Plastikfrei

Warum plastikfreie Zahnbürsten und ich keine Freunde mehr werden

Im Juni 2016 habe ich die plastikfreien Zahnbürsten von SWAK zum testen bekommen. Nachdem ich die Bürsten ein paar Wochen ausprobiert hatte, habe ich sie euch in meinem Beitag Plastikfreie Zahnpflege mit Holzzahnbürsten vorgestellt und eine klare Kaufempfehlung ausgesprochen.

Heute muss ich diese Kaufempfehlung leider zurücknehmen und gerne verrate ich euch auch warum. Ich war nämlich zwischenzeitlich beim Zahnarzt. Und der war, sagen wir mal so: „not very amused“.

 

Aber mal ganz von Anfang an: Neulich habe ich an einem Backenzahn oben rechts Zahnschmerzen bekommen. Nicht sonderlich schlimm, aber mit Zahnschmerzen ist nicht zu spassen. Außerdem war mein USA Urlaub nicht mehr weit und ich wollte nicht riskieren, mir den Urlaub durch Zahnschmerzen zu versauen. Also bin ich direkt zum Zahnarzt und habe mir das Ganze anschauen lassen. Leider war das Ergebnis nicht sehr erfreulich. Der Zahn, an dem ich die Schmerzen hatte, war entzündet und ich habe direkt eine Wurzelbehandlung verpasst bekommen. Darüber hinaus hatten sich auch an mehreren anderen Zähnen erschreckend viele Kariesherde gebildet. Vor meinem Experiment mit der SWAK war noch alles in bester Ordnung.

Mein Zahnarzt hat mich direkt gefragt, ob ich in letzter Zeit irgendwas anders gemacht habe. Eine andere Ernährung, vermehrt süße Getränke getrunken oder eine Veränderung bei der Zahnpflege. Mit reichlich schlechtem Gewissen erzählte ihm von der Holzzahnbürste, denn die war tatsächlich das Einzige, was ich seit meinem letzten Zahnarztbesuch geändert hatte. Vor dem Testen der SWAK hatte ich meine elektrische Zahnbürste von Oral B benutzt. Und da war des Rätsels Lösung auch schon gefunden: Mein Zahnarzt ist sich ziemlich sicher, dass die Probleme von dem Zähneputzen mit der SWAK kommen.

Jetzt will ich natürlich die plastikfreien Holzzahnbürsten (egal ob SWAK oder andere Marken) nicht pauschal verteufeln. Ich selbst habe seit jeher recht empfindliche und auch anfällige Zähne, die sehr schnell zu Karies neigen. Wenn ich nicht ganz besonders gründlich putze (was ich mit der SWAK definitiv nicht so hinbekommen habe, wie mit meiner elektrischen Zahnbürste), bekomme ich ziemlich fix Probleme. Das kann bei jemand anderem natürlich ganz anders sein und lässt sich nicht pauschal auf jeden Menschen übertragen. Nach wie vor finde ich die Idee, Zahnbürsten umweltfreundlich und recylingfähig herzustellen, auch noch immer ganz wunderbar. Eine generelle Kaufempfehlung möchte ich für diese Produkte mittlerweile aber nicht mehr aussprechen.

Wenn ihr solche Zahnbürsten ausprobieren wollt, dann dürft ihr das natürlich gerne tun. Ich empfehle euch aber unbedingt, dies in Absprache mit eurem Zahnarzt zu tun und die ersten Monate während der Benutzung ein bisschen genauer kontrollieren zu lassen. Nicht, dass ihr am Ende dieselbe böse Überraschung erlebt, wie ich.

9 thoughts on “Warum plastikfreie Zahnbürsten und ich keine Freunde mehr werden

  1. Interessanter Bericht und ich finde es toll, dass du noch einmal deine Meinung und deine Erfahrungen darüber äußerst. Ich kann mir das aber schon vorstellen, dass es da einen gewaltigen Unterschied gibt, mit welcher Bürste man putzt. Dann im Zweifel also lieber die eigene Gesundheit schonen statt die Umwelt 😉 Man muss Prioritäten setzen und ich finde es gut, dass du das machst 🙂

  2. Bei mir war es so, dass ich meine Handzahnbürsten einmal auf Holz umstellen wollte. Aber dann bekam ich mehrfach vom Zahnarzt die Empfehlung, eine elektrische Zahnbürste zu nutzen.
    Ich habe mich lange dagegen gesträubt und mir dann doch so ein Ding gekauft. Und seither habe ich viel weniger Zahnbeläge und Zahnstein.
    Zahnsteinentfernen hasse ich bis aufs Äußerste.
    LG
    Sabienes

    1. Zahnsteinentfernen finde ich persönlich gar nicht so schlimm, aber es stimmt schon: So eine elektrische Zahnbürste entfernt nochmal eine ganze Sur mehr Zahnbeläge als manuelle Zahnbürsten. Für mich kommt definitiv auch nichts anderes mehr in Frage. Zahngesundheit geht einfach vor

  3. Oh, da muss ich mich bei Dir wirklich entschuldigen!
    Den vorherigen Blogbeitrag (http://minime.life/holzzahnbuersten/) habe ich schmunzelnd als „gesponserten Beitrag/Product Placement“ abgetan – was grundsätzlich nicht verwerflich ist, bei der vielen Zeit und Geld die Du für den Blog investierst.

    Also: sorry!!

    1. Hi Ede,
      kein Ding 🙂 Reines Product Placement gibt es auf dieser Seite übrigens generell nicht, denn davon halte ich persönlich nicht so viel. Ohne, dass ich vorher was ausprobiert hab, veröffentliche ich gar nichts und ich nehme auch nur solche Kooperationen an, bei denen ich ehrlich schreiben darf, was ich davon halte. Alles andere ist meiner Meinung nach ein Verarschen des Lesers und das mach ich nicht. Wenn ein Beitrag Werbung enthält, dann kennzeichne ich das grundsätzlich auch, denn Transparenz ist mir sehr wichtig. Im Fall der Zahnbürsten von SWAK habe ich diese tatsächlich nur zum Testen bekommen. Hier ist kein Geld geflossen und es gab auch nie eine Pflicht, darüber zu schreiben. Ich habe dann im Anschluss schon darüber geschrieben, weil ich zunächst wirklich begeistert war. Dass es am Ende so ausgehen würde, wie es jetzt ausgegangen ist, konnt man ja nicht ahnen. Aber man kann ja ergänzend einen neuen Beitrag schreiben. So wie jetzt 🙂
      Viele Grüße
      Moni

  4. Guten Morgen,

    oh, das ist ja heftig… danke für diesen „Langezeittest“ und dass du über deine Erfahrungen berichtest!
    Dass du solche Probleme mit deinen Zähnen bekommen hast, ist ja heftig… autschn.

    Da ich selber auch eher empfindliche Zähne habe, bleibe ich dann doch lieber bei meiner elektrischen Zahnbürste – obwohl ich tatsächlich ebenfalls mit dem Gedanken spielte, auf eine nachhaltige Alternative umzusteigen. Aber Zahnprobleme will ich deswegen nicht riskieren.

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Hi liebe Anne,
      ja mit den Zähnen ist nicht zu spassen. Ich mein, du kannst es ja trotzdem probieren – aber wenn, dann wirklich lieber in Absprache mit deinem Zahnarzt.
      Viele Grüße
      Moni

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