Nachhaltig leben: Wie sinnvoll ist es, die eigene CO2-Emission zu kompensieren?

Die CO2-Emission unserer heutigen Gesellschaft ist ein großes Problem. Sie trägt maßgeblich zur Verstärkung des Treibhauseffektes bei und die Folgen der Erderwärmung sind nicht zu leugnen. Pole schmelzen, der Meeresspiegel steigt und Naturkatastrophen häufen sich. Ein Umdenken ist überfällig. Zum Glück findet dieses in vielen Bereichen aber endlich statt.

CO2-Emission durch finanziellen Ausgleich kompensieren

Eine Möglichkeit, aktiv etwas gegen CO2-Emission zu unternehmen, ist das Kompensieren des CO2-Verbrauchs. In diesem Bereich entstehen aktuell immer mehr Webseiten und Projekte, die entsprechende Möglichkeiten anbieten. Zum Beispiel atmosfair.

Bei atmosfair handelt es sich um eine Klimaschutzorganisation, die ihren Schwerpunkt auf den Bereich des Reisens gelegt hat. Speziell auf den Flugverkehr. Der Verbrauch an Treibhausgasen soll aktiv kompensiert werden, indem man für Projekte im Bereich erneuerbare Energien / Klimaschutz spendet. Über ein Programm kann man beispielsweise Flugstrecken angeben und bekommt anschließend ausgerechnet, wieviel CO2 der entsprechende Flug verbraucht hat. Auch wird angezeigt, welchen Betrag man spenden müsste, um die entstandene Emission zu kompensieren.

Quelle: pixabay / kevin_snyman

Flug nach Australien: 247.- Euro

Ich habe bei atmosfair spaßeshalber einmal einen meiner Flüge aus dem Jahr 2012 angegeben: Von Frankfurt über Shanghai nach Sydney und zurück. Die CO2-Emission lag hier bei sage und schreibe 10.704 kg. Im Vergleich dazu liegt das klimafreundliche Jahresbudget eines Menschen bei 2.400 kg. Ein einziger Australienurlaub hat also beinah viereinhalbmal so viel CO2 verursacht, wie für ein ganzes Jahr in Ordnung gewesen wäre. In Geld ausgedrückt müsste ich laut atmosfair 247.- Euro an nachhaltige Projekte spenden, um diesen Verbrauch zu kompensieren. Die Frage, die sich mir dabei nun stellt: Ist das Kompensieren des eigenen CO2-Verbrauchs durch finanzielle Mittel wirklich zielführend?

Erst gestern hatte ich zu dem Thema eine interessante Diskussion im Forum von e-fellows. Dort habe ich neben Dr. Alexandra Achenbach von www.livelifegreen.de und Anneliese Bunk von www.naturtasche.de als Experte mit den Community-Mitgliedern zu Nachhaltigkeitsthemen diskutiert. Erstaunt hat mich, dass wohl schon recht viele Menschen die Möglichkeit der Kompensation nutzen. Allen voran diejenigen, die finanziell eher gut bis sehr gut aufgestellt sind. Was dabei aber auch aufgefallen ist: Die Kompensation durch finanzielle Mittel scheint allzu häufig als Art Freibrief angesehen zu werden. Frei nach dem Motto „Ich zahle für meine Klimasünden, dann muss ich ja sonst nichts ändern“.

Sinnvoller Beitrag oder Freibrief?

Generell muss ich ja sagen, dass ich die Idee der Kompensation gar nicht so dumm finde. Für mich persönlich wäre das alleine aber zu wenig und auch zu bequem. Ich finde, ein jeder von uns sollte in seinem persönlichen Alltag so nachhaltig leben, wie es in der aktuellen Situation möglich ist. CO2 Emissionen aktiv zu verringen ist meiner Meinung nach deutlich wichtiger, als sich ein gutes Gewissen zu erkaufen. atmosfair schreibt hierzu übrigens auch selbst auf der eigenen Website:

Alleinige Kompensation ist langfristig nicht zielführend, vielmehr müssen die Länder des Globalen Nordens selbst ihre internen Emissionen in großem Umfang verringern. Kompensation kann demnach nur „Behelfslösung“ sein.

Quelle: pixabay / thommas68

Sag mir deine Meinung

Wie siehst du das? Wäre das Kompensieren deiner persönlichen CO2-Emission für dich eine Alternative? Oder kompensierst du vielleicht schon? Vielleicht findest du die ganze Sache aber auch absolut dämlich und ergreifst lieber andere Maßnahmen. Erzähl mir gerne in den Kommentaren davon und lass uns darüber reden.


Übrigens: Schau zu dem Thema gerne auch mal bei meinem Bloggerkollegen Horst von Austria Insiderinfo rein. Bei ihm gibt es auch einen sehr guten Beitrag darüber: Freiwillige CO2 Kompensation – was ist das?


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Monica Albrecht

Food- & Lifestyleblogger mit Leidenschaft für Minimalismus, Achtsamkeit und Umweltschutz.

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6 Antworten

  1. Horst sagt:

    Hallo Monica!

    Ich wundere mich gerade etwas über deine Antwort zum Kommentar von Ines. Ines vergleicht das mit Ablasshandel, was im übrigen sehr viele Gegner der CO2 Kompensation tun. Du stimmst dem zu, schreibst im Artikel am Ende aber, dass du das gar nicht so schlecht findest. Was also nun? ;-)

    Meine Meinung: das ist kein Ablasshandel! Es ist in jedem Fall sehr viel besser als nichts tun. Klar wäre verzichten sehr viel besser, aber das heißt für mich nicht gleichbedeutend, dass Kompensieren schlecht ist.

    Cool wäre, wenn all jene, die CO2 Kompensation abfällig als Ablasshandel bezeichnen, in Zukunft auf fliegen verzichten würden. Tun sie aber nicht. Und nein, ich denke auch nicht, dass sie deshalb weniger fliegen, als jemand der kompensiert. Im Gegensatz wird auch niemand öfter fliegen, nur weil er oder sie kompensiert.

    – gar nicht fliegen / fahren ist das Beste
    – CO2 an Stelle 2
    – nix tun ganz klar an letzter Stelle

    Meine ausführlichen Gedanken dazu:
    https://blog.austria-insiderinfo.com/nachhaltigkeit/freiwillige-co2-kompensation-was-ist-das/

    Ich kompensiere auch Autofahrten im Urlaub.

    Have fun
    Horst

  2. Ines sagt:

    Ich kompensiere nicht. Ich sehe keinen Sinn darin. Der Ablasshandel wurde nicht ohne Grund abgeschafft. Entweder sündige ich oder nicht, ausgleichen mit Geld funktioniert nicht. Zu versuchen, möglichst wenig zu sündigen, halte ich für erheblich sinnvoller.

  1. 22. Mai 2019

    […] Einen Artikel habe ich noch, der auch sehr interessant und lesenswert ist: Nachhaltigkeit leben: Wie sinnvoll ist es, die eigene CO2 Emission zu kompensieren? […]

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