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Urban Gardening: Mein Balkongarten 2016 + 5 Tipps fürs erfolgreiche Balkongärtnern

Schon seit ein paar Jahren nutze ich meinen Balkon gerne für den Anbau von essbaren Pflanzen. Für eine reine Selbstversorgung mit frischem Obst und Gemüse ist die Fläche zwar etwas zu klein, aber trotzdem werfen meine Pflänzchen meist einen ganz passablen Ertrag ab.

Für 2016 habe ich mir vorgenommen, einmal komplett auf Zierpflanzen zu verzichten und meinen Balkon ausschließlich nur noch mit essbarem zu bestücken. Dieses Urban-Gardening-Projekt ist mittlerweile weit fortgeschritten und meine Balkonbepflanzung steht seit Pfingsten endlich komplett.

Heute will ich euch mal zeigen, was ich künftig so auf meinem Balkon ernten werde:

Kirschtomaten

Kirschtomaten habe ich mittelweile das dritte Jahr in Folge auf meinem Balkon. Während ich die Tomatenpflanze im ersten Jahr noch selbst gezogen habe, musste ich letztes Jahr leider auf eine vorgezogene Pflanze vom Wochenmarkt zurückgreifen. In diesem Jahr hat das Vorziehen Gott sei Dank wieder wunderbar geklappt und so tummeln sich jetzt 3 wunderbare kleine Tomatenpflanzen in meinem großen Kübel.

Den Kübel habe ich in der hintersten Ecke meines Balkons, direkt an der warmen Hauswand stehen. Das Ganze auch noch überdacht. So sind die Tomaten prima geschützt, bekommen immer genug Wärme und etwaiger Nachtfrost macht nichts mehr aus. Der Platz ist sogar so gut geschützt, dass ich letztes Jahr bis in den Oktober frische Tomaten vom Balkon hatte.

Zucchini

Schon letztes Jahr habe ich mich am Anbau von Zucchini versucht. Ich habe die Samen beim Aufräumen gefunden und irgendwann im Sommer komplett planlos einfach mal in den großen Kübel hineingedrückt, in dem eigentlich meine Clematis seit Jahren ihr zu Hause hat.

Sowohl der Clematis, als auch den Zucchini hat die erzwungene WG scheinbar nichts ausgemacht, denn beides wuchs schließlich wie wild. Leider war ich mit dem Pflanzen der Zucchini etwas zu spät dran und als die Pflanze endlich groß genug war, um Früchte zu tragen, wurde es auch schon wieder zu kalt. So hatte ich am Ende nur eine mikrige Ernte von drei kleine Zucchini.

Damit mir so etwas nicht wieder passiert, habe ich meine Zucchini dieses Jahr schon seit März in der Wohnung vorgezogen. Die Clematis musste mittlerweile komplett weichen und statt dessen durften zwei wirklich stattliche Zucchini-Pflanzen in den Clematis-Kübel einziehen.

Topf-Aubergine

An einer Topfaubergine versuche ich mich dieses Jahr zum ersten Mal. Anfang März habe ich beim Einkaufen ein Tütchen mit den Samen entdeckt und fand die Idee ganz witzig. Leider hat sich die Aubergine beim Pflanzen als ziemlich zickig erwiesen und während Tomate und Zucchini schon munter vor sich hinwuchsen, tat sich bei der Aubergine einfach gar nichts.

Kurz vor Pfingsten gab es dann aber doch noch einen Lichtblick – es lies sich doch endlich ein zarter Spross blicken. Dieser darf sich jetzt in einem großen Topf breitmachen und wird hoffentlich zu einer schönen Topfaubergine heranwachsen.

Cocktail-Time im Balkonkasten

Wo sich letztes Jahr noch bunte Petunien tummeln durften, wächst in meinen Balkonkästen dieses Jahr ein Feuerwerk an tollen Cocktailkräutern. Waldmeister, Melisse, Zitronenthymian und verschiedene Sorten Minze. Damit bin ich dann hoffentlich auch für die kommende Outdoor-Cocktail-Saison gerüstet.

Küchenkräuter

Was auf meinem Balkon grundsätzlich auch nicht fehlen darf, sind Küchenrkäuter. Die sind meist total einfach anzubauen und helfen mit, aus jedem noch so banalen Gerichte einen absoluten Gaumenschmauß zu zaubern. Immer vorrätig habe ich Rosmarin, Dill und Basilikum. Je nach Lust und Laune sähe ich ab und an auch noch ein bisschen Kresse mit aus.

 

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Balkonbepflanzung 2014 mit Tomaten, Paprika, Chili und Kräutern

 

Wenn du jetzt Lust bekommen hast, deinen eigenen Balkongarten anzulegen, dann los! Noch ist es nicht zu spät. Mit meinen 5 Tipps für einen tollen Balkongarten, sollte dir eine reiche Ernte sicher sein:

Achte auf die Qualität der Pflanzen

Bei  der Qualität der Pflanzen solltest du keine Kompromisse machen und auf wirklich gute Qualität setzen. Entweder du kaufst dir wirklich gutes Saatgut und ziehst dir deine Pflanzen selbst vor oder du greifst auf vorgezogene Pflanzen zurück.

Gutes Saatgut bekommst du recht einfach im Bio-Markt oder im Reformhaus. Du kannst aber auch einfach einfach ein paar Samen von deinem Bio-Gemüse nehmen – so vermeidest du unnötige Verpackungen.

Bei vorgezogenen Pflanzen solltest du grundsätzlich darauf achten, dass diese Bio-Qualität haben, stark gewachsen sind und möglichst keine Beschädigungen aufweisen. Vorgezogene Pflanzen findest du in sehr guter Qualität auf dem Wochenmarkt. Es gibt aber auch bereits tolle Online-Versandhändler, die Pflanzen in Bio-Qualität verschickten. Die Cocktailkräuter in meinen Balkonkästen habe ich beispielsweise von „Waschbär – Der Umweltversand„. Der fancy Cocktail-Kräutergarten besteht aus den 6 Kräutern des Pakets Bioland „Limo-Kräuter“.

Das Pflanzen

Ich pflanze Samen und auch vorgezogene Pflanzen immer in einer Art Guerilla-Taktik an. Ich achte nicht großartig auf Abstände, Boden, Licht & Co. Samen ziehe ich beispielsweise gerne in alten Blumenübertöpfen vor. Ich fülle diese mit Blumenerde, werfe ein paar Samen rein, stelle die Töpfe auf den Fenstersims in der Wohnung und dann giese ich und warte was passiert. Erstaunlicherweise funktioniert das bei mir immer recht gut.

Beim Pflanzen von vorgezogenen Pflanzen ins Freie, bin ich dann aber auch etwas vorsichtiger. Hier solltest du unbedingt darauf achten, dass es warm genug ist und keinen Nachtfrost mehr gibt. Sonst hast du nicht lange Freude an deinen Pflanzen.

Geeignete Pflanzgefässe

Als Pflanzgefässe eigenen sich lange schmale Balkonkästen, sowie Hängeampeln und Hängetöpfe für Kräuter sehr gut. Für größere Gewächse, wie Zucchini und Tomaten, kann man sehr gut große Töpfe nehmen. Aber auch Jutesäcke funktionieren super. Für Kräuter nutze ich persönlich auch sehr gerne kleine Übertöpfe von Pflanzen, die mir irgendwann einmal kaputt gegangen sind.

Der Standort

Auf einem Balkon ist der Platz meist ja sehr begrenzt und deshalb halte ich mich nicht großartig mit Standortfragen auf. Ich pflanze dort, wo es Platz hat und gehe pauschal einfach davon aus, dass sich die Pflanze schon daran gewöhnen wird. Grob kann man aber sagen, dass sich Tomatenpflanzen z.B. dort sehr wohl fühlen, wo es warm ist. Die Nähe einer Hauswand, oder noch besser ein Standort in einem Eck an der Hauswand, wäre perfekt.

Ideal ist es auf Balkonen übrigens auch, wenn man verschiedene Ebenen ausnutzt. Bei mir wachsen die Tomaten beispielsweise nich nur an einem Tomatenstab in die Höhe, sondern über eine Schnur auch noch waagerecht über dem Küchenfenster weiter. Hängeampeln schaffen ebenfalls viel zusätzliche Fläche und wer eine Wand zur Verfügung hat, kann dort auch prima ein kleines Geländer festschrauben, an dem man zusätzliche Blumentöpfe einhaken kann.

Zubehör

Im Grunde brauch man für einen schönen und ertragreichen Balkongarten kaum Zubehör. Lediglich für große Pflanzen wie Tomaten und Zucchini sind Stäbe ganz gut, an denen sich die Pflanzen hochranken können. So knicken sie nicht ab – besonders dann, wenn sie schon Früchte hängen haben. Ich arbeite dafür ganz gerne mit Bambusstöcken und teilweise auch einfach mit Schnur.

 


 

Du siehst, zum erfolgreichen Urban Gardener gehört gar nicht mal so viel. Man muss einfach ein bisschen mutig sein, ab und an mal ein paar unkonventionellere Methoden ausprobieren und dann funktioniert das in der Regel ganz gut.

Hast du selbst auch Obst oder Gemüse angefplanzt oder hast du es in diesem Jahr vielleicht sogar zum ersten Mal vor? Wenn ja, was darf bei dir auf dem Balkon auf gar keinen Fall fehlen?


 

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1 thought on “Urban Gardening: Mein Balkongarten 2016 + 5 Tipps fürs erfolgreiche Balkongärtnern

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