Mein Leben, der Minimalismus, das Bloggen & ich

Wie dieser ganze Scheiss eigentlich angefangen hat…

Schon als kleines Kind bin ich ein ziemlicher Revoluzzer gewesen. Zum Leidwesen meiner Eltern. Ich habe immer meinen eigenen Kopf gehabt und wollte immer genau das machen, was ich nicht hätte tun sollen (oder dürfen). Und ich habe schon immer gerne geschrieben. Tagebuch, Gedichte, Aufsätze, Songtexte (die – Notiz am Rande – echt furchtbar waren^^). In der achten Klasse der Realschule hat mir meine Klassenlehrerin mal nahegelegt, das Schreiben unbedingt beizubehalten. Und sie hat mir prophezeit, dass ich später mal ganz sicher „irgendwas mit Medien“ machen würde. Blöd nur, dass Medien damals – also in 90ern – noch gar keine große Sache waren. Zumindest nicht online. Als Privathaushalt hattest du damals in der Regel noch gar keinen Internetanschluss und wenn, dann nur mit horrenden Verbindungskosten und ultarlahmen Modems.

Die macht sicher mal was mit Medien

Während meiner Jugendzeit habe ich die Anfänge des Internets trotzdem live miterleben dürfen. Zum einen, weil ich meinen Eltern so lange auf die Nerven gegangen bin, bis wir einen Internetanschluss bekommen haben. Und zum anderen, weil das Internet auch in der Schule so ganz langsam ein Thema geworden ist. Ich erinnere mich noch gut daran, dass wir 1996 einen Schulausflug zur  Uni im Nachbarort unternommen haben. Die hatten nämlich Internet und dort haben wir zum ersten Mal unsere Fühler ins World Wide Web ausstrecken dürfen. Das haben wir auch ausgiebig und mit Begeisterung genutzt. Wenn auch hauptsächlich zum Chatten mit fremden Jungs. Wie man das mit 14 Jahren halt so macht.

Die Möglichkeiten des Internets haben mich von Anfang an fasziniert und ziemlich schnell ist das Netz dann auch so etwas wie mein zweites Zuhause geworden. Dem Kontostand meiner Eltern hat das nicht so gefallen. Mir dafür umso mehr. Minimalismus war zu der Zeit aber noch kein Thema für mich. Ich war eher auf Social Media (Chatcity & Kwick.de oO), Partnersuche und PC-Games aus.

Erste Schritte im WWW: Party, Partnersuche & PC-Games

Das Zocken (ich verrate jetzt lieber nicht mal was – wer will kann ja raten^^) ist im Laufe der Jahre beruflichen Verpflichtungen gewichen. Den passenden Partner habe ich dank dem Internet 2009 gefunden (und 2011 direkt geheiratet) und auch das Thema Party war mit zunehmendem Alter irgendwann ausgelutscht. Es hat also etwas Neues her müssen. Und das wurde das Foodbloggen.

2013 habe ich meinen Foodblog „Dila vs. Kitchen“ ins Leben gerufen. Angfangen als einfacher Google-Blog (also Blogspot), bin ich relativ schnell zu WordPress gewechselt und habe meinen Blog professioneller aufgestellt. Webseitengestaltung, Suchmaschinenoptimierung und Social Media Marketing habe ich mir selbst beigebracht und die ganze Blogsache ist wirklich gut gelaufen. Bis 2015.

2015 – Schicksalsjahr einer Bloggerin

Was 2015 mit mir los war, weiß ich bis heute selber nicht. In keinem Jahr zuvor bin ich so unzufrieden gewesen. Mit mir selbst, mit meinem Leben, meiner Umwelt, meiner Freizeit – einfach irgendwie mit allem. Und dann habe ich das erste Mal was über den Minimalismus gelesen. Es war wie eine Offenbarung und mir war schnell klar, dass das genau das Richtige für mich ist.

Ich habe ausgemistet wie eine Wilde und reduziert, wo ich reduzieren konnte. Von heute auf morgen habe ich dann auch noch meinen Foodblog an den Nagel gehängt und minime.life gestartet. Ich wollte der ganzen Welt zeigen, welch wunderbaren Lebensstil ich entdeckt hatte. Anfangs habe ich Mini.Me. dabei als reiner Minimalismus-Blog geführt. Im Laufe der Zeit sind dann immer mehr Nachhaltigkeitsthemen dazu gekommen und schließlich habe ich auch noch die Rezepte meines alten Foodblogs integriert und diesen dicht gemacht.

Und da sind wir dann auch schon beim Heute. Die kleine Revoluzzerin mit dem eigenen Kopf ist inzwischen groß geworden, lebt fröhlich ihre eigene Form des Minimalismus, setzt sich für die Umwelt ein, hat sich einen Hund gekauft, ist zwei Mal den Jakobsweg gegangen, bewirtschaftet ihren eigenen Schrebergarten, ernährt sich vegan, macht tatsächlich „irgendwas mit Medien“ und hat, wie geraten, das Schreiben nie aufgegeben. Ganz im Gegenteil: Ich habe inzwischen nicht nur ein E-Book herausgegeben, sondern auch noch klammheimlich nebenbei zwei Jahre lang einen Journalismus-Fernlehrgang absolviert, den ich im August 2018 mit der Endnote 1,8 abgeschlossen habe. Einfach so, weil ich Lust drauf hatte.

Junge junge… wenn das meine alte Klassenlehrerin nur sehen könnte….

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