Buch-Tipp: Das Leben ist keine To-Do-Liste | Shirley Seul
Manchmal fällt einem ein Buch genau dann in die Hände, wenn man es am dringendsten braucht. So ging es mir mit Das Leben ist keine To-do-Liste von Shirley Seul. Schon nach wenigen Seiten stellte das Buch mir eine einfache Aufgabe:
„Bitte schalten Sie Ihr Handy jetzt aus.“
Zugegeben: Ich wollte dass nicht. Was bildete sich ein Buch eigentlich ein, mir sagen zu wollen, was ich zu tun und zu lassen habe? Und was sollte es denn machen, wenn ich mein Handy einfach anlasse? Ich könnte doch auch einfach nicht auf mein Handy schauen. Das sollte doch reichen, oder?
Offenbar kannte Shirley Seul diese Ausrede bereits. Nur wenige Zeilen später fühlte ich mich ertappt. Also habe ich das Handy doch ausgeschaltet. Und was zunächst ungewohnt war, entwickelte sich überraschend schnell zu etwas, das im Alltag oft fehlt: Ruhe.
Darum geht es in „Das Leben ist keine To-do-Liste“
Shirley Seul beschäftigt sich in ihrem Buch mit einer Frage, die heute aktueller ist denn je:
Was passiert, wenn wir aufhören, unser Leben ständig optimieren zu wollen?
Statt immer neue Aufgaben abzuhaken, lädt sie dazu ein, bewusster zu leben, langsamer zu werden und den Fokus wieder auf die Dinge zu richten, die wirklich wichtig sind.
Dabei geht es nicht darum, Termine oder Verpflichtungen komplett über Bord zu werfen. Vielmehr zeigt das Buch, wie wir uns aus dem Hamsterrad aus Produktivität, Selbstoptimierung und Dauerbeschäftigung lösen können.
Ein zentraler Gedanke dabei:
Nicht alles, was erledigt werden kann, muss auch erledigt werden.

Was ich aus dem Buch mitgenommen habe
Besonders gefallen hat mir, dass das Buch nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommt. Stattdessen regt es dazu an, die eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen. Nach der Lektüre habe ich zum Beispiel bewusst darauf geachtet, weniger oft zum Handy zu greifen, Wartezeiten nicht sofort mit Scrollen zu füllen, wieder mehr wahrzunehmen, was um mich herum passiert und mir häufiger die Frage zu stellen, ob etwas wirklich wichtig ist. Das klingt simpel. Im Alltag macht es aber oft einen erstaunlichen Unterschied.
Warum das Buch auch heute noch aktuell ist
Seit dem Erscheinen des Buches im Jahr 2015 hat sich unsere Welt eher beschleunigt als entschleunigt. Smartphones begleiten uns inzwischen nahezu rund um die Uhr, Social Media konkurriert permanent um Aufmerksamkeit und viele Menschen haben das Gefühl, ständig produktiv sein zu müssen. Genau deshalb finde ich die Botschaft des Buches heute fast noch wichtiger als damals.
Wer sich häufig gestresst fühlt, ständig an die nächste Aufgabe denkt oder Schwierigkeiten hat, wirklich abzuschalten, findet hier viele Denkanstöße.
Für wen ist das Buch geeignet?
Das Leben ist keine To-do-Liste könnte dir gefallen, wenn du:
- dich oft gehetzt fühlst,
- unter Mental Load leidest,
- bewusster leben möchtest,
- ständig das Gefühl hast, produktiver sein zu müssen,
- oder einfach wieder mehr Ruhe in deinen Alltag bringen möchtest.
Wenn du hingegen konkrete Zeitmanagement-Methoden oder Produktivitätstechniken suchst, wirst du hier eher nicht fündig werden. Das Buch verfolgt bewusst einen anderen Ansatz.
Mein Fazit
Das Leben ist keine To-do-Liste erinnert daran, dass unser Wert nicht davon abhängt, wie viele Punkte wir auf einer Liste abhaken.
Ein Buch über Entschleunigung, Aufmerksamkeit und die Kunst, sich selbst nicht ständig unter Druck zu setzen. Keine revolutionären Geheimnisse, aber viele Gedanken, die auch Jahre später noch nachwirken.
Das Leben ist keine To-Do-Liste bekommst du hier:
Bei allen Links handelt es sich um Amazon Affiliate Links
- Zur Leseprobe
- Als Paperback kaufen
- Als Hörbuch oder fürs Kindle ist das Buch leider nicht erhältlich
Du suchst weitere Buchempfehlungen? Dann wirf gerne einen Blick in meine Übersicht mit allen Buchtipps aus den Bereichen Minimalismus, Garten, Nachhaltigkeit, Persönlichkeitsentwicklung und Belletristik.

Das klingt ja echt mal gut.
Mir wäre das mit dem Handy wahrscheinlich genauso passiert.. es ist einfach immer an. Ich habe schon öfters gemerkt, dass ohne Akku rumlaufen eigentlich ziemlich interessant ist, so fällt einem erst auf wie abhängig unsere Gesellschaft von den neuen Medien überhaupt sind. Sieht schon fast wie ein Gruppenzwang aus, wenn man sich mal in Bus und Bahn umblickt. Werde mir das Buch vielleicht auch zulegen, bin jetzt voll neugierig! :)
Liebe Grüße, Mela ♥
http://kolibritastisch.blogspot.co.at/
Lustig, ich habe gerade einen Blogbeitrag zu einer Handy-App geschrieben, ausgerechnet für ToDo-Listen und wie sie mir die Organisation meines Alltags erleichtert :-) Ich finde To-Do-Listen kann man recht leicht in To-Be-Listen umwandeln, indem man einfach in die Liste auch immer Entspannungsmomente und Zeiten für sich selbst mit aufnimmt. Meine ToDo-Liste für den Tag könnte dann so aussehen:
-Blogpost schreiben (ToDo)
-Meditieren (ToBe)
-Wäsche waschen (ToDo)
-5 Minuten in Ruhe einen Tee trinken (ToBe)
-einkaufen gehen (ToDo)
-endlich mal „Das Leben ist keine To-Do-Liste“ lesen :-)
Liebe Grüße! Sina
Danke für das schöne To-be-Häkchen!
Gerne doch.
Dein Buch hat mir einige wirklich sehr gute Denkanstösse geliefert. Ganz besonders habe ich für mich mitgenommen, dass ich eben nicht ständig glücklich sein muss, sondern dass der Zustand des „zufrieden sein“ eigentlich schon völlig ausreicht. Und wenn ich es genau betrachte, bin ich so alles in allem sogar sehr zufrieden mit meinem Leben. Danke für diese tolle Erkenntnis!
Mein Handy ist oft aus… Einfach weil der Akku leer gegangen ist und ich mir denke: „Was solls!“ Wenn mich jemand ernsthaft erreichen will, kann er ja mich anrufen auf dem Festnetz… Offenbar bin ich noch gar nicht so abhängig wie ich oft geglaubt habe oder mir unterstellt wurde.
(Böse Münder behaupten, ich besäße kein reales Leben, was ich aber nicht glauben kann, sonst wäre ich keine Mama die andauern draußen herumstürzt und Blödsinn macht)
Ohne To-Do-Listen könnte ich aber auch nicht… Ich liebe es diese zu schreiben… nicht unbedingt mich daran zu halten, sondern einfach zu schreiben *lach*
Akku leer? Das passiert mir so gut wie nie *lach*
Liebe Bammy, das geht mir auch oft so :) Aktuell die letzten 1 1/2 Tage. Heute habe ich es dann endlich einmal wieder aufgeladen.
Allerdings rennt bei mir entweder die Aussenwelt in Form vom Tablet herum oder dem PC…
:-)
ich glaub bei mir hängt das mit dem Akku viel mit dem Pendeln zusammen.. Im Zug muss mein Akku immer voll sein, sonst geh ich ein.. Vor alle weil ich mein Handy dort dank der Kindle-App fast immer zum lesen nutze…
Oh, da habe ich mich aber auch direkt angesprochen gefühlt. Als ich mir die Leseprobe dann durchgelesen habe, dachte ich mir, dass ich dieses Buch vielleicht doch nicht brauche. Ich nehme mir viel Zeit für mich und zum Genießen. Trotzdem brauche ich meine To-Do-Liste, denn sonst würde ich einfach viel zu viel vergessen. :)
Danke trotzdem für die schöne Rezension.
Hallöchen :)
Na ganz auf To-Do-Listen muss man ja auch nicht verzichten. Ich schreib selber auch noch welche – z.B. zum Einkaufen. Es geht viel mehr darum, sich nicht von den To-Do-Listen abhängig zu machen. Ich habe durch das Buch endlich verstanden, dass ich nicht zwanghaft den Haken auf meinen To-Do-Listen hinterher hecheln muss und dass ich mir auch mal Zeit nehmen darf, vor mich hin träumen darf, etwas aufschieben darf und die kleinen Wunder des Alltags genießen darf.
Haha, ich hätte wohl den gleichen Gedanken wie Du gehabt und das Handy einfach nicht ausgeschaltet. :D
Ich schaue täglich auch viel zu oft auf mein Handy, allerdings kann ich mich auch gut davon frei machen und nur alle halbe Stunde mal nach Mails schauen. Viel mehr tue ich sowieso kaum. Allerdings ist selbst diese Zeit des Mails kucken schon viel zu viel und wenn ich so darüber nachdenke – warum muss ich eigentlich ständig erreichbar sein, auch wenn es nur mails sind? Muss ich gar nicht, denn selbst Arbeitsmails können in der Regel ein paar Stunden warten …
Ich glaube, ich bin auch ein Fall für „Das Leben ist keine To-do-Liste“. :D
Liebe Sandra,
das Problem mit den Mails kenn ich auch. Bzw. ist es bei mir durch das Bloggen sogar nochmal schlimmer gewesen. Wann immer ich das Handy in die Finger bekommen hab, lief dasselbe Programm ab: Mails checken, bei Pinterest reinschauen, kurz einen Blick auf Instagram werfen, auf die Facebook-Fanpage schauen und noch kurz die WordPress Statistiken prüfen. Wenn ein Kommentar da war, habe ich diesen sofort kurz beantwortet. Mails genauso. Mittlerweile versuche ich, diese „Routine“ nur noch 2-3 x am Tag abzuspulen. Morgens im Zug auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagpause und evtl. nochmal Abends, bevor ich ins Bett geh. Kommentare, Likes, Shares, steigene Followerzahlen und neue Mails – das alles läuft nicht weg. Und die nackten Zahlen, also Follower, Seitenaufrufe etc. erhöhen sich auch nicht dadurch, dass ich sie mir 20 x am Tag anschaue. Wenn jemand was ultradringendes von mir will, kann er anrufen. Alles andere kann auch mal einen halben Tag oder Tag warten. :)
Oh das klingt nach DEM perfekten Buch für mich – vielen Dank für den Tipp!
LG Alnis