Mittwoch früh, 6:50 Uhr – Ich sitze im Zug auf dem Weg zur Arbeit. Am Horizont verjagt der Tag ganz langsam die Nacht und ein erstes zartes blau des Himmels ist bereits zu erkennen. Es scheint, als bekämen wir heute einen schönen Tag. So schön, dass er die Hässlichkeit der Welt fast vergessen lässt.

Ich schaue mir den Blogpost an, den ich gestern Abend eigentlich schreiben wollte. “Vom Zauber der Freundlichkeit” steht in der Titelzeile. Der Rest war leer geblieben. Ich starre auf die leere Seite und lasse den gestrigen Abend revue passieren:

Der Terror hat sich endgültig den Weg zu uns nach Deutschland gebahnt. In Paris hat er bereits seine hässliche Fratze gezeigt und gestern verhöhnte er uns in Hannover. Er lacht uns aus, sät Angst und will uns verunsichern. Er versucht, uns das Wichtigste zu nehmen, was wir haben: Lebensfreude und Unbeschwertheit.

Gestern habe ich es nicht geschafft, mehr als eine Überschrift zu schreiben. Und der Text, den ich für meinen Artikel eigentlich im Kopf gehabt hatte, ist angesichts der Geschehnisse in Hannover irrelevant geworden. Trotzdem möchte ich zu Ende bringen, wovon mich der Terror gestern Abend abgehalten hat.

Ich möchte euch aber gar nicht mehr großartig erzählen, warum es toll ist, freundlich zu sein. Und auch nicht, wie schön es sich anfühlt, Freundlichkeit zu verbreiten. Angesichts der Welle von Terror und Gewalt möchte ich euch statt dessen lieber konkret dazu auffordern, freundlich zueinander zu sein. Immer.

Der Freundlichkeit liegt ein ganz besonderer Zauber inne. Sie kann Hass besiegen. Und vor allem auch Ängste nehmen. Freundlich zu sein, ist gar nicht schwer. Und bedarf auch keiner großen Veränderung oder gar Opfer.

  • Lächtelt eure Mitmenschen einfach mal an. Ohne jeden Grund.
  • Lasst im Zug, im Bus, auf der Straße oder auch an der Supermarktkasse einfach mal jemand anderen den Vortritt.
  • Bittet höflich um etwas, wenn ihr etwas möchtet.
  • Bedankt euch nett. Immer. Bei allem.
  • Lästern nicht über andere. Sucht lieber klärende Gespräche oder haltet einfach eure Klappe.
  • Behandelt eure Mitmenschen mit Anstand und Respekt.
  • Verbreitet gute Laune, wo immer ihr könnt.

Jeder Einzelne kann mithelfen, dass Hass, Gewalt und Terror ins Leere laufen. Freundlichkeit und Respekt sind der Schlüssel dafür.

Egal was passiert ist und egal was noch passieren wird, vergesst niemals, dass wir viele sind. Es gibt so viel mehr gute Menschen auf der Welt, als die paar wenigen hasszerfressenen Idioten da draussen. Sorgen wir also gemeinsam dafür, dass Angst nicht die Kontrolle in unserem Leben, unserem Alltag und unserer Freiheit übernimmt. Und sorgen wir vor allem auch dafür, dass die Hintermänner des Terrors auf eine breite Mauer aus Freude, Freundlichkeit und Lebenslust stossen.

Nicht irgendwann morgen. Sondern jetzt!

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3 Responses

    • Richtig – wenn jeder an jedem einzelnen Tag freundlich und respektvoll miteinander umgeht, dann funktioniert die Welt einfach viel besser! In Zeiten des Friedens und auch ganz besonders in Zeiten des Terrors

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