten in die Kommentare. Und wenn du keinen Garten hast, aber trotzdem Gemüse anbauen willst, dann schau unbedingt mal bei diesem Artikel vorbei: Gemüse zuhause anbauen – Wie du dir echtes Schrebergartenfeeling nach Hause holst.


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Food- & Lifestyleblogger mit Leidenschaft für Minimalismus, Achtsamkeit und Umweltschutz.

4 Comments on “Hochbeet selber bauen – So einfach, schnell und günstig geht´s!

  1. Vielen Dank für die ausführliche und gut verständliche Anleitung! Ich finde die Tipps wirklich hilfreich und bin begeistert von der Idee. Das Hochbeet werde ich auf jeden Fall nachbauen, denn es scheint eine tolle Möglichkeit zu sein, Pflanzen optimal wachsen zu lassen.

  2. „in der Spießigkeit angekommen“ – zu gut! Geht mir übrigens genau so :P
    Bin seit Januar Kleingärtner. Und sogar mein Mann, bekennender Gartenhasser, macht mit und plant die neuen Beete :)
    LG Anne

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