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Kann ich statt Soja-Sahne auch normale Sahne nehmen? …

Zeit: 2015 A.D., Juli

Ort: Eine (nicht namentlich genannte) Kochgruppe auf Facebook

Mitwirkende: Eine (nicht namentlich genannte) Userin

Der Vorfall: Die namentlich nicht genannte Userin teilt das Rezept einer größeren deutschen Supermarktkette. Kartoffelgratin. Laktosefrei. Mit Soja-Sahne. Direkt im Anschluss die Frage aller Fragen: „Kann ich dieses Rezept anstatt mit Soja-Sahne auch mit normaler Sahne machen?“

Ernsthaft? Was stimmt eigentlich mit dieser Welt nicht?

Sind wir mittlerweile alle so sehr auf chemische „Ersatzprodukte“ fixiert, dass uns wirklich nicht einmal mehr in den Sinn kommt, dass wir zur Zubereitung unserer Nahrung auch natürliche Produkte benutzen können?

Maragarine statt Butter, Soja-Latte statt Milchkaffee, Veggie-Schnitzel statt Gemüseauflauf, Soja-Pudding statt Joghurt…

Wann ist es eigentlich so derart unnatürlich geworden, natürliche und ursprüngliche Lebensmittel zu verwenden?

Ich finde ja, es ist allerhöchste Zeit ist, dass die Nutzung normaler und ursprünglicher Produkte endlich wieder in den Köpfen der Menschen ankommt. Denn ich für meinen Teil möchte mich nicht als Exot fühlen müssen, wenn ich ganz stinknormale Dinge esse.

Daher heute mein Apell an euch:

Wenn ihr nicht gerade aus gesundheitlichen Gründen zu „Ersatzprodukten“ greifen müsst, dann lasst es doch einfach.

Früher gab es all diese Produkte nicht und die Menschen haben trotzdem überlebt. Selbst diejenigen, die tatsächlich Intoleranzen hatten.

Geht doch einfach mal auf den Wochenmarkt in eurer Stadt. Schaut euch um, was es dort alles für tolle Produkte gibt. Frisch, knackig, saftig & vor allem natürlich!

Und dann kocht euch euer Kartoffelgratin. Mit frischen Kartoffeln, mit geiler vollfetter Sahne aus Kuhmilch und dick Käse oben drauf!

Ja, das geht. Und ihr werdet es lieben. Versprochen.

Mini.Me.

 

 

14 thoughts on “Kann ich statt Soja-Sahne auch normale Sahne nehmen? …

  1. Ich habe eine gute Freundin, die jetzt per Ausschlussverfahren festgestellt hat, dass sie keine Milch pur trinken kann – Milchprodukte gehen, aber eben keine pure Milch mehr o.O
    Ich glaube, die Frage stellt sich bei solchen Rezepten einfach, weil man bei manchen Lebensmitteln wissen muss, ob sich durch den Tausch irgendwas in Bezug auf Fettgehalt, Konsistenz oder so ändert. Oder ob man vielleicht anders nachwürzen muss (hypothetisches Beispiel: Irgendein Ersatzprodukt schmeckt ein bisschen nach Muskat, wenn man aber das normale Produkt nimmt und den Geschmack will, muss man damit nachwürzen). Oder man braucht mehr/weniger davon.
    Als ich mit nicht ganz 19 von zu Hause ausziehen musste, weil mein Studium am anderen Ende von Deutschland war – und ich bin die Art Mädel, die sich nie in der Küche blicken ließ, sich nicht dafür interessiert hat und Null Kochskills hatte xD – habe ich auch alles, was in Rezepten stand, penibel genau eingehalten. Weil ich Null Erfahrung und Null Hausverstand hatte (muss man sich ja alles erarbeiten mit der Zeit ^^) und darauf vertrauen musste, dass die Rezepteersteller schon wissen, wie man das machen muss.
    Erst später habe ich angefangen, sicherer und erfahrener geworden, abzuweichen, Sachen zu vereinfachen oder nach dem eigenen Geschmacksempfinden abzuändern.
    Also: Ja, Anfänger stellen „blöde“ Fragen. Aber Anfänger sind genau dafür Anfänger :).

  2. Okay, jetzt mache ich mir hier wahrscheinlich gleich Feinde, aber ich schreibe einfach mal aus Sicht einer Veganerin 😛

    Und zwar verstehe ich erstens nicht, was so schlimm daran ist „Maragarine statt Butter, Soja-Latte statt Milchkaffee, Veggie-Schnitzel statt Gemüseauflauf, Soja-Pudding statt Joghurt…“ zu benutzen?! Also versteh ich echt nicht.
    Zweitens, was ist an Sojamilch und Co bitte nicht natürlich? Es sind schließlich nicht nur Tiere natürlich, sondern Pflanzen genauso 😉 Mal davon ab, dass es inzwischen soweit gekommen ist, dass mMn z.B. Milch absolut nicht mehr „natürlich“ ist, aber ich rede am besten gar nicht weiter 😛
    Drittens finde ich es ja schon fast witzig, dass du dich selbst als „Exot“ siehst, normalerweise wird man ja als Veganer immer noch schief angeguckt 😉
    Viertens möchte ich gerne darauf aufmerksam machen, dass ich persönlich z.B. gar nicht auf etwas „verzichte“. Ich brauchs halt nicht. Und für mich sind diese Dinge, die du aufgezählt hast, keine Ersatzprodukte. Wenn ich mich für einen Apfel entscheide, ist das ja auch kein Ersatz für eine Birne.
    Und fünftens finde ich an der Frage der nicht genannten Userin eigentlich viel schlimmer, dass die Leute anscheinend gar nicht mehr richtig kochen können. Wie wärs mal mit einfach ausprobieren? Einfach mal nach Gefühl machen und gucken, was bei rauskommt, und dann draus lernen. Ein Rezept muss nicht immer 100% genauso nachgemacht werden, ich sehe das immer mehr als „Inspiration“ 😉
    Achja, und mein Appell wäre gewesen: Esst doch einfach, auf was ihr Bock habt. Ganz egal, ob das nun ein Stück Soja-Sahne-Torte oder eben Schnitzel ist 😉

    Liebe Grüße!

    PS: Weil das Thema oben aufkam: Warum es diese ganzen „Nachmach-Produkte“ gibt? Weil viele Menschen tatsächlich Fleisch mögen, aber eben aus Gründen einfach nicht essen wollen, surprise. Und ob ich nun Tiermatsche in Naturdarm presse oder aus Gemüsematsche Würstchen forme, ist ja wohl egal 😛

    So und jetzt zerfleischt mich 😀

    1. Ich glaube nicht, dass dich hier jemand zerfleischt.. Naja, ich versuch mal nach und nach auf deine Anführungen einzugehen:

      1. Hast du dir mal angeschaut, aus was für Sachen Margarine, Sojamilch und Co zusammen gepanscht wird? Sowas kannst du nicht mal eben schnell zu Hause selbst herstellen. Butter z.B. kann ich aber total easy zu Hause ganz alleine machen. Ich brauch einen Becher Sahne, ein Gefäß, ordentlich Muskelkraft, bisschen schütteln, fertig ist die Butter. Das meinte ich, mit nicht „Natürlich#!

      2. Siehe Antwort 1 – Es geht hier überhaupt nicht um tierisch oder nicht tierisch.

      3. Wenn Veganer und Vegetarier in aller Öffentlichkeit ständig breit treten müssen, dass sie ja ach so anders essen, dann darf ich doch auch mal sagen, dass ich einfach ganz normal esse. Denn scheinbar ist das heutzutage wirklich eine Seltenheit geworden.

      4. Dass jeder Essen sollte, auf was er Bock hat, muss ich gar nicht extra erwähnen. Das ist für mich selbstverständlich.

      Und zu deinem P.S. – die Nachmach-Produkte gibt es im Grunde nur deshalb, weil die Menschheit so sehr verblödet, dass sie stur glaubt, was die Werbung ihr vorkaut. Schade 🙁

      1. Zum Thema Nachmach-Produkte: Es geht ja nicht darum Matsche aus Fleisch oder Matsche aus Gemüse in den Darm zu bekommen, sondern darum das die Matsche aus Gemüse nach Matsche aus Fleisch schmecken soll (Die dazu in Labors entwickelt worden ist) – So ist es die Frage, wenn ich aus ethischen Gründen kein Fleisch mehr essen mag, wieso zeig ich dann der Industrie, dass ja eigentlich doch gerne, aber halt kein echtes?

        Der Apfel-Birnen-Vergleich von dir, ist im Context mit dem was ich, zum Beispiel, mein, ein Apfel-Birnen-Vergleich.

        Und zum „Inspirieren lassen durch Rezepte“: In der Süßspeisenherstellung muss man schon das Verhältnis von den Zutaten öfters mal genauer einhalten. Bei der Speiseeisherstellung muss man auf den Fettgehalt achte, ect.
        Also so ganz grob gesehen, kann man schon nachfragen, die Frage ist, ob man das bei nem Gratin machen muss, weil da ist es letztendlich nur wichtig zu wissen, wie es mitn Stärkegehalt der Kartoffeln aussieht 😉
        (Bin gelernte Köchin)

    2. Erstmal danke für eure Antworten 🙂
      Also für Pflanzenmilch brauchst du Sojabohnen, Wasser und nen Mixer. Oder Haferflocken, oder Mandeln. Doch, das geht ganz einfach zu Hause 😉 Margarine/Butter brauch ich eigentlich gar nicht, da geht auch Öl, usw. (Ich könnte übrigens auch noch weiter gehen und sagen, dass ich Hafer ganz einfach im Garten anbauen kann, viel besser als eine Kuh im Garten zu halten für die Sahne [die wiederum Futter braucht, z.B. Getreide. Warum also der „Umweg“ über die Kuh?!]).
      Und schade, dass immer so pauschalisiert wird. Veganer tun dies, Veganer tun das. Leider bekommt man meist nur die mit, die am lautesten schreien 😉 Für einen einzelnen ist „normal“, was er meistens macht (für mich also vegan), in der Gesellschaft ist normal, was die meisten machen (also nicht vegan). Ich esse also ganz normal unnormal 😛
      Was hat denn jetzt die Werbung damit zu tun? 😀 (Die trichtert dir übrigens ein, dass „die Milch es macht“ usw… den Spieß kann man auch umdrehen).

      @Christiane: Den meisten Veganern geht es schlicht darum, Leid zu vermeiden. Und bei Gemüsematsche die nach Fleisch schmeckt, hast du IMMER mindestens das Leid der Tiere vermieden, und musst trotzdem nicht auf den Geschmack „verzichten“. Ich finde faszinierend, was man alles im Labor machen kann und finde es nicht per se schlecht. Außerdem ist der Industrie die Ethik eh egal, also muss ich ihr nichts zeigen. (Wobei doch, sie könnte ruhig noch mehr vegan machen :P)
      Und nagut, ich mache mir jetzt nie Gedanken zum Stärkegehalt 😀 Aber ob ich nu Sojamilch, Hafermilch oder Kuhmilch für Muffins nehme, is ja erstmal egal, und das ist für viele Menschen schon zu viel 😉

      Liebe Grüße 🙂

  3. Haha, ich bin da bei dir!
    Vor allem hat der Verzicht mancher Lebensmittel und den Austausch, derer, durch „wasauchimmernichtdrinhabende“ Lebensmittel meist nur zu Gute, dass dafür keine Tiere dran glauben mussten oder ihnen irgendwas weggenommen worden ist. Das dafür das Produkt einmal um die Erde fliegt ist ja nun auch wurscht…

    Für mich persönlich sind so vegane Schnitzel, die nach Fleisch schmecken, eh irgendwie absolute dämlich ^^
    Aber in der Konsumgesellschaft von heute, in der man auf nichts verzichten möchten, wäre es ja doof nicht den tollen Schnitzelgeschmack mehr zu haben, weil man Veggi ist XD

    (Ich möchte anmerken, dass die Einstellung sich über seinen Ernährung zu informieren wichtig ist – jedoch halte ich die gern hergezogene Argumentation (bzw. das Hervorstechen), dass man ja so nachhaltig ist, weil man kein Tier und/oder Tierprodukte isst, für oft nicht immer gegeben und von daher gluckse ich da gerne belustigt)

  4. Ich gehöre zu den Leuten die essen was ihnen schmeckt. Auch eine „Fettbemme“ wenn mir danach ist,. Mir egal! Egal wie sehr das Fleisch verpönt wird, oder das glutenhaltige Mehl, der laktosehaltige Käse… Es muss mir schmecken und gut ist 😉

    Muss immer daran denken: Fleisch, die Zigarette der jetzigen Zeit.

    ~Bammy

    PS: auf meinem Kamille-Tee steht „glutenfrei“ *facepalm*

    1. Bammy, das witzige ist ja, dass sehr viele Käsesorten nahezu laktosefrei sein. Es ist einfach nur Geldmacherei. Ein guter Wirtschaftszweig. 🙂
      Glutenfreier Kamillen Tee ? 🙂 Das ist der Lacher des Tages. Habe nun extra gegoogelt, ob es Weizenglutenspuren an herrkömmlichem Tee geben kann. Nichts gefunden. Also auch wieder „gefi**t eingeschädelt“

        1. Wenn bei „normalen“ Käse dieser Hinweis drauf steht, finde ich es wiederum gut. Als ich damals die Diagnose bekam, hab ich buchstäblich oft verzweifelt im Geschäft gestanden und gedacht, nun is alles aus, ich darf nichts mehr essen. Also gerade frisch Diagnostizierten hilft es zu sehen, dass man NICHT den überteuerten Minus L kaufen muss.

  5. Das „Dumme“ ist, dass viele so verunsichert sind, dass sich sich eine Glutenunverträglichkeit (oder sonstige LUs) herbei denken und noch viele andere „Probleme“. Und wer etwas belesen ist, der weiß dass Körper und Geist eine Einheit bilden und wenn dann erst einmal der Körper denkt, dass er es nicht mehr verträgt, kann das am Ende tatsächlich psychosomatisch dabei heraus kommen. Also greifen sie zu Ersatzprodukten.

    Aber viele tauschen diese Produkte auch aus anderen Gründen aus. Vegane Ernährung zum Beispiel.
    Das scheußlichste, was wir vorgestern übrigens aus „Scherz“ gekauft haben waren Vegane Frikadellen. Ich habe nur gelacht beim reinknabbern… schmeckt wie angebranntes Schwarzbrot mit Wurstgewürz *lach*.

    Aber was dein Zitat aus der Gruppe angeht: Die Fragestellerin ist vielleicht einfach nur verunsichert, ob die Mengenangabe so bleibt oder sich geschmacklich etwas ändert oder die Zeit oder was auch immer. Sahne ist eben etwas anderes als Sojawasser mit Milchfarbe (was mir übrigens nur nach Tapetenkleister in aufgeweichtem Pappkarton schmeckt)

  6. Hey Monica,

    Kartoffelgratin verfolgt mich irgendwie schon die ganze Woche seit der Begegnung mit der Knorr-Fix-für-Kartoffelgratin Dame am Montag. 😉 Ich bin öfter verwundert über solche Fragen. Ja, warum sollte man denn nicht stinknormale Sahne nehmen können? Ja, warum sollte man denn nicht dieses und jenes austauschen können, wie man es mag/verträgt/wie auch immer?

    Wenn man nicht drauf achten muss, dass ein Essen laktosefrei, fructosearm, glutenfrei, vegan oder whatever ist, kann man doch die Fuffies im Club nur so um sich werfen. Viele sind wohl einfach unsicher, weil sie eventuell selten bis gar nicht kochen. Dabei muss man einfach nur mal die eigenen Hirnzellen anschmeißen, das kommt eben mit der Erfahrung. Da würde ich den Bogen auch nicht unbedingt gleich zu den Ersatzprodukten spannen, die sind natürlich ein Fall für sich. Ich als selbst Intoleranzlerin koche/backe gerade wegen der Intoleranz möglichst natürlich. Klar, dürfen es auch mal die fructosearmen „Ersatz“gummibärchen von Frusano sein, weil es einfach keine anderen gibt für mich.

    Liebe Grüße
    Sonja

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