FlyLady einfach erklärt – Das System hinter den Routinen, Zonen und Baby Steps

Wenn du schon einmal nach Tipps für einen ordentlichen Haushalt gesucht hast, bist du wahrscheinlich früher oder später über den Begriff FlyLady gestolpert. Mir selbst ging es jedenfalls so. Ich habe mich eine Zeit lang sehr intensiv mit Ausmisten, Ordnung und Haushaltsorganisation beschäftigt. Habe die Bücher von Marie Kondo [Amazon Affiliate] ausprobiert, jede Menge Aufräum- und Ordnungstipps gelesen und – und trotzdem hatte ich ständig das Gefühl, meinem Haushalt nur hinterherzulaufen. Und dann bin ich auf FlyLady gestoßen. Anfangs war ich von dem Konzept absolut erschlagen und war mir nicht sicher, ob das wirklich für mich taugt, aber im Laufe der Zeit habe ich viele Ideen daraus übernommen.

In dieser Artikelserie zeige ich dir Schritt für Schritt, wie FlyLady funktioniert, welche Erfahrungen ich damit gemacht habe und welche Elemente ich auch Jahre später noch nutze.

FlyLady in einem Satz

Wenn ich FlyLady auf nur einen Satz herunterbrechen müsste, dann wäre das wohl dieser:

FlyLady ist ein Haushaltssystem, das mit kleinen täglichen Routinen, festen Wochenschwerpunkten und kurzen Putzeinheiten dafür sorgt, dass dein Zuhause dauerhaft ordentlich bleibt – ohne stundenlanges Putzen und ohne Perfektionismus.

Das Ziel ist nicht, ständig zu putzen. Das Ziel ist, dass du gar nicht erst in die Situation kommst, irgendwann einen kompletten Samstag mit Aufräumen verbringen zu müssen. Und übrigens: Das Fly in FlyLady steht nicht etwas fürs Fliegen. Fly ist eine Abkürzung. Es steht für Finally Love Yourself.

Meine FlyLady-Serie hilft dir Schritt für Schritt

  1. FlyLady einfach erklärt (dieser Artikel)
  2. Die Baby Steps
  3. Der Tagesfokus
  4. Die Zonenreinigung
  5. FlyLady in der Praxis: Zeitaufwand und Beispiele
  6. FlyLady-Putzplan-Vorlage
  7. Häufige Fragen zu FlyLady
  8. Mein Zwischenfazit nach 7 Monaten
  9. FlyLady in der Partnerschaft
  10. Mein heutiger Weg mit FlyLady

Wenn du FlyLady noch gar nicht kennst, lies diesen Artikel hier auf jeden Fall zuerst komplett durch. Die einzelnen Bestandteile schauen wir uns anschließend Schritt für Schritt an.

Wer oder was ist eigentlich FlyLady?

FlyLady wurde Ende der 1990er Jahre von Marla Cilley entwickelt. Ihre Idee war einfach: Viele Menschen scheitern im Haushalt nicht daran, dass sie faul sind. Sie scheitern daran, dass sie sich überfordert fühlen. Statt stundenlanger Putzaktionen setzt FlyLady deshalb auf kleine Schritte, feste Routinen und Wiederholungen. Und genau das ist der Grund, warum das System bis heute so viele Menschen anspricht. Es geht nicht um Perfektion. Es geht darum, den Alltag leichter zu machen.

Warum FlyLady für viele Menschen funktioniert

Als ich mich damals näher mit FlyLady beschäftigt habe, wurde mir irgendwann klar: Eigentlich geht es gar nicht primär ums Putzen. Natürlich wird auch geputzt, aber der eigentliche Nutzen liegt woanders. FlyLady nimmt dir viele Entscheidungen ab. Du musst nicht jeden Tag neu überlegen:

  • Was sollte ich heute putzen?
  • Wo fange ich an?
  • Was ist gerade am wichtigsten?
  • Habe ich etwas vergessen?

Das System liefert dafür bereits eine Struktur. Und genau das reduziert bei vielen Menschen den Mental Load enorm. Statt ständig über den Haushalt nachzudenken und damit jede Menge Zeit zu verplempern, folgt man einfach den Routinen.

Frau sitzt mit einer Tasse Kaffee am tisch und hat ein Notizbuch vor sich. Text Die 3 Säulen von Flylady mit Baby Steps und Routinen, Tagesfokus und Zonenreinigung

Die drei wichtigsten Bausteine von FlyLady

Das komplette FlyLady-System besteht aus vielen einzelnen Elementen. Im Kern basiert es aber auf drei großen Säulen:

1. Baby Steps und Routinen

FlyLady startet bewusst nicht mit einem riesigen Putzplan. Stattdessen werden Schritt für Schritt kleine Gewohnheiten aufgebaut. Diese sogenannten Baby Steps helfen dabei, neue Routinen dauerhaft in den Alltag zu integrieren. Mit genau diesen den Baby Steps beschäftigen wir uns ausführlich im nächsten Teil der Serie.

2. Der Tagesfokus

Jeder Wochentag hat bei FlyLady einen festen Schwerpunkt. Zum Beispiel:

  • Montag: Wochenstart (wird bei FlyLady auch HomeBlessing genannt)
  • Dienstag: Planung
  • Mittwoch: Büro- und Papierkram
  • Donnerstag: Erledigungen
  • Freitag: Auto und Kleinigkeiten
  • Samstag: Family & Friends
  • Sonntag: Ausruhen und Selfcare

Dadurch, dass jeder Tag einen festen Themenschwerpunkt hat, muss man sich nicht mehr lange überlegen, was an welchem Tag genau ansteht. Bei meinem Mann und mir ist zum Beispiel der Donnerstag bis heute unser Einkaufstag geblieben. Wir denken gar nicht mehr darüber nach. Donnerstags wird eingekauft. Punkt. Zum Tagesfokus gibt es aber natürlich auch noch einen eigenen Artikel in dieser Serie.

3. Die Zonenreinigung

Der Haushalt wird bei FlyLady in verschiedene Bereiche eingeteilt: Die Zonen. Jede Woche steht dabei eine andere Zone im Mittelpunkt. Dadurch gibt es keinen großen Wohnungsputz mehr, bei dem die ganze Wohnung auf einmal geputzt wird. Stattdessen arbeitet man sich nach und nach durch alle Räume. Das sorgt langfristig dafür, dass nichts völlig aus dem Ruder läuft.

Infografik die aufzeigt, warum FlyLady funktionert mit dem Button Weniger Chaos Weniger Stress Mehr Routine

Klingt kompliziert? Ist es am Anfang auch ein bisschen.

Ich will niemandem was vormachen: Wenn man das FlyLady-System zum ersten Mal sieht, wirkt es erschlagend. Das ging mir so. Und meinem Mann geht es ehrlicherweise manchmal bis heute so. Es gibt Routinen, Zonen, Baby Steps, Tagesfokus, Kontrolljournal… Und dann gibt es auf der offiziellen FlyLady-Website auch noch ungefähr eine Million weitere Informationen. Mein wichtigster Rat:

GEH DA NICHT ALLES AUF EINMAL DURCH.

Wirklich nicht. Viele Menschen scheitern an FlyLady nicht am System selbst. Sie scheitern daran, dass sie versuchen, sofort alles perfekt umzusetzen. Und genau das ist aber das Gegenteil dessen, was FlyLady eigentlich vermitteln möchte.

Funktioniert FlyLady auch mit Vollzeitjob?

Definitiv. Gerade Menschen mit wenig Zeit profitieren oft besonders von FlyLady. Ich selbst arbeite Vollzeit 40 Stunden die Woche, betreibe nebenbei diese Website mit den zugehörigen Social Media Kanälen, verwalte außerdem drei vermietete Wohnungen, bin im Vorstand eines Vereins, habe einen Mann, einen Hund, eine 100 Quadratmeter-Wohnung, die gepflegt werden will ab und an sollte ich auch mal was Essen, Schlafen, an die frische Luft und ein bisschen Zeit mit Familie und Freunde verbringen. FlyLady gibt mir exakt den richtigen Rahmen dafür, denn die meisten Aufgaben dauern nur wenige Minuten, Das Ziel ist nicht, jeden Tag stundenlang zu putzen. Das Ziel ist, regelmäßig kleine Dinge zu erledigen, damit sich keine riesigen Baustellen aufbauen.

Muss man FlyLady exakt befolgen?

Nein. Und das ist wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis, die ich nach mehreren Jahren mit FlyLady gewonnen habe. Du musst nicht jeden Vorschlag übernehmen. Du musst nicht jede Routine mögen. Du musst kein perfektes Kontrolljournal führen.

Machs dir einfach. Nimm dir die Teile heraus, die dir helfen. Passe das System an dein Leben an. Und was dir nicht passt, lass einfach weg. Genau so nutze ich FlyLady heute selbst und genauso funktioniert das Ganze am besten.

Infografik mit einer Frau am Küchentisch, die vor sich einen Wäschekorb und ein Notizheft hat und dem Text "FlyLady ist kein Perfektionssystem"

Mein Fazit

FlyLady ist weit mehr als ein Putzsystem. Für mich ist es vor allem ein System, das mir dabei hilft, den Haushalt aus dem Kopf zu bekommen. Die festen Routinen, die kleinen Schritte und die klaren Strukturen sorgen dafür, dass man nicht ständig überlegen muss, was als Nächstes erledigt werden sollte. Deshalb nutze ich viele Elemente davon bis heute.

Im nächsten Teil der Serie schauen wir uns die Baby Steps genauer an – denn genau dort beginnt die eigentliche FlyLady-Reise.

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21 Kommentare

  1. Hallo Monica,
    du machst die Thematik so zugänglich und greifbar, dass sogar diejenigen (wie Ich es bin), die sich normalerweise im Haushaltsdschungel verirren, sich ermutigt fühlen, es auszuprobieren.
    Liebe Grüße,
    Sabrina

  2. Hallo Monica,
    vielen Dank für die verständliche Erklärung des Fly Lady Systems.
    Ich habe mir viele Videos zu dem Thema angesehen. Aber die Dame die die Übersetzung des Buches in Deutschland gemacht hat, hat bei mir leider nur für Verwirrung gesorgt. Hatte ich das mit mit den täglichen Routinen, Wochenplan und Zonen verstanden, wusste ich wieder nicht wie ich das und wann unter einen Hut bringen sollte. Die große Erklärung jeden Tag nur 15 Minuten putzen dann ist alles erledigt, stimmt so nicht ganz. Was mich zusätzlich demotiviert hat. Weshalb ich das System wieder fallen gelassen habe.

    Danke für die Listen die du kostenfrei zur Verfügung stellst und die selbständig veränderbar sind. Ich habe ein Haus mit vier Personen und 120 qm. Da musste ich in die Zonenreinigung erweitern. Bügeln habe ich in das Thema Wäsche checken mit aufgenommen wie es dein Vorschlag war. Ich konnte mir nicht vorstellen, in zehn Minuten fast das ganze Haus zu saugen und in weiteren zehn Minuten zu wischen. Aber es funktioniert tatsächlich. Benutze statt dem Staubsauger den Bodenstaubwischer. Sonst würde ich mit der Zeit über zwei Etagen wahrscheinlich nicht hin kommen. Ich brauche sogar weniger Zeit wie veranschlagt. Bei einer vierköpfigen Familie reicht in manchen Zimmern einmal die Woche saugen definitiv bei mir nicht. Ich werde mir also in der wöchentlichen Routine einen zweiten kleineren Home Blessing Tag einplanen. Durch die Einsparung in anderen Bereichen muss ich dafür nicht mehr Zeit aufwenden. Auch die 5x 15 min Zonenreinigung sind leistbar.
    Da ich schon lange einen Essensplan suche bei dem das wöchentliche Schreiben entfällt, habe ich mir auf der Grundlage der täglichen Aufgaben einen erstellt. Links kommen die Essensvorschläge untereinander. Oben die Wochentage. Ich kann einen Haken bei den Wochentagen setzen und habe gleichzeitig immer eine Ideensammlung parat. In der Woche darauf setze ich den Haken einfach an anderer Stelle.
    Vielen Dank für die Inspiration.

    Gruß Anja

  3. Hallo Monica!
    Heute bin ich quasi von der Seite in Deinen Blog gestolpert und gleich entzückt. Ha ha, die Fly-Lady-Webseite – da war ich einmal, fand aber, dass das Chaos dort genauso groß ist wie in meiner Wohnung. Zudem bekam ich dort Jesus um die Ohren gewatscht (jedenfalls war das seinerzeit so) – es ist das gute Recht der Fly Lady, ihre Motivation auch an der Religion festzumachen, aber für mich ist das so gar nichts. Ich bin schneller zurückgerudert als der Opa meiner Freundin bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1932 – er kam leider nicht ins Finale, ich nur in meiner Vorstellung. :D Insofern freue ich mich drauf, jetzt Deine Interpretation der Methode zu lesen – vielen Dank dafür! S.

  4. Heute bin ich auf „FlyLady“ gestossen. Bis dato war mir das völlig unbekannt, klingt aber schlüssig und gut umzusetzen.
    Zum Thema Ausmisten/Entrümpeln möchte ich noch einen Buchtipp geben:
    „Gegen das Gerümpel des Alltags“.
    Leicht zu lesen und wenn man das (nicht allzu dicke) Buch zu Ende gelesen hat, bekommt man einen richtigen Motivationsschub, um loszustarten. Die Kombination aus „Gegen das Gerümpel des Alltags“ und FlyLady -System ist perfekt um den Haushalt auf Vordermann zu bringen und beizubehalten. :)
    LG Inge

  5. Die fliegende Dame kenne ich schon seit ungefähr 20 Jahren. Und ich schwöre, dass die Seite damals schon genauso ausgesehen hat, wie heute! ;-) Ich halte ihren Ansatz und dieses System für wirklich genial. Interessant sind manchmal auch die Leserbriefe. Da tun sich amerikanische Abgründe auf. Echt jetzt.
    LG
    Sabiene

    1. Ach, so lang gibts die schon? Das wusste ich gar nicht. Aber es erklärt natürlich die schlimme Website. Die sieht tatsächlich so aus, als wär sie seit zwanzig Jahren nicht weiterentwickelt worden^^ Ein paar Leserbriefe habe ich im englischsprachigen Hörbuch gehört. Da war schon krasser Scheiss dabei.

  6. Ja, ich bin bereit und äußerst gespannt!!!!
    Auf die Webseite habe ich vor Jahren schon mal einen Blick geworfen (weil ich auch von der magischen Küchenspüle hörte), hat mich aber auch direkt erschlagen und abgeschreckt

      1. Hallo Monica, vielen Dank erstmal, dass du dir die Mühe machst, die Flylady Methode auf Deutsch zu erklären. Ich kenne das seit ein paar Jahren, habe auch versucht, das für mich Wichtige umzusetzen, aber es wollte mir nicht gelingen. Nun habe ich mich aus einer 2-jährigen schweren depressiven Phase rausgekämpft, während der ich zu Hause nichts (!) getan habe. Also Zeit, wieder als Flybaby anzufangen. Bin gespannt, ob mir deine Artikel dabei helfen.
        Liebe Grüße aus Frankfurt/Main, Andrea

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