Entrümpeln

Ausmisten vs. schlechtes Gewissen – Wenn der Wunsch nach „Weniger“ unsicher macht…

Zitat LoslassenViele Minimalismus-Neulinge tun sich mit dem Ausmisten und mit dem Reduzieren Ihrer Besitztümer sehr schwer. Auf der einen Seite steht der Wunsch, endlich Ordnung zu schaffen und Überflüssiges los zu werden. Auf der anderen Seite meldet sich das schlechte Gewissen – ganz besonders, wenn der betreffende Gegenstand teuer war oder wenn es sich um ein Geschenk gehandelt hat.

Immer wieder werde ich gefragt, wie man bei teuren Dingen und/oder Geschenken am besten entscheidet, was weg kann und was nicht.

Ein Patentrezept gibt es dafür natürlich nicht, aber es gibt einige Gedankengänge, dir mir selbst bei verschiedenen Entscheidungsprozessen immer sehr helfen:

Der Wert eines Gegenstandes spielt keine Rolle

Oftmals zögert man beim Ausmisten, weil ein Gegenstand, den man eigentlich nicht mehr benötigt, ziemlich teuer war. Um hier die richtige Entscheidung über „bleiben“ oder „gehen“ zu fällen, sollte man stets eine Tatsache im Hinterkopf behalten:

In dem Moment, in dem man etwas gekauft hat, ist das Geld ausgegeben und somit weg. Man bekommt es nicht zurück – erst recht nicht, indem man den betreffenden Gegenstand behält. Warum sollte man solche Dinge also aufbewahren?

Natürlich muss man wirklich teure Gegenstände nicht einfach so ohne Weiteres wegwerfen. Der Versuch, die betreffenden Gegenstände zu verkaufen und somit einen Teil der eigenen Ausgabe wieder hereinzuholen, lohnt immer. Man sollte sich dabei aber niemals darauf verlassen, auch nur ansatzweise den Preis zu bekommen, den man selbst dafür bezahlt hat.

Ich persönlich verschenke mittlerweile viele Dinge lieber, als Ewigkeiten nach einem Käufer zu suchen. Selbst wenn die Gegenstände einmal teuer waren.

Ein Geschenk verpflichtet nicht zum behalten

Gerade bei Geschenken ist das schlechte Gewissen oftmals besonders groß. Man will ja schließlich nicht undankbar sein. Tatsächlich macht es aber überhaupt keinen Sinn, Dinge zu behalten, die man nicht benötigt und/oder überhaupt nicht schön findet.

Für mich persönlich habe ich das Problem gelöst, indem ich das Thema „Schenken“ in meiner Familie neuerdings anders angehe. Wir verschenken mittlerweile entweder Zeitgeschenke (Interessant hierzu auch mein Artikel Minimalistisch Schenken), sprechen uns vorher ab, was wer wirklich benötigt oder wir schenken uns einfach gar nichts.

Wenn es dann aber doch einmal so weit gekommen ist, dass ich ein Geschenk bekomme, welches ich so überhaupt nicht brauche, dann verschenke ich es meist einfach weiter – an jemanden, der wirklich etwas damit anfangen kann.

Erinnerungen sind nur im Kopf wichtig!

Ein heikles Thema beim Ausmisten sind auch Erinnerungsstücke. Wer hat sie nicht zu Hause: Mitbringsel aus dem Urlaub, Tour-Shirts von Konzerten, Kinokarten von ersten Dates und ähnliche „Emotions-Gegenstände“.

Bis vor kurzem war auch ich noch der Meinung, dass man sich von Gegenständen, die mit Erinnerungen verknüpft sind, nicht trennen muss. Wenn man aber einmal genau darüber nachdenkt, dann bleibt die Erinnerung doch auch dann erhalten, wenn der betreffende Gegenstand nicht mehr da ist.Und mal ehrlich, die schönsten Erinnerungen sind doch sowieso die, die nur in unserem Kopf existieren.

Tipp: Wer Angst hat, etwas vergessen zu können, macht sich einfach ein Foto. Mit dem Smartphone ist das heutzutage ja kein Problem mehr.

Was glücklich macht bleibt, alles andere geht

Meine liebste Entscheidungshilfe in Sachen „Ausmisten“ habe ich von der Aufräum-Expertin schlechthin: Marie Kondo. Beziehungsweise aus ihrem Buch Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert* (Absolute Kaufempfehlung für alle Minimalismus-Anfänger!)

Marie schreibt in diesem Buch, dass man ausschließlich nur die Dinge behalten sollte, die einen wirklich glücklich machen. Und das bringt es, wie ich finde, absolut auf den Punkt.

Wer sich beim Ausmisten regelmäßig fragt, ob der betreffende Gegenstand glücklich macht oder nicht, der wird für sich persönlich ganz schnell die Antwort auf das „behalten“ oder „aussortieren“ geben können.

Und die Moral von der Geschicht?

Wenn mich das Prinzip des Minimalismus eines gelehrt hat, dann ist es die Tatsache, dass wir auf dieser Welt keinen materiellen Gegenstand wirklich unbedingt brauchen. So ziemlich alles was wir besitzen, ist nichts als purer Luxus.

Wenn wir also bestimmte Dinge aus unserem Leben entfernen wollen, dann ist es unser gutes Recht, das zu tun. Und dabei ist es völlig unerheblich, was die Gesellschaft, die Eltern oder der Freundeskreis davon hält. Wichtig ist einzig und alleine, was man selbst möchte und was einem selbst gut tut.

Die Frage sollte also nicht „behalten oder wegwerfen“ lauten, sondern „macht es mich glücklich oder nicht“

Und wenn es nicht glücklich macht, dann wisst ihr jetzt, was die Konsequenz ist. Weg damit! Ohne schlechtes Gewissen!

Mini.Me.

 

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5 thoughts on “Ausmisten vs. schlechtes Gewissen – Wenn der Wunsch nach „Weniger“ unsicher macht…

  1. Tolle Tipps und schön zu lesen! Ich klicke mich grad ein Bisschen durch deinen Blog und freue mich über die Anregungen und Tipps. Es macht richtig Spaß, bei dir zu lesen 🙂
    Vieel Grüße, Kathrin

  2. Ich habe mich Anfang dieses Jahres auch von allem möglichen Kram befreit und man fühlt sich einfach wirklich viel besser. Ich habe nur noch eine Kiste mit Sachen die ich nicht benutze, von denen ich mich aber wegen „emotionaler Bindungen“ nicht trennen kann 😉

    Liebste Grüße ♥
    Mai von Sparkle&Sand

    1. Das mit den emotionalen Bindungen kenne ich.. Ich bin aber nah dran, auch darüber hinweg zu kommen und auch solche Dinge aufzugeben 🙂

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