Mein Leben, der Minimalismus, das Bloggen & ich

 

Ich war schon immer ein kleiner Revoluzzer mit eigenem Kopf, der nie dem Mainstream hinterher gelaufen ist. Und ich habe schon immer gerne aufgeschrieben, was mich bewegt. In der achten Klasse der Realschule hat mir meine Klassenlehrerin nahegelegt, das Schreiben unbedingt beizubehalten und sie prophezeite mir, dass ich später mal ganz sicher „irgendwas mit Medien“ machen würde. Blöd nur, dass Medien damals in den trashigen 80er und bunten 90ern noch gar keine große Sache waren. Zumindest nicht online. Privathaushalte hatten in der Regel noch gar keinen Internetanschluss und wenn, dann nur mit horrenden Verbindungskosten und ultarlahmen Modems.

Die macht sicher mal was mit Medien

Während meiner Jugendzeit habe ich die Anfänge des Internets trotzdem live miterleben dürfen. Ich erinnere mich noch daran, wie wir 1996 einen Schulausflug zur  Uni im Nachbarort unternommen haben, nur weil die einen Internetanschluss hatte. Dort durften wir zum ersten Mal unsere Fühler ins World Wide Web ausstrecken. Und wir haben das ausgiebig und mit Begeisterung genutzt. Wenn auch hauptsächlich zum Chatten mit fremden Jungs.

Die Möglichkeiten dieses neuen Mediums haben mich von Anfang an fasziniert und schnell ist das Internet so etwas wie mein zweites Zuhause geworden. Unter anderem zum Leidwesen meiner Eltern und deren Kontostand. Minimalismus war zu meiner Anfangszeit im Internet noch lange kein Thema. Ich war eher auf Party, Partnersuche und PC-Games aus.

Erste Schritte im WWW: Party, Partnersuche & PC-Games

Das Zocken von Computerspielen (ja ich gebe es zu, es war tatsächlich fast ausschließlich World of Warcraft) ist im Laufe der Jahre beruflichen Verpflichtungen gewichen, denn irgendwie habe ich zwischendurch eine vernünftige Ausbildung zur Bürokauffrau hinbekommen. Den passenden Partner habe ich dank dem Internet 2009 gefunden (und 2011 direkt geheiratet) und auch das Thema Party war mit zunehmendem Alter irgendwann ausgelutscht. Es musste also etwas Neues her.

Mein nächstes Steckenpferd war dann ab 2013 das Foodbloggen. Kochen, Backen, Fotografieren und darüber schreiben haben mich etliche Jahre begleitet. Vom einfachen Google-Blog (Blogspot) bin ich zu WordPress gewechselt und habe meinen Blog professioneller aufgestellt. Themen wie Webseitengestaltung, Suchmaschinenoptimierung und Social Media Marketing habe ich mir selbst beigebracht und war nicht gerade unerfolgreich damit. Und dann kam das Jahr 2015.

2015 – Schicksalsjahr einer Bloggerin

Was 2015 mit mir los war, weiß ich bis heute selber nicht. In keinem Jahr war ich so unzufrieden mit mir, meinem Leben, meiner Umwelt, meiner Freizeit – ja kurz gesagt mit allem. Und dann habe ich das erste Mal über den Minimalismus gelesen. Es war wie eine Offenbarung.  Ich habe ausgemistet wie eine Wilde und reduziert, wo ich reduzieren konnte. Von heute auf morgen habe ich dann auch noch meinen Foodblog an den Nagel gehängt und minime.life gestartet. Ich wollte der ganzen Welt zeigen, welch wunderbaren Lebensstil ich entdeckt hatte. Anfangs habe ich Mini.Me. dabei als reiner Minimalismus-Blog geführt, später kamen dann auch immer mehr Nachhaltigkeitsthemen dazu und schließlich habe ich auch noch die Rezepte meines alten Foodblogs integriert.

Und da sind wir dann auch schon beim Heute. Die kleine Revoluzzerin mit dem eigenen Kopf ist groß geworden, lebt fröhlich ihre eigene Form des Minimalismus, setzt sich für die Umwelt ein, hat sich einen Hund gekauft, ist zwei Mal den Jakobsweg gegangen, bewirtschaftet ihren eigenen Schrebergarten, macht tatsächlich “irgendwas mit Medien” und hat, wie geraten, das Schreiben nie aufgegeben. Ganz im Gegenteil: Ich habe inzwischen nicht nur ein E-Book herausgegeben, sondern auch noch klammheimlich nebenbei zwei Jahre lang einen Journalismus-Fernlehrgang absolviert, den ich im August 2018 mit der Endnote 1,8 abgeschlossen habe. Einfach so, weil ich Lust drauf hatte.

Junge junge… wenn das meine alte Klassenlehrerin nur sehen könnte….