Das Fleisch-Dilemma.. oder: Warum Fleisch aus dem Ausland nicht immer schlecht sein muss

Dieser Beitrag enthält Werbung für Neuseelandhirsch


Fleisch in guter Qualität zu bekommen, ist heutzutage gar nicht mehr so einfach. Zu undurchsichtig die Produktionsketten und zu zahlreich die Gütesiegel, die mehr dem Marketing dienen, als Verbraucher eine echte Hilfe zu sein. Meine persönliche Konsequenz daraus war ja lange Zeit, Fleisch nur noch aus regionalen Quellen zu kaufen. Zum Beispiel vom örtlichen Metzger oder vom Wochenmarkt. Leider bedeutet das aber auch nicht zwangsläufig, dass das Tierwohl geachtet wird. Und oft kommt das Fleisch trotzdem vom Großhändler. Auch nicht gerade optimal. Was sind jetzt aber die Alternativen? Ganz auf Fleisch verzichten? Oder vielleicht andere Quellen suchen?

Letztes Wochenende durfte ich im Restaurant 5 in Stuttgart Neuseelandhirsch probieren. Anfangs war ich ja wirklich skeptisch. Neuseeland ist ja nicht gerade ums Eck und selbst wenn die Haltungsbedingungen noch so optimal sind, fällt ja trotzdem der lange Weg bis nach Deutschland an. Kann das wirklich eine Alternative zu Fleisch aus Deutschland sein?

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Grüne Wiesen, reine Luft & keinen Stress

Die Hirsche werden in Neuseeland (übrigens der weltweit größte Exporteur von Hirschfleisch) auf großzügigen Weiden gehalten. Sie haben viel Platz und Auslauf, ernähren sich von Gräsern und Blättern und trinken reines Wasser. Zusatz- oder Aufbaunahrung sind für neuseeländische Hirschfarmer tabu und die Tiere werden nicht gejagt, so dass sie möglichst wenig Stress ausgesetzt sind. Dies wirkt sich natürlich wieder positiv auf die Fleischqualität aus.

Aber die CO2-Bilanz!!!

Der Neuseelandhirsch legt ohne Zweifel eine weite Strecke zurück, bis er bei uns in Deutschland angekommen ist. Der Transport erfolgt auf dem Seeweg und die Transportzeit wird sinnvoll für die Fleischreifung genutzt. Laut Hersteller entfällt nur drei Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes auf den Transport und somit hat das Fleisch des Neuseelandhirsches unter Umständen sogar eine bessere Klimabilanz als so manches heimische Fleisch aus Massentierhaltung.

Und wieso soll ich Hirsch aus Neuseeland kaufen, wenn es bei uns genug davon gibt?

Gibt es bei uns tatsächlich genug? Ja, wir haben Rotwild bei uns in Deutschland, bzw. in Europa. Überraschend ist aber, dass unser Bedarf an Rotwild schon lange nicht mehr durch heimisches Wild gedeckt werden kann. Allein in Deutschland liegt der Verbrauch bei ca. 30.000 Tonnen pro Jahr und hierfür müssen 10.000 Tonnen pro Jahr jeweils aus anderen europäischen Ländern und aus Neuseeland importiert werden. Da muss man sich unweigerlich die Frage stellen, aus welcher Quelle man das Rotwild letztendlich beziehen will.

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Mein Fazit: Hirsch aus Neuseeland – ja oder nein?

Mal davon abgesehen, dass ich selbst Rotwild eigentlich nur über eine Freundin beziehe, deren Chef Jäger ist, kann ich mich mit dem Neusselandhirsch tatsächlich ganz gut anfreunden. Die Haltung der Tiere ist im Vergleich zu so manchem Massentierhaltungsbetrieb in Deutschland wirklich toll und die Klimabilanz ist weniger schlimm, als erwartet. Trotz dem Transport über den Seeweg. Das Fleisch ist im Übrigen von der Qualität auch ein absoluter Traum und schmeckt herrlich.


Wie siehst du das? Kommt bei dir Hirsch auf den Teller (vielleicht sogar zu Weihnachten?) und wenn ja, achtest du darauf, wo das Fleisch herkommt?


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Bezugsquelle

Den Neuseelandhirsch gibt es beim Frischeparadies zu kaufen. Und wenn dich das Restaurant 5 in Stuttgart interessiert, dann schau doch mal hier: Restaurant 5. Aktuell kannst du den Neuseelandhirsch dort auch als Menü probieren (siehe die wundervollen Fotos in diesem Beitrag).

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Schwäbischer Lifestyle-Blogger mit Leidenschaft für Minimalismus, Urban Gardening, Food, Reisen & Happy Living

1 Comment

  1. Das ist wirklich ein interessantes Aspekt. Das zeigt Mal wieder, dass alles im Gebiet vom Umweltverträglichkeit etc. nicht immer schwarz-weiß ist.
    Danke für den interessanten Beitrag.

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