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Jedes Jahr im Herbst, wenn der Federweißer wieder in den Kühlregalen steht, kommt in mir eine ganz bestimmte Kindheitserinnerung hoch: Ich stehe im Wohnzimmer meiner Oma. Links von mir der alte grüne Sessel auf dem abgeranzten Teppich, rechts von mir die dunkle Massivholz-Schrankwand, die immer so eine geheimnisvolle Aura ausgestrahlt. Auf dem Tisch vor mir steht eine dampfende Tasse Hagenbuttentee. Mit viel Zucker drin. Die Tasse ist klein, bauchig, aus Glas – mit einem braunen Hitzeschutz aus Plastik. Nicht schön, aber irgendwie schon immer da. Und für Hagenbuttentee die einzig legitime Tasse. Während der Tee vor sich hin dampft, zieht von der Küche ein herzhafter Duft herüber. Oma backt Zwiebelkuchen. Dicker Hefeteig, weiche, süße Zwiebeln und ein sahniger Guß mit jeder Menge Kümmel. Und ich? Bin hibbelig. Hungrig. Kann es kaum erwarten, bis der Kuchen endlich fertig ist.

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Heute hatte ich exakt dieses Feeling wieder. Leider ohne meine Oma und auch ohne die hässliche Hagebuttenteetasse, die bei der Wohnungsauflösung irgendwo verschütt gegangen ist. Aber der Duft von Zwiebelkuchen war da. Und damit die Oma auch irgendwie. Im Herzen auf jeden Fall.

Wenn du jetzt genauso in Erinnerungen schwelgst und dir ebenfalls ein kleines bisschen Oma-Feeling holen willst, dann versuch dich doch mal an meinen aktuell liebsten Zwiebelkuchenrezept: Ein veganer Zwiebelkuchen mit Seidentofu. Ganz anders als meine Oma in gemacht hätte, aber ich bin mir sicher, dass ihr diese Variante auch geschmeckt hätte.

Veganer Zwiebelkuchen

Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 50 Minuten
Ruhezeit für den Mürbteig 30 Minuten
Portionen 12 Stück

Equipment

  • Zwei Schüsseln
  • Küchenmaschine mit Knethaken
  • Scharfes Messer
  • Pfanne
  • Springform

Zutaten

Für den veganen Mürbteig

  • 250 Gramm Mehl
  • 1/2 TL Salz
  • 150 Gramm kalte Margarine
  • 3 EL Wasser

Für die Zwiebelfüllung

  • 1,5 Kilo Zwiebeln
  • etwas Pflanzenöl zum anbraten
  • 400 Gramm Seidentofu
  • Salz
  • Kümmel ganz

Anleitungen

  • Das Mehl, den halben Teelöffel Salz, die Margarine und das Wasser in eine Schüssel geben und mit der Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Mürbteig kneten. Diesen für mindestens 30 Minuten kaltstellen.
  • In der Zwischenzeit die Zwiebeln schälen, halbieren, in feine Ringe schneiden und mit etwas Öl in einem großen Topf andünsten. So lange dünsten lassen, bis sie goldgelb sind.
  • Den Seidentofu in eine Schüssel geben, mit einem Löffel glatt rühen und großzügig mit Salz und Kümmel würzen. Anschließend die gedünsteten Zwiebeln dazu geben und alles gut miteinander vermengen.
  • Eine Springform mit etwas Öl ausstreichen und mit Mehl bestäuben. Dann den gekühlten Mürbteig mit einem Nudelholz dünn ausrollen, in die Springform legen und etwas festdrücken. Anschließend die Zwiebelmasse auf dem Mürbteig verteilen und den Zwiebelkuchen bei 180° C Umluft für ca. 40 Minuten backen. Sollte der Zwiebelkuchen nach 30 Minuten oben bereits etwas dunkel werden, einfach abdecken und die restliche Zeit abgedeckt fertig backen.
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Seidentofu im Zwiebelkuchen?

Seidentofu ist ein Produkt, mit dem meiner Meinung nach viel zu wenig gekocht und gebacken wird. Im Gegensatz zum herkömmlichen Tofu enthält Seidentofu viel mehr Flüssigkeit und ist daher von seiner Konsistenz sehr cremig. Geschmacklich ist er dabei neutral, weshalb man ihn wunderbar sowohl für herzhafte, als auch für süße Gerichte verwenden kann. Bei meinem veganen Zwiebelkuchen dient mir der Seidentofu als Ei-Ersatz für die Bindung, denn beim Backen stockt er wunderbar. Der Zwiebelkuchen bleibt damit locker und luftig, aber trotzdem hält die Zwiebelmasse super zusammen. So wie es eben bei einem Zwiebelkuchen sein muss, der allerschönste Oma-Erinnerungen auslöst.

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Im Gegensatz zu Räuchertofu oder anderen festen Tofusorten, gibt es Seidentofu leider noch immer nicht so häufig im normalen Supermarkt zu kaufen. In jedem Fall solltest du Seidentofu aber im Biomarkt bekommen. Wenn du gar nicht fündig wirst, kannst du Seidentofu aber auch bei Amazon bestellen [Amazon Affiliate Link].

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