Eine Frau sitzt am Tisch mit einer Liste und der Überschrift Wie viel Zeit kostet FlyLady wirklich

FlyLady Teil 5: Wie viel Zeit kostet FlyLady wirklich? Ein Blick in meinen Alltag

Nachdem wir uns in den letzten Teilen der Serie die Routinen, den Tagesfokus und die Zonenreinigung angesehen haben, kommt heute eine Frage dran, die mir besonders häufig gestellt wird: Wie viel Zeit kostet FlyLady eigentlich?

Viele Menschen befürchten, dass man mit dem FlyLady-System ständig putzt oder jeden Tag mehrere Stunden in den Haushalt investieren muss. Und das kann ich verstehen, denn als ich zum ersten Mal von FlyLady gehört habe, ging es mir genauso. Und ich glaube, mein Mann denkt das sogar heute noch. Die kurze Antwort lautet aber: So ist es gar nicht. Deshalb möchte ich dir heute zeigen, wie ein typischer FlyLady-Tag bei mir aussieht und wie viel Zeit ich tatsächlich für meinen Haushalt aufwende.

Falls du über diesen Artikel gestolpert bist, meine vorherigen Artikel aus der FlyLady-Reihe aber noch nicht kennst, empfehle ich dir, erst einmal die vorherigen Artikel durchzulesen und anschließend hierher zurück zu kommen:

  1. FlyLady einfach erklärt
  2. Die Baby Steps
  3. Der Tagesfokus
  4. Die Zonenreinigung
  5. FlyLady in der Praxis: Zeitaufwand und Beispiele (dieser Artikel)
  6. FlyLady-Putzplan-Vorlage
  7. Häufige Fragen zu FlyLady
  8. Mein Zwischenfazit nach 7 Monaten
  9. FlyLady in der Partnerschaft
  10. Mein heutiger Weg mit FlyLady
Infografik Mein FlyLady Montag in 15 minuten inklusive Home Blessing

Mein typischer FlyLady-Montag

Der Montag ist in meiner FlyLady-Woche normalerweise der aufwendigste Tag. An diesem Tag erledige ich meine täglichen Routinen, das Weekly Home Blessing und die Zonenreinigung.

Wenn wir davon ausgehen, dass in dieser Woche die Wohnzimmer-Zone dran ist, sieht mein Montag ungefähr so aus:

Die täglichen Routinen

Zu meinen täglichen Routinen gehören: Betten machen, Bad und Toilette kurz auffrischen, Spülmaschine ein- oder ausräumen, Wäsche erledigen, Küche aufräumen und sauber hinterlassen, bei Bedarf Hotspots beseitigen. Diese Aufgaben verteilen sich bei mir über den Tag. Ein großer Teil davon passiert morgens vor der Arbeit, die Küchenroutine erledige ich meist am Abend.

Zeitaufwand: durchschnittlich 15 Minuten über den Tag verteilt

Das Weekly Home Blessing

Am Montag erledige ich außerdem mein Weekly Home Blessing. Dazu gehören: Staub wischen, Türen, Lichtschalter und Spiegel reinigen, Mülleimer kontrollieren / leeren, Papierkram durchsehen, Böden saugen und Böden wischen. Das Home Blessing sorgt dafür, dass die Wohnung jede Woche einmal grundlegend gereinigt wird, ohne dass dafür ein ganzer Samstag draufgeht.

Zeitaufwand: etwa 40 Minuten

Übrigens: FlyLady plant für das komplette Home Blessing eigentlich bis zu einer Stunde ein – bzw. 10 Minuten pro Aufgabe. In meinem Haushalt bin ich meistens deutlich schneller fertig, denn bei regelmässiger Reinigung wird nichts mehr so dreckig, dass man Ewig dafür brauchen würde.

Die Zonenreinigung

Nach den Routinen und dem Home Blessing kümmere ich mich noch um die aktuelle Zone. In unserem Beispiel wäre das das Wohnzimmer. Dort suche ich mir einfach eine Aufgabe aus meiner Zonenliste aus, stelle den Timer auf 15 Minuten und lege los. Ich miste zum Beispiel eine Schublade aus oder sauge das Sofa ab, putze ein Fenster oder entstaube mal wieder den Fernseher gründlich. Nach Ablauf der 15 Minuten ist Schluss.

Zeitaufwand: 15 Minuten

Mein geamter Zeitaufwand am Montag

AufgabeZeit
Routinen15 Minuten
Home Blessing40 Minuten
Zonenreinigung15 Minuten
Gesamt70 Minuten

70 Minuten klingen zunächst nach viel. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass in dieser Zeit praktisch der komplette Haushalt erledigt wird: Bad, Toilette, Küche, Wäsche, Böden, Staub, Spiegel, Türen und zusätzlich noch eine gründlichere Aufgabe aus der aktuellen Zone.

Warum der Montag der längste Tag der Woche ist

Der Montag wirkt im FlyLady-System oft besonders aufwendig. Das liegt aber vor allem daran, dass ich mein komplettes Home Blessing an einem einzigen Tag erledige. Du musst das nicht so machen. Viele FlyLady-Nutzer verteilen die einzelnen Home Blessing Aufgaben auch auf mehrere Tage. Statt 40 Minuten am Montag erledigen sie beispielsweise jeden Tag nur eine der Aufgaben. Beides funktioniert. Ich persönlich mag es lieber, den größten Teil gleich am Wochenanfang hinter mich zu bringen. Dann starte ich mit einem sauberen Zuhause in die Woche und habe an den übrigen Tagen deutlich weniger zu tun.

Infografik mit Diagramm über die Verteilung des Zeitaufwandes innerhalb einer Woche mit dem Haushaltssystem nach FlyLady

Wie sieht der Rest der Woche aus?

Sobald das Home Blessing erledigt ist, wird es deutlich entspannter. Bei mir sieht eine typische Woche ungefähr so aus:

TagZeitaufwand
Montag75 Minuten
Dienstag35–40 Minuten
Mittwochca. 45 Minuten
Donnerstagca. 50 Minuten
Freitag35 Minuten
Samstag15 Minuten
Sonntag15 Minuten

Wie viel Zeit brauche ich pro Woche?

Insgesamt komme ich auf ungefähr 4,5 Stunden pro Woche. Das klingt zunächst nach einer ganzen Menge. Verteilt auf sieben Tage relativiert sich diese Zahl allerdings schnell. Außerdem sind darin bereits viele Aufgaben enthalten, die früher zusätzlich zum aufräumen und putzen extra angefallen sind:

  • Einkäufe planen
  • Papierkram erledigen
  • Ausmisten
  • Organisieren
  • kleinere Projekte im Haushalt

Früher habe ich viele dieser Dinge aufgeschoben und dann irgendwann mehrere Stunden am Stück dafür gebraucht. Heute erledige ich sie in kleinen Portionen über die gesamte Woche verteilt. Und genau das macht für mich den größten Unterschied. Samstag und Sonntag habe ich dann, bis auf meine kleinen Routinen, im Grunde frei.

Funktioniert FlyLady auch mit einem Vollzeitjob?

Ja. Ich arbeite selbst Vollzeit und genau deshalb gefällt mir das System so gut. FlyLady funktioniert nicht, weil man besonders viel Zeit hat. FlyLady funktioniert, weil die Aufgaben in kleine, überschaubare Einheiten aufgeteilt werden. 5-10 Minuten am Morgen. 5-10 Minuten am Abend. Hier und da ein kleiner Tagesfokus. Das lässt sich deutlich leichter in einen normalen Alltag integrieren als ein großer Putzmarathon am Wochenende.

Natürlich gibt es auch Tage, an denen nicht alles klappt. Dann bleibt eben etwas liegen. Das ist völlig in Ordnung. FlyLady ist kein Wettbewerb und keine Prüfung. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern Regelmäßigkeit.

Fazit: FlyLady spart nicht unbedingt Zeit – aber Stress

Wenn mich heute jemand fragt, wie viel Zeit ich für meinen Haushalt brauche, lautet meine Antwort: Ungefähr viereinhalb Stunden pro Woche. Der Unterschied zu früher ist aber nicht die reine Stundenzahl. Der Unterschied ist, dass ich diese Zeit nicht mehr am Stück investieren muss. Statt stundenlang am Wochenende zu putzen, erledige ich jeden Tag ein kleines Stück. Dadurch bleibt mein Zuhause dauerhaft ordentlich und sauber, ohne dass sich ständig das Gefühl einstellt, mit dem Haushalt hinterherzuhinken. Plus: In der Zeit sind bereits viele Aufgaben eingerechnet, die früher noch extra on top gekommen sind und nochmal extra Zeit gekostet haben. Und genau deshalb funktioniert das FlyLady-System für mich inzwischen so gut.

Im nächsten Teil geht es mit meinem Putzplan weiter

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6 Kommentare

  1. Dieser krasse Zeitaufwand ist der Grund, warum ich mit Flylady nichts anfangen kann. Mich stört es massiv, dass automatisch davon ausgegangen wird, jeder hätte täglich „nur“ 30 Minuten Zeit zum Putzen – kein Raum für Flexibilität. Ich habe z.B. Tage an denen ich unterwegs bin, nein da habe ich keine Zeit zum Putzen, gar keine. An anderen Tagen hingegen ist eine längere Putzssession kein Problem. Auch sind 14-tägige Aufgaben ja quasi nicht vorgesehen.

    Vielleicht passe ich das System irgendwann an meine Bedürfnisse an, eigtl mag ich die Idee mit den Zonen (ich selbst habe wöchentliche Aufgaben + ein Set an monatlichen/14-tägigen Aufgaben für jede Woche des Monats. Aber ich erledige diese wann es mir passt, mal an einem Tag, mal an zweien, mal anders verteilt. Ich verstehe auch nicht warum das bei Flylady so strikt vorgegeben wird und man nicht sagt: hey, es gibt die Haussegnung mit den und den Aufgaben und dann die Zonen mit der Zeit insgesamr bzw. so und so vielen Minuten pro Tag. Teilt euch das ein, wie es euch passt. Das würde die Methode so viel sympathischer machen. (Das was unter „routinen“ fällt, sind sich eigtl Dinge, die man automatisch macht? Ich hätte die nie als „Haushalstaufgaben“ aufgelistet. Ich meine natürlich räume ich auf nach dem Kochen. oder mache morgens mein Bett. Ist das nicht einfach wie Zähneputzen? Liebe Grüße

    1. Hey, danke für dein Feedback. Mach langer Erfahrung mit FlyLady muss ich dir mittlerweile zustimmen. Mir ist das System inzwischen auch zu starr. Ich habe einige Anregungen beibehalten, gestalte mittlerweile meinen Haushalt aber auch sehr viel freier

  2. Wann wischt du die gesamte Wohneng? So wie ich das verstehe sind 10 min zum Wischen geplant, da schaffe ich nicht alles. Wie löst du das, dass die gesamte Wohnung in 1 Woche gewischt wird?
    Vielen Dank für deine Hilfe!
    Lg Sandra

  3. Hallo Moni,
    15min., um 4 Fenster zu putzen ! Hochachtung! Hast Du einen besonderen Trick dazu? Ich brauche mind. 15 min. pro Fenster. Vielleicht liegt es aber daran, dass ich das hasse (das ist bei mir die Tätigkeit, die ich im Haushalt am Meisten hasse!) und somit immer vor mir herschiebe und bisher nur mache, wenn es wirklich nicht mehr anders geht …
    Ich finde aber die FlyLadyMethode im Allgemein echt gut und sehr spannend. Ich brauche aber noch Zeit bis ich mir das alles angeeignet habe! Wie lange hat es bei Dir gedauert, bis Du alles so drauf hattest? Hast Du es erst schrittweise eingeführt oder alles auf ein Mal?
    Das mit Spüle/Waschbecken putzen fand ich am Anfang komisch, besonders, weil die FlyLady soooo viel wert drauf legt (ja, ich habe mir ihre Seite auch angeschaut ;-) ). Aber letztendlich ist es einen Superanfang und es gibt gleich einen guten Gefühl von Sauberkeit. Es ist eigentlich super einfach umzusetzen und motiviert gleich, mehr zu machen.
    Das Arbeiten mit Timer finde ich auch echt gut.
    Ich bin gespannt auf deine Putzplanvorlagen !
    Liebe Grüße und danke nochmals fürs Teilen dieser Methode :-)

    1. Hi Vero, ja ich putz tatsächlich 4 Fenster in 15 Minuten. Genau genommen brauche ich meist sogar nicht einmal so lang. Das Geheimnis sind die Fensterputztücher von ProWin. Ich bin nicht wirklich ein ProWin Fan und halte generell gar nichts von dem Vertriebsmodell, aber die beiden Fenstertücher sind gold wert. Es handelt sich dabei um Mikrofastertücher, bei denen das eine zur eigentlichen Reinigung dient und das andere nimmt man zum nachpolieren (wenn es nötig sein sollte). Mit den Tüchern wischt man einmal über die Flächen drüber (Fenster, Glasscheiben in Schränken, sonstige Oberflächen etc.) und das komplett ohne Reiniger, nur mit klaren Wasser… Alles wird blitzblank, es fusselt nix, es gibt keine Streifen… Die Tücher haben ungelogen mein Fensterputzen revolutioniert. Sind nicht ganz billig und kosten beide zusammen um die 45 Euro, lohnen sich aber absolut. Zum einen geht das Putzen ultraschnell und zum anderen spart man sich jeglichen Reiniger. Ich hab meine Tücher jetzt schon über ein Jahr und habe sie wöchentlich im Gebrauch. Sie sind immer noch Top in Ordnung. Die Tücher gibts zum Glück nicht nur über ProWin selbst oder über einen ProWin Vertreter, sondern auch ganz normal über Amazon. Schau mal hier https://amzn.to/3wsBPkh (ist ein Affiliate Link).

      So jetzt aber nochmal zur FlyLady: Bis ich das ganze System drauf hatte, hat es mehrere Wochen gedauert. Ich schätz mal so 6-7 Wochen. Ich hatte auf jeden Fall einen kompletten Zonenreinigungsdurchlauf durch und dann noch 1-2 Woche danach.. dann hat es wirklich gesessen. Mittlerweile ist mir das Ganze so in Fleisch und Blut übergangen, dass ich das meiste schon automatisch mache. Vor allem auch die Sachen vom Tagesfokus. Nur das Home Blessing kotzt mich manchmal noch an^^ Aber ich mach das ja immer Montags und ich motivier mich dann immer damit, dass ich – wenn ich es erst hinter mir hab – den Großteil der Putzarbeit für die Woche schon geschafft hab. Natürlich hab ich auch immer wieder Tage, an denen es mal nicht so klappt. Gestern zum Beispiel war ich im Büro, kam spät nach Hause und hatte mich auch noch mit Freunden im Biergarten verabredet. Zwischen Arbeit und Biergarten hatte ich gerade mal 30 Minuten um schnell was zu essen und war Abends dann erst um 22.15 Uhr wieder zuhause. Da hab ich nichtmal die Routinen alle geschafft. Aber das ist auch okay und darf auch mal sein.

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